Twitter icon
Facebook icon
Google+ icon

Unfallversicherung - Infoblatt

Private Unfallversicherung - Was ist wichtig?

 

Wer sich durch die gesetzliche Unfallversicherung gut und ausreichend geschützt wähnt, sollte berücksichtigen, dass sie einer erheblichen Einschränkung unterliegt. Sie springt nämlich nur dann ein, wenn sich der Unfall im Zusammenhang mit der Arbeit ereignet. Nun ist das aber meistens nicht Fall, es ist allgemein bekannt, dass die meisten Unfälle in der Freizeit passieren. Um sich gegen die Folgen von Unfällen abzusichern, ist also der Abschluss einer privaten Unfallversicherung ratsam. Vorher ist ein umfassender Vergleich der Angebote sinnvoll.

 

Die Frage danach, für wen eine Unfallversicherung zu empfehlen ist, kann mit einem schlichten "Für alle" beantwortet werden, denn vor den Gefahren eines Unfalls ist niemand gefeit. Besonders gefährdet sind jedoch Kinder, Rentner, Hausfrauen und Selbständige. Sie unterliegen zwar in aller Regel keinen größeren Gefahren als andere Personengruppen. Allerdings fallen sie aus dem Rahmen der Menschen, die über die gesetzliche Unfallversicherung versorgt sind, hinaus, da sie nicht berufstätig sind (im Falle der Hausfrau darf man das durchaus anders sehen, an der gesetzlichen Vorgabe ändert dies jedoch nichts). So gesehen gibt es faktisch nahezu niemanden, der auf eine Unfallversicherung verzichten sollte.

 

Die Leistungen der privaten Unfallversicherung

Nicht jeder Baustein, den Sie bei einer Unfallversicherung in den Vertrag integrieren können, ist zwingend notwendig. Die Entscheidung darüber treffen Sie selbst. Trotzdem hilft es, wenn Sie wissen, was versichert werden kann.

 

Invaliditätsleistungen:

Wenn Sie durch einen Unfall invalide werden, kommt es zur Auszahlung eines Betrages an Sie. Die Höhe richtet sich nach der sogenannten "Gliedertaxe". Diese ordnet jedem Körperteil eine bestimmte Prozentzahl zu. So wird naturgemäß der Verlust eines Armes höher bewertet als der eines Fingers, eine weitere Einteilung folgt der Tatsache, ob es sich um einen kompletten Verlust oder einem Teilverlust bzw. um Einschränkungen bei der Funktionalität handelt.

 

Um das Prinzip der Gliedertaxe zu verdeutlichen, hilft ein Beispiel:

Angenommen, Sie sind nach einem Unfall durch extreme Einwirkungen auf Ihr Gehör taub. Der Invaliditätsgrad beträgt gemäß Gliedertaxe in diesem Fall 30 Prozent, allerdings nur, wenn Sie gar nichts mehr hören können. Sind andere Körperteile ebenfalls von Einschränkungen oder Verlust betroffen, werden diese durch den behandelnden Arzt addiert. Die Summe darf verständlicherweise jedoch niemals größer als 100 Prozent sein.

 

Sinn der Versicherungsleistungen bei Invalidität ist die Anpassung an die neue Lebenssituation, die im Zweifel gravierenden Veränderungen unterworfen ist. Das hat auch finanzielle Folgen, denn Behandlungen, Reha-Maßnahmen oder Umbauarbeiten im Haus oder der Wohnung sind teuer. Die Unfallversicherung deckt diese Kosten ab. Dabei sollten Sie bedenken, dass Sie die Versicherungssumme nicht zu niedrig ansetzen. Das Zweifache oder besser Dreifache Ihres jährlichen Bruttogehalts sollten Sie am besten als Versicherungssumme wählen.

 

Zusätzlich versicherbare Leistungen

Neben der Invalidität können Sie weitere Risiken versichern. Diese beinhalten folgende Merkmale:

 

  1. Todesfallleistung: Wenn Sie auch das Schlimmste, was durch einen Unfall geschehen kann, mit in Ihre Überlegungen einbeziehen wollen, bauen Sie einen Todesfallschutz in die Unfallversicherung mit ein. Im Falle des Todes durch einen Unfall sind so Ihre Hinterbliebenen zumindest finanziell versorgt.

 

  1. Unfallrente: Gern wird von Versicherern für den Fall eines Invaliditätsgrades von mehr als 50 Prozent eine zusätzliche Unfallrente angeboten. Das klingt besonders für Berufstätige zunächst einmal interessant und sinnvoll. Allerdings wird diese Rente nur gezahlt, wenn der Grund für die verloren gegangene Arbeitskraft ein Unfall ist. Im Falle von Krankheit zahlt die Unfallversicherung keine Rente. Daher ist es unter Umständen besser, sich gegen dieses Risiko durch eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzusichern.

 

  1. Krankenhaustagegeld: Bei schwereren Unfällen besteht immer die Gefahr, dass Sie eine Weile ins Krankenhaus müssen. Eine Unfallversicherung mit einem Krankenhaustagegeld zahlt Ihnen für jeden Tag, den Sie dort verbringen, einen vorher vereinbarten Betrag aus. Eine Variation ist das Rooming-In, wenn Sie Familie haben. Sollte Ihr Kind ins Krankenhaus müssen, zahlt die Unfallversicherung Ihre Übernachtung beim Nachwuchs. Die dritte Variante ist das Genesungsgeld. Es wird gezahlt, wenn Sie das Krankenhaus wieder verlassen haben. Das Genesungsgeld wird so lange gezahlt wie auch Ihr Aufenthalt im Krankenhaus dauerte, ab Tag 10 jedoch nur noch anteilig.

 

  1. Kosmetische Operationen: Ein Unfall kann auch ästhetische Folgen haben, die von der gesetzlichen Krankenversicherung nicht übernommen werden. Ist beispielsweise Ihr Gesicht nach einem Unfall entstellt, liegt aus Sicht der gesetzlichen Krankenversicherung keine medizinische Notwendigkeit vor, um operativ einzugreifen. Wenn Sie dagegen in die Unfallversicherung kosmetische Operationen eingeschlossen haben, wird die OP von dieser übernommen.

Besonders, wenn Sie oft unterwegs sind oder gar Hobbys nachgehen, die gefährlich sind, kann der Einschluss von Bergungskosten ratsam sein. Er greift, wenn nach Ihnen gesucht werden muss, Rettungen oder Bergungen notwendig werden.

 

Gesundheitsfragen und Nachteile der Unfallversicherung

Nachteile hat der Abschluss einer Unfallversicherung im Grunde nicht. Allerdings kann der Wille, eine Versicherung abzuschließen, sich nachteilig auswirken, zum Beispiel, wenn Sie ein Freund von Risikosportarten sind. Zwar werden nur selten Gesundheitsfragen gestellt (und wenn, beschränken sie sich in der Regel auf schwere Vorerkrankungen). Ihre Freizeitaktivitäten sind jedoch schon eher von Interesse für die Versicherungsgesellschaften. So kommt es zu unterschiedlichen Beitragskalkulationen, bei denen ein Versicherungsnehmer gegenüber einem anderen deutlich höhere Beiträge entrichten muss. Schon deswegen ist ein Vergleich der Angebote ratsam.

Als Nachteil kann auch in Teilen die Bewertung eines Unfalls anhand der geschilderten Gliedertaxe gesehen werden. Denn psychische Unfallschäden werden durch sie nicht erfasst, im Zweifel wird es der Versicherungsnehmer schwer haben, nachzuweisen, dass seine psychischen Belastungen tatsächlich durch den Unfall hervorgerufen wurden.

 

Beitragsentwicklung in der Zukunft

Wie sich die Beiträge in Zukunft entwickeln, kann nur schwer beurteilt werden. Durch das Urteil des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) sind ab 21.12.2012 für alle Versicherungen Unisex-Tarife vorgeschrieben. Männer und Frauen dürfen also nicht mehr unterschiedlich kalkuliert werden. Wer von diesem Gerichtsurteil Vor- und wer Nachteile hat, ist in der ganzen Bandbreite noch nicht vorhersehbar. Da Frauen eine höhere Lebenserwartung haben, waren sie bei der Unfallversicherung bisher im Nachteil. Kfz-Versicherungen dagegen waren für sie günstiger, da sie als umsichtige und vorsichtige Fahrerinnen gelten. Die Kalkulation der Unfallversicherung wird von den Versicherern grundlegend neu gestaltet werden müssen und im Moment ist nicht klar, ob sich das stärker auf die Beiträge für Männer oder für Frauen auswirkt. Fakt ist jedoch, dass bestehende Verträge nicht von dem Urteil des EuGH betroffen sind.

 

Kündigung der Versicherung

Jede Unfallversicherung kann gekündigt werden. Wie und wann die Kündigung möglich ist, hängt von der Vertragsgestaltung ab. Zudem wird zwischen ordentlicher und außerordentlicher Kündigung unterschieden. Über die ordentliche Kündigung sollten Sie wissen:

 

Falls Sie sich für einen Jahresvertrag entscheiden, verlängert sich dieser automatisch, wenn Sie nicht rechtzeitig kündigen. Eine fristgerechte Kündigung muss drei Monate vor dem Ende der Versicherungsperiode beim Versicherer eingehen. Am besten mit Einschreiben und Rückschein, so sind Sie auf der sicheren Seite.

Übrigens, für den Fall, dass Sie nicht kündigen: Eine automatische Verlängerung von mehr als einem Jahr ist seit 2009 nicht mehr zulässig.

 

Bei längerfristig angelegten Verträgen ist die Kündigung frühestens nach dem Ende des dritten Jahres mit einer dreimonatigen Frist möglich.

Im Versicherungsfall oder bei einer Beitragsanpassung ist die außerordentliche Kündigung möglich. Auch hier gelten jedoch Kündigungsfristen, die Sie in den Vertragsbedingungen genau studieren sollten.

 

Fazit

Der Abschluss einer Unfallversicherung ist in jedem Fall sinnvoll, da die gesetzliche Unfallversicherung nur sehr eingeschränkt leistet. Ob Sie zusätzliche Leistungen einbauen, hängt von Ihren persönlichen Sicherheitsvorstellungen ab. Bei der Suche nach dem richtigen Angebot ist ein Vergleich der zahlreichen Tarife und Versicherungsgesellschaften ratsam, die Preisunterschiede und die Beurteilung des versicherungstechnischen Risikos ist bei jeder Gesellschaft anders.

 

Weitere Informationen

Die gesetzliche Unfallversicherung zählt zu den Pflichtversicherungen und macht einen Versicherungszweig der Sozialversicherung in Deutschland aus

Das sogenannte Schmerzensgeld ist eine Leistung, die nur von der privaten Unfallversicherung angeboten wird.

Mit einer privaten Unfallversicherung können Sie Ihren Schutz maximal erweitern und sind im schlimmsten Fall finanziell abgesichert.

Unfallversicherung Alkoholklausel

 

Wer als Unfallversicherter Alkohol konsumiert und im Folgenden tatsächlich einen Unfall erleidet, muss im schlimmsten Fall damit rechnen, dass die Unfallversicherungen Leistungen nicht erbracht werden. Grund dafür ist, dass in…

Kinder sind die kleinsten Entdecker dieser Welt. Bei der Erkundung ihrer Umwelt oder dem Spielen in ihrer Freizeit leben Kinder meist sehr riskant.

Die Checkliste Familien Unfallversicherung zeigt Ihnen in übersichtlicher Form, welche Kriterien Sie für den Abschluss des Vertrages beachten sollten.

Mit der Checkliste von sparen.de erfahren Sie in übersichtlicher Form, wie Sie die beste Unfallversicherung für sich und Ihre Familie finden können.

In der heutigen Zettelflut der Versicherer kann es trotz eines vernünftigen Ordnungssystems zu Hause vorkommen, dass Sie Ihren Versicherungsschein verloren haben. Macht nichts, kann jedem passieren! Mit Hilfe unserer kostenlosen Vorlage zur Anforderung einer Ersatzpolice gehört…

Das Wichtigste an einem Kündigungsschreiben für jeden Versicherungsvertrag ist, dass es gemäß der im Vertrag vereinbarten Frist zugestellt wird. Behalten Sie also bei allen Verträgen stets die Kündigungsfrist im Auge! Unsere speziell für Sie erstellte kostenlose

Die Vorlage für den Widerruf eines Versicherungsvertrages nimmt Ihnen die Arbeit ab. Einfach ausfüllen, abspeichern, ausdrucken – fertig!

Vorsorgeaufwendungen sind Beiträge unter anderem zur gesetzlichen und privaten Rentenversicherung, Krankenversicherungen, Haftpflichtversicherungen, Unfallversicherungen und...

Als Versicherungsnehmer, auch VN abgekürzt, wird die Person bezeichnet, die mit dem Versicherungsunternehmen einen Vertrag abgeschlossen hat. Nicht zwangsläufig muss...

Im Bereich der Versicherungen ist von Vorsatz die Rede, wenn der Versicherungsnehmer, sich des Ausmaßes der Tat voll bewusst, vorsätzlichen Schaden anrichtet, mit dem Ziel...

Der Begriff Kapitalleistung bezeichnet die Auszahlung einer Gesamtsumme und die Hilfestellung des Versicherers an den Versicherungsnehmer. Im Bereich der Unfallversicherung...