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Risikolebensversicherung - Infoblatt

Wann ist eine Risikolebensversicherung sinnvoll?

Über die Risikolebensversicherung müssen Sie zunächst wissen, dass es sich dabei um eine reine Absicherung gegen die Folgen des Todes handelt. Es wird also kein Kapital aufgebaut, das sich der Versicherungsnehmer später im Erlebensfall auszahlen lassen kann. Neben der Versicherungssumme, die Ihrem Bedarf entsprechen muss, gibt es einige weitere Punkte, die man berücksichtigen sollte.

Auch wenn der Begriff Lebensversicherung vermuten lassen kann, dass es sich dabei um die gewinnbringende Anhäufung von Geld handelt, Sie sparen nichts an. Das hat jedoch einen wesentlichen Vorteil: Risikolebensversicherungen sind deutlich günstiger als die Produkte, die der Altersvorsorge dienen. Für die Versicherungen ist das Risiko, dass sie Leistungen auszahlen müssen, geringer, die Beiträge sind also entsprechend günstiger.

Eine Risikolebensversicherung kommt vornehmlich für Familien in Betracht. Sollte ein Verdiener oder sogar der Hauptverdiener aus dem Leben scheiden, sind die Angehörigen durch die Versicherungssumme abgesichert. Doch nicht nur für Familien ist die Risikolebensversicherung sinnvoll. Sie kann in geschäftlichen Beziehungen zur Reduzierung des unternehmerischen Risikos dienen, beispielsweise um Belastungen durch Raummieten abzusichern, gemeinsame Kredite oder andere Kosten, die in Unternehmen anfallen.

Die passende Versicherungssumme

Die beste Risikolebensversicherung nützt wenig, wenn die Versicherungssumme zu niedrig kalkuliert wird. Auf Grund der übersichtlichen Beiträge ist es auch gar nicht nötig, die Summe der Absicherung zu weit unten anzusetzen.

 

Folgende Faustregel hilft dabei, die angemessene Versicherungssumme zu ermitteln:
 

  1. Die Versicherungssumme sollte bei Singles mindestens das Dreifache des jährlichen Bruttolohnes betragen.
  1. Familien benötigen einen höheren Schutz, hier ist das Fünffache des Jahresbruttos meist ausreichend.
  1. Für die Absicherung unternehmerischer Risiken muss die Versicherungssumme individuell kalkuliert werden, da die laufenden Kosten von Firma zu Firma abweichen.

Man unterscheidet zwischen dem garantierten Beitrag und der Todesfallsumme. Mit dem garantierten Beitrag ist jener gemeint, die während der Laufzeit der Risikolebensversicherung maximal eingezahlt wird. Die Todesfallsumme ist die Leistung, die im Falle des Ablebens tatsächlich zur Auszahlung kommt. Garantierter Beitrag und Todesfallsumme sollten in einem vernünftigen Verhältnis zueinander stehen.

 

Varianten der Risikolebensversicherung

Neben dem reinen Todesfallschutz kann die Risikolebensversicherung auch in Verbindung mit anderen Risiken eingesetzt werden. Daher gibt es unterschiedliche Varianten, die Sie wählen können:

Die klassische Risikolebensversicherung:
Bei dieser Form der Versicherung bleiben über die gesamte Laufzeit sowohl Beiträge als auch Versicherungssumme gleich hoch. Sie eignet sich daher für Familien am besten, die für den Fall der Fälle vorsorgen wollen.

Die verbundene Risikolebensversicherung:
Dieses Modell ermöglicht die Versicherung mehrerer Personen innerhalb nur eines Vertrages. Dies kann beispielsweise bei geschäftlich motivierten Versicherungen sinnvoll sein. Stirbt einer der im Vertrag eingetragenen Versicherungsnehmer, kommt es jedoch nur zur einmaligen Auszahlung der Versicherungssumme.

Die fallende Risikolebensversicherung:
Diese Variante wird gern gewählt, wenn die Risikolebensversicherung zur Absicherung eines Hauskaufs oder -baus verwendet wird. Mit laufender Dauer der Ratenzahlung für den Kredit verringert sich für das Kreditinstitut naturgemäß das Restrisiko, daher fällt in einem zuvor festgelegten Verhältnis die Versicherungssumme. Und mit ihr selbstverständlich der Beitrag.
 

Die Gesundheitsfragen

Die Versicherungen wollen wissen, mit wem sie es zu tun haben, wenn sie Sie als Versicherungsnehmer aufnehmen und einen Vertrag mit Ihnen abschließen. Daher müssen Sie in der Antragstellung Gesundheitsfragen beantworten. Dort wird nach Vorerkrankungen und Behandlungen gefragt, aber auch nach bestehenden Leiden, die Einfluss auf die Gestaltung des Vertrages nehmen können. Außerdem wollen die Versicherungen wissen, ob Sie beruflichen oder privaten Risiken ausgesetzt sind. Bestimmte Berufe sind nur schwer oder gar nicht versicherbar. Zu Ihnen zählen Berufe wie der des Feuerwehrmannes.

Wenn Sie privat gern Fallschirm springen oder leidenschaftlicher Freikletterer sind, werden Sie ebenfalls Probleme bekommen. Je nachdem, wie die Versicherungsgesellschaft Sie als potentielles Risiko einschätzt, können Zuschläge fällig werden, die auf den monatlichen Beitrag aufgeschlagen werden. Im schlimmsten Fall werden Sie gar nicht versichert. Die Entscheidung darüber trifft jedoch jede Versicherung individuell, es kann also sein, dass Gesellschaft A Sie nicht versichert, Gesellschaft B aber unter Auflagen doch. Schon deswegen kann ein Vergleich sinnvoll sein.
 

Kündigung der Risikolebensversicherung

Wenngleich die Beiträge einer Risikolebensversicherung verhältnismäßig gering sind, kann es vorkommen, dass Sie in Zahlungsschwierigkeiten kommen, zum Beispiel durch Arbeitslosigkeit. In aller Regel ist die Kündigung der Versicherung jedoch erst nach 12 Jahren möglich, so lange sind Sie an den Vertrag gebunden. Und selbst wenn dieser Zeitraum beendet worden ist, ist nur bedingt zu einer Kündigung zu raten. Sie werden bei jedem Neuabschluss neu geprüft, das heißt, Ihr Alter wird neu berücksichtigt, die Gesundheitsfragen werden neu gestellt.

Dies kann zu höheren Beiträgen bei der neuen Versicherung führen. Ratsam ist in den meisten Fällen, bei Bedarf die Versicherung beitragsfrei zu stellen. So wird der Vertrag fortgeführt und kann durch Kulanz wieder aktiviert werden, wenn sich die Situation gebessert hat. Schon wegen der langfristigen Bindung an die betreffende Versicherungsgesellschaft ist es ratsam, die angebotenen Tarife miteinander zu vergleichen, denn die Preisunterschiede sind zuweilen erheblich. Eine Kündigung nach Ablauf der Mindestvertragslaufzeit ist übrigens auch deswegen nachteilig, weil die Rückkaufwerte äußerst gering sind.

Beitragsrückerstattung in der Risikolebensversicherung

Eine Beitragsrückerstattung widerspricht dem Prinzip der Risikolebensversicherung, da es ja nur darum geht, die Folgen des Todesfalls abzusichern. Trotzdem gibt es Versicherungsgesellschaften, die mit Produkten werben, die Beiträge am Ende der Laufzeit erstatten. Genau genommen handelt es sich dabei jedoch um kombinierte Produkte, die einen Sparanteil haben. Dies können Rentenversicherungen oder Sparpläne sein. Wenn Sie sich für eine Risikolebensversicherung ohne zusätzliche Bausteine entscheiden, wird es am Ende der Laufzeit keine Beitragsrückerstattungen geben.

Wichtige Neuerungen in der Risikolebensversicherung

Der Europäische Gerichtshof  hat im Jahr 2011 ein Machtwort gesprochen. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden Frauen von Versicherungsgesellschaft anders behandelt als Männer, wenn sie eine Risikolebensversicherung abschlossen. Der Grund dafür ist die höhere Lebenserwartung, die Frauen statistisch mitbringen. Dadurch konnten sich Frauen zu niedrigeren Beiträgen versichern. Der Europäische Gerichtshof beschied jedoch, dass dieses Messen mit zweierlei Maß diskriminierend ist.

Schließlich bringt diese Statistik auch Nachteile für Frauen, beispielsweise in der privaten Krankenversicherung, wo ihre Beiträge auf Grund der höheren Lebenserwartung höher ausfallen. Also entschied der Gerichtshof, dass künftig Unisex-Tarife angeboten werden müssen. Damit sind Tarife gemeint, die Frauen und Männer gleich behandeln, völlig unabhängig von ihrer Lebenserwartung. Das hat folgende Konsequenzen:

Für Männer werden die Beiträge künftig günstiger. Je nach Versicherungsgesellschaft und Tarif können Männer ab dem 21. Dezember 2012 bis zu 20 Prozent sparen, wenn sie nach Inkrafttreten der neuen Regelung einen Vertrag abschließen. Voraussetzung dafür sind entsprechende Rahmenbedingungen, also ein unveränderter Gesundheitszustand gegenüber dem von heute.
Für Frauen dagegen wird es teurer. Da es sich bei den Versicherungen um eine Mischkalkulation handelt, aber die Vorgaben des Europäischen Gerichtshofs eingehalten werden müssen, sind Frauen gut beraten, noch vor dem neuen Gesetz eine Risikolebensversicherung abzuschließen. Die neuen Beiträge gelten nämlich nur für Neuverträge, bestehende Policen sind nicht betroffen.
 

Fazit

Als Fazit lässt sich festhalten, dass eine Risikolebensversicherung ein sinnvoller und preisgünstiger Schutz für die Hinterbliebenen ist. Entscheidend ist das Verhältnis der Versicherungssumme zum Beitrag. Hier unterscheiden sich die Anbieter teils stark in ihrer Preisgestaltung, ein umfassender Vergleich kann für Sie also bares Geld bedeuten. Je früher Sie die Versicherung abschließen, desto geringer sind die Beiträge. Wer gesund lebt, spart zusätzlich, da zum Beispiel Nichtraucher weniger zahlen. Übergewichtige haben dagegen schlechtere Karten.

Zusätzlich sparen können Sie bei der Laufzeit der Versicherung. Wenn es Ihnen nur darum geht, solange das Risiko abzusichern, bis die Kinder aus dem Haus sind, wählen Sie entsprechend kürzere Laufzeiten und zahlen so weniger in den Vertrag ein.

 

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