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Rürup Rente - Infoblatt

Was ist wichtig bei einer Rürup Rente?

Während mit der Riester Rente die Altersvorsorge von Angestellten unterstützt wurde, gingen die Selbständigen dabei leer aus. Die Rürup Rente wurde daher speziell für Freiberufler und Selbständige entwickelt. Sie bietet zahlreiche Vorteile, dennoch ist es ratsam, sich mit den wichtigsten Eckdaten vertraut zu machen und die Angebote zu vergleichen.

Die Rürup Rente, die auch Basis Rente genannt wird, ist im Grunde eine Leibrente, mit dem Unterschied, dass es vom Staat in besonderer Form Steuervorteile gibt, die die Attraktivität dieser Form der Altersvorsorge erhöhen. Sie ist - anders als die gesetzliche Rentenversicherung - nicht umlagefinanziert, sondern folgt dem Prinzip der Kapitaldeckung.

 

Produkte der Rürup Rente

Der Gesetzgeber hat klare und strenge Vorgaben gemacht, sodass nicht jedes Versicherungsprodukt als Rürup Rente genutzt werden kann. Es gibt drei Möglichkeiten, wie die Basis Rente zur Anwendung kommen kann:

 

1. Als konventionelle Rentenversicherung

2. Als fondsgebundene Rentenversicherung

3. Als Fondssparplan

 

Zu den Produkten 2 und 3 müssen Sie wissen, dass es keinerlei Zinsgarantien gibt, Sie tragen also in jedem Fall das Anlagerisiko, wenn Sie einen fondsgebundene Rentenversicherung abschließen oder sich für einen Fondssparplan entscheiden. Allerdings gibt es Anbieter, die eine Mindestrente anbieten, unter deren Niveau Sie nicht fallen können. Diese ist in der Regel so hoch wie die Beiträge, die Sie zuvor eingezahlt haben. Schon wegen dieser Unterschiede ist es sinnvoll, die Produkte miteinander zu vergleichen. Wenn Sie eher sicherheitsorientiert sind, kommen Fondsprodukte für Sie wahrscheinlich nicht in Betracht.

 

Private Rentenversicherung und Rürup Rente: Ein Vergleich

Auf den ersten Blick scheint es keinen Unterschied zu machen, ob Sie eine staatlich geförderte Rürup Rentenversicherung abschließen oder dies auf privater Basis tun. Tatsächlich werden beide Produkte aber unterschiedlich betrachtet, zumindest was die steuerliche Seite angeht. Die Beiträge der Basis Rente können Sie in der Ansparphase steuerlich geltend machen, das kann für Sie durchaus Vorteile haben. Eine private Rentenversicherung wird während dieser Ansparphase steuerlich nicht begünstigt. Zu berücksichtigen ist jedoch die Phase der Auszahlungen. Hier wird die Rürup Rente voll besteuert, während bei der privaten Rentenversicherung lediglich der Ertragsanteil zu versteuern ist. Zudem gibt es Vorgaben bei der Basis Rente, die zu gewissen Einschränkungen führen:

 

Sie erklären sich mit dem sogenannten Verwertungsverzicht einverstanden. Hinter diesem Begriff verbirgt sich die Tatsache, dass Ihr Rürup Vertrag nicht kündbar ist. Des Weiteren ist er nicht übertragbar, verpfändbar oder beleihbar. Diese Bestimmungen haben Sie in der klassischen Rentenversicherung nicht.

Da die Versicherung nicht kündbar ist, kommt es zu keiner Erstattung eingezahlter Beiträge. Lediglich ein Ruhenlassen des Vertrages ist möglich.

Der Riester Vertrag bleibt zwar auch bei Insolvenz des Betriebes bestehen. Dennoch kann er das unternehmerische Risiko nicht abfedern, wenn es dem Betrieb schlecht geht, weil keine Mittel vor der Auszahlungsphase entnommen werden können. In anderen Anlageformen sind Entnahmen unter bestimmten Voraussetzungen möglich.

Der früheste Rentenbeginn ist mit dem Erreichen des 62. Lebensjahres gegeben (bis zum 21.12. 2011 war es noch das 60. Lebensjahr). Eine Kapitalauszahlung statt einer laufenden Rente ist nicht möglich.

 

Einige Anbieter ermöglichen inzwischen Teilauszahlungen. Ein Vergleich dieser Anbieter sollte also bei der Suche nach dem passenden Vertrag mit einbezogen werden.

 

Vorteile der Rürup Rente

 

Obwohl die Rettung des eigenen Unternehmens mit Kapital aus der Rürup Rente grundsätzlich nicht vorgesehen ist, ergeben sich aus der Tatsache, dass der Vertrag nicht angetastet werden darf, auch Vorteile. Ein Rürup Vertrag kann nämlich auch von anderen Stellen nicht berührt werden. Das ist beispielsweise bei Arbeitslosigkeit der Fall. Während im Falle von Arbeitslosigkeit andere Verträge für die Altersvorsorge zumeist genutzt werden müssen, um den Lebensunterhalt zu bestreiten, gilt das für die Rürup Verträge nicht. Die Rente bleibt selbst dann bestehen, wenn Sie zum Hartz-IV-Empfänger werden würden. Weitere Vorteile sind folgende:

 

  1. Die Einzahlungen sind flexibel gestaltbar. Sie können monatliche Beiträge einzahlen, aber auch die jährliche Zahlweise wählen. Bei variierenden Einkommen, die bei Selbständigen und Freiberuflern oft vorkommen, bietet diese Flexibilität Vorteile.
  2. Die Rentenzahlungen aus einem Rürup Vertrag sind garantiert lebenslang. Sie müssen also nicht befürchten, dass sie einen Zeitraum Ihres Lebensabends ohne die Zahlungen aus Ihrem Rürup Vertrag bewältigen müssen.
  3. Mit einem Rürup Vertrag können wertvolle Zusatzversicherungen abgeschlossen werden. So ist es möglich, eine Berufsunfähigkeitsversicherung in den Vertrag zu integrieren oder für den Schutz von Hinterbliebenen zu sorgen.

 

Zur Berufsunfähigkeitsversicherung ist anzumerken, dass eine Integration in den Rürup Vertrag nicht zwingend die richtige Lösung sein muss. Die gegebenenfalls ausgezahlten Leistungen müssen nach dem individuellen Steuersatz versteuert werden. Bei herkömmlichen Berufsunfähigkeitsversicherungen ist der Steuersatz oft geringer.

 

Änderungen im Jahr 2013

Die steuerliche Absetzbarkeit von Rürup Verträgen ist genau geregelt. So gilt im Jahr 2012, dass jährlich 14.800 Euro im Rahmen des Sonderausgabenabzugs geltend gemacht werden können. Das entspricht 74 Prozent von 20.000 Euro (40.000 Euro bei Verheirateten), also dem vollen Betrag, der frühestens im Jahr 2025 abgesetzt werden kann. Bis dahin sind 2-Prozent-Schritte vorgesehen, im Jahr 2013 also 76 Prozent, was einem Betrag von 15.200 Euro (Verheiratete: 30.400 Euro) entspricht, in den Folgejahren entsprechend mehr.

 

Rürup Verträge und die Zertifizierung

Riester Verträge wurden schon immer innerhalb eines zentralen Verfahrens zertifiziert. Das war bei Rürup Verträgen nicht der Fall. Inzwischen ist die Zertifizierung aber auch bei Rürup angekommen. Seit 2010 ist für sämtliche Rürup Verträge eine Prüfung vorgesehen, um sicherzustellen, dass die Einhaltung der steuerlichen Vorschriften wirklich gegeben ist. Im Klartext bedeutet das, dass nur noch Verträge als Sonderausgaben berücksichtigt werden, die über ein Zertifikat verfügen.

Das hat Vorteile. So kann die Versicherungsgesellschaft die notwendigen Daten direkt an die Finanzbehörde übermitteln. Für Sie als Steuerpflichtigen fällt das Anheften der Vertragsbelege bei der Steuererklärung weg. Für den Anbieter des Vertrages ergibt sich aus der Zertifizierung der Vorteil, dass er dem Vertragspartner - also Ihnen - nicht mehr die Bescheinigung über die gezahlten Beiträge zusenden muss, daher profitieren beide Seiten.

 

Fazit

Als Fazit lässt sich festhalten, dass der Gesetzgeber es sicher gut gemeint hat, als er die Rürup Rente neben der Riester Rente in das System der Altersvorsorge integriert hat. Man sieht jedoch auch schnell, dass es genauen Überlegungen bedarf, bevor man sich für einen Rürup Vertrag entscheidet. Den steuerlichen Vorteilen stehen Nachteile gegenüber, so zum Beispiel die Tatsache, dass der Vertrag nicht kündbar ist und nicht übertragen werden kann. Andererseits ist es beinahe ein Novum, dass eine Altersvorsorge auch dann geschützt ist, wenn Firmeninsolvenz droht oder der Vertragsnehmer von Arbeitslosigkeit betroffen ist. Hier punktet die Rürup Rente eindeutig.

Die Wahrheit liegt - wie so oft - wohl in der Mitte. Es ist also zu empfehlen, die steuerlichen Vorteile und die Sicherheit der Rürup Rente in Anspruch zu nehmen. Zusätzlich ist der Abschluss eines anderen Vertrages, die nichts mit Rürup zu tun hat, sicher anzuraten. Wie in anderen Lebensbereichen auch ist eine bestimmte Lösung nicht die einzige Lösung, eine Form der Vorsorge muss einer anderen nicht widersprechen. Zudem ist der Vergleich der Angebote unbedingt sinnvoll, denn die Unterschiede liegen nicht nur in den Rentenzahlungen, sondern auch bei Zusatzleistungen oder Gebühren, die für bestimmte Leistungen oder Übertragungen anfallen.

 

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