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KFZ-Versicherung - Infoblatt

Was ist bei einer KFZ-Versicherung zu beachten?

sparen.de gibt einen Überblick über KFZ-Versicherungen und erklärt Merkmale einer KFZ-Haftpflichtversicherung sowie einer Teilkaskoversicherung und einer Vollkaskoversicherung. Es werden Unterschiede zwischen den Versicherungsarten aufgezeigt sowie Tipps gegeben, die bei KFZ-Versicherungen beachtet werden sollten.

 

Wofür benötigt man eine KFZ-Haftpflichtversicherung?

Durch die KFZ-Haftpflichtversicherung werden Schadenersatzansprüche von Dritten geregelt, die durch die Nutzung eines Fahrzeuges, zum Beispiel im Fall eines Unfalls, hervorgerufen werden. Die KFZ-Haftpflichtversicherung deckt nicht die Schäden des Versicherungsnehmers. Die KFZ-Haftpflichtversicherung ist als Pflichtversicherung in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben und muss somit bei jeder Anmeldung oder Ummeldung eines zulassungspflichtigen Fahrzeuges mit abgeschlossen werden. (siehe Pflichtversicherungsgesetzt)

 

Welche Schäden sind über eine KFZ-Haftpflichtversicherung abgesichert?

Durch eine KFZ-Haftpflichtversicherung sind Sachschäden, Personenschäden sowie Vermögensschäden abgedeckt.

Sachschäden umfassen:

 

  1. Reparaturkosten
  2. Bergungskosten sowie Abschleppkosten
  3. Wertminderungen eines KFZ. Die Wertminderung wird durch einen Gutachter beziffert. Wertminderungen werden nur für Fahrzeuge versichert, die weniger als fünf Jahre alt sind und höchstens 100.000 Kilometer gelaufen sind.
  4. Kosten für ein Ersatzfahrzeug oder einen Nutzungsausfall bei Verzicht auf ein Ersatzfahrzeug
  5. Anwaltskosten sowie Kosten für einen Sachverständigen zur Schadensbegutachtung

 

Bei Sachschäden liegt die gesetzlich festgelegte Deckungssumme bei 1 Mio. Euro.

 

Personenschäden, die in direktem Zusammenhang mit einem Unfall stehen oder Personenschäden, die nicht durch die Krankenkasse abgesichert sind. Anzumerken ist, dass durch die Versicherung sowohl körperliche als auch psychische Leiden gedeckt werden.

 

Personenschäden, die von einer KFZ-Haftpflicht übernommen werden sind:

  1. Heilungskosten für Krankenhausaufenthalte, Arztbesuche, Medikamente
  2. Ersatz von Folgekosten aus einem Personenschaden, wie Kosten für Pflegepersonal, Kosten für orthopädische Utensilien, usw.
  3. Schmerzensgeld
  4. Verdienstausfall oder entgangener Gewinn
  5. Invaliditätsrente bei langfristigen Personenschäden
  6. Beerdigungskosten im Todesfall

 

Da Personenschäden schnell sehr teuer werden können, z.B. aufgrund der Schwere und/oder Langfristigkeit des Schadens ist für Personenschäden bei der KFZ-Haftpflichtversicherung eine gesetzliche Deckungssumme von 7,5 Mio. Euro vorgeschrieben.

 

Vermögensschäden, die nicht in einem direkten Zusammenhang mit dem Unfall stehen sondern durch ein Fehlverhalten des Versicherungsnehmers einen „geldwerten Nachteil“ für den Geschädigten entstehen lassen. Geldwerter Nachteil können z.B. Mehraufwendungen für Reisekosten sein, die unvermeidbar und durch das Fehlverhalten des Versicherungsnehmers verursacht worden sind.

 

Für Vermögensschäden ist eine gesetzliche Deckungssumme von 50.000 Euro vorgeschrieben.

 

Zu beachten ist, dass der teilnehmende Fahrzeugführer nicht mitversichert ist.

Achten Sie bei einem Versicherungsabschluss auch darauf, ob die KFZ-Haftpflichtversicherung im Ausland Gültigkeit hat. Bei vielen Verträgen muss der Wunsch nach einer Auslandsversicherung ausdrücklich angekreuzt werden.

Die Deckungssumme ist der höchstmögliche Betrag, der durch die KFZ-Haftpflicht übernommen wird. Die Deckungssumme beinhaltet als Fundament die gesetzlich vorgeschriebenen Mindestbeträge. Aufgrund jedoch der Gefahr das Kosten aus den Schadenarten schnell die gesetzlichen Mindestbeträge übersteigen können, sollten Sie bei Abschluss einer KFZ-Haftpflichtversicherung auf eine ausreichende Höhe der Deckungssumme achten. Viele Versicherer bieten eine pauschale Deckungssumme, die Schäden aus allen drei Schadenarten abdeckt. Meist werden Verträge mit einer Deckungssumme zwischen 50 Mio Euro und 100 Mio Euro angeboten.  Da die Prämienhöhe bei einer Deckungssumme von 100 Mio Euro im Vergleich zu einer Prämienhöhe von 50 Mio. Euro relativ gering ist, bietet es sich an, einen Vertrag mit einer höheren Deckungssumme abzuschließen.

Auch bei grob fahrlässigem Verhalten des Versicherungsnehmers ist der Versicherungsgeber gesetzlich zur Zahlung innerhalb der Deckungssumme verpflichtet. Sollte ein Schaden jedoch unter Alkoholeinfluss, durch Fahrerflucht oder unerlaubter Benutzung des KFZ verursacht worden sein, kann der Versicherungsgeber den Versicherungsnehmer in Regress nehmen. Handelt der Versicherungsnehmer unter Vorsatz, ist das Versicherungsunternehmen von Leistungen befreit.

Bei Anmietung eines Mietwagens im Ausland ist unbedingt auf die Höhe der Deckungssumme der Versicherung zu achten. Um bei Anmietung eines Mietwagen in Ausland ausreichend versichert zu sein, bieten Versicherungsunternehmen eine ergänzende Versicherung an. Diese Versicherungsoption wird als Mallorca Police bezeichnet.   

 

Wie werden Beiträge zur KFZ-Haftpflichtversicherung berechnet?

Die Berechnung der Versicherungsbeträge ist von Versicherungsunternehmen in hohem Maße individuell gestaltbar, sodass es bei einem Vergleich von KFZ-Haftpflichtversicherungen zu prägnanten Preisunterschieden kommen kann. Zu beachten bei einem Vergleich ist jedoch das Verhältnis von Beitrags-, bzw. Prämienhöhe und der in dem Versicherungsvertrag enthaltenen Leistungen.  Die Prämie der KFZ-Versicherung wird wie folgt errechnet:

  1. Als Fundament der Präminenberechnung dient der sog. „Versicherungsgrundbetrag“, der einer 100%gen Versicherungsprämie entspricht.

Auf Grundlage des Versicherungsgrundbetrages wird von den Versicherungsunternehmen ein Bonus-/Malus-System angewendet, durch das die persönliche Situation des Fahrzeughalters sowie der Typklasse und Regionsklasse des Fahrzeuges berücksichtigt wird.

  1. Auf den Grundbetrag werden, der Situation des Fahrzeughalters entsprechend, sog. Schadenfreiheitsrabatte berücksichtigt. Je nach Ausgestaltung der Kriterien zu den Schadenfreiheitsrabatten, kann die Versicherungsprämie zwischen 25% und 260% zum Versicherungsgrundbetrag schwanken. Die Einstufung in eine Schadensfreiheitsklasse wird von den Versicherungsunternehmen meist zu Jahresbeginn neu berechnet. So verringert sich der Prozentsatz für die Schadenfreiheitsklasse mit jedem Jahr, welches unfallfrei gefahren wurde. Kommt es zu einem Schaden wird die Prämie, entsprechend der Schadenschwere, erhöht.

 

Kriterien für die Einstufung der Versicherungsprämie sind:

  1. Dauer, die ein Versicherungsnehmer unfallfrei gefahren ist. Je länger unfallfrei gefahren wurde, desto geringer ist die Versicherungsprämie.
  2. Die Typklasse sowie die Regionsklasse des versicherten KFZ. Die Typklasse beschreibt die aus der Historie statistisch gemessene Unfallwahrscheinlichkeit eines bestimmten Fahrzeugtyps. Die Regionsklasse dient als Indikator für die Schadenwahrscheinlichkeit der Region, in der das Fahrzeug hauptsächlich genutzt wird.

 

  1. Weitere Merkmale zur Risikoeinschätzung des Fahrers und des Umfeldes
 
  1. Alter des Fahrzeughalters und weiterer mitversicherter Fahrer
  2. Begrenzung der Anzahl fahrberechtigter Fahrer
  3. Dauer des Besitzes des Führerscheins
  4. Eintragungen in das Verkehrszentralregister (Punktestand in Flensburg)
  5. Alter des KFZ bei Anmeldung durch den Versicherungsnehmers
  6. Zeitwert oder Neuwert des Fahrzeuges
  7. Beruf des Versicherungsnehmers
  8. Art des Abstellplatzes des Fahrzeuges
  9. Durchschnittliche jährliche Laufleistung des KFZ
  10. Weitere individuelle Merkmale

Änderungen der für Ihre Versicherung anhaftenden Kriterien sollten Sie dem Versicherungsunternehmen zeitnah mitteilen, um ggf. Nachzahlungen der Versicherungsbeiträge zu vermeiden. Auch bei Zuwiderhandlung ist der Versicherungsgeber zur Leistung verpflichtet, kann jedoch die Zahlung einer Vertragsstrafe aufgrund des Verstoßes verlangen. 

 

 

Wann kann die KFZ-Haftpflichtversicherung gewechselt werden?

In der Regel haben Verträge zur KFZ-Versicherung eine Laufzeit von einem Jahr. Da der Vertragsbeginn meistens auf den Beginn eines Jahres festgelegt ist und die Kündigungsfrist der Versicherungsverträge ein Monat zum Laufzeitende beträgt, kann ein Wechsel der KFZ-Haftpflichtversicherung in einen günstigeren Tarif bis Ende November eines jeden Jahres erfolgen.

 

Gründe für einen Vertragswechsel können sein:

  1. die vertragsmäßige Kündigung durch den Versicherungsnehmer
  2. die Stilllegung des Fahrzeuges
  3. der Verkauf der Fahrzeuges
  4. ein Totalschaden des KFZ
  5. die außerordentliche Kündigung des Versicherungsnehmers aufgrund einer Beitragserhöhung. Dies gilt nicht, im Fall einer Beitragserhöhung durch gesetzliche Änderungen.

Nach Beendigung des Versicherungsverhältnisses sind Versicherer für einen weiteren Monat verpflichtet, im Rahmen der gesetzlich festgeschriebenen Deckungssummen, zu haften. (Nachhaftung bei der KFZ-Haftpflichtversicherung)

 

Welche KFZ-Versicherung übernimmt die Haftung für Schäden an dem eigenen Fahrzeug?

Ergänzend zu der gesetzlich verpflichtenden KFZ-Haftpflichtversicherung, die für Schadensansprüche Dritter aufkommt, werden von Versicherern optionale Teilkaskoversicherungen sowie Vollkaskoversicherungen angeboten, durch die Schäden an dem Fahrzeug des Versicherungsnehmers abgedeckt werden. 

Die Teilkaskoversicherung deckt die am meisten auftretenden Kleinschäden am Fahrzeug des Halters ab. Eine Teilkaskoversicherung sollte vor allem bei neuen, hochwertigen Fahrzeugen ergänzend zu der KFZ-Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden.

 

Folgende Ereignisse fallen unter den Schutz einer Teilkaskoversicherung:

  1. Diebstahl des KFZ sowie Diebstahl/Raub von Teilen aus dem Fahrzeug
  2. Brand sowie Explosion des Fahrzeuges
  3. Schäden durch Naturgewalten (Hagel, Blitzschlag, Sturm, Überschwemmung)
  4. Schäden aufgrund von Wildwechsel. Achten Sie darauf, dass im Leistungskatalog des Versicherers hier keine Einschränkung gemacht wird, sondern jegliche Art an Tieren mit abgedeckt sind.
  5. Zerstörungen durch Schmorschäden an der Verkabelung
  6. Schäden aufgrund von Glasbrüchen
  7. Schäden durch Maderbiss

Die Höhe des Beitrags zur Teilkaskoversicherung orientiert sich, wie bei der Haftpflichtversicherung, ebenfalls an der Typklasse sowie der Regionsklasse des zu versichernden Fahrzeugs. Bei der Prämienberechnung der Teilkaskoversicherung werden keine Schadenfreiheitsrabatte einbezogen. Jedoch werden weitere Kriterien, wie Alter des Halters, Alter des Fahrzeugs, durchschnittliche jährliche Kilometerlaufleistung, usw. berücksichtigt. Ergänzend  kann durch Wahl der Höhe einer Selbstbeteiligung durch den Versicherungsnehmer Einfluss auf die Prämienhöhe genommen werden. Im Schadenfall haftet der Versicherungsnehmer dann bis zur Höhe der gewählten Selbstbeteiligung selbst.

 

Die Vollkaskoversicherung, als erweiterter Versicherungsschutz zu der Teilkaskoversicherung, reguliert ebenfalls Schäden an dem Fahrzeug des Halters. Die Vollkaskoversicherung kann unabhängig von der Teilkaskoversicherung abgeschlossen werden, beinhaltet in der Regel jedoch die Leistungen der Teilkaskoversicherung.  

 

Folgende Ereignisse fallen unter den Schutz einer Vollkaskoversicherung:

  1. Unfallschäden an dem KFZ des Halters. Auch Schäden die durch den Halter verursacht worden sind.
  2. Vandalismus

Die Höhe des Beitrags zur Vollkaskoversicherung orientiert sich, wie die Haftpflichtversicherung, vor allem an dem individuellen Schadenfreiheitsrabatt, der Typenklasse, der Regionsklasse sowie der gewählten Selbstbeteiligung. Anzumerken ist, dass aufgrund der Schadenfreiheitsklassen bei der Vollkaskoversicherung, die es bei der Teilkaskoversicherung nicht gibt, es dazu kommen kann, dass die Prämie für eine Vollkaskoversicherung günstiger ist als die Prämie für eine Teilkaskoversicherung.

Die Versicherung ist nicht zur Zahlung verpflichtet, bei z.B.: Vorsatz, Schäden aus unzureichender Bereifung, Naturkatastrophen. Bei grob fahrlässigem Verhalten und durch Alkohol verursachten Schäden  kann die Leistung des Versicherungsgebers nach Schwere des Verschuldens des Versicherungsnehmers reduziert werden. 

Zu beachten ist, dass im Schadenfall durch den Versicherer die Vertragsbedingungen angepasst werden und es somit aufgrund des Unfalls zu einer höheren Prämie kommen kann. Aus diesem Grund sollte man überprüfen, ob es günstiger ist den Schaden durch die Versicherung regulieren zu lassen oder für die Kosten des Schadens selbst aufzukommen. Dies ist dann sinnvoll, wenn die Mehraufwendungen für die Versicherungsprämie höher sind als die Kosten für die Schadenregulierung.

 

 

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