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Zu viel des Guten ebenso schlecht wie zu wenig... (2)

Zu viel des Guten ebenso schlecht wie zu wenig... (2)

Nicht alles, was versichert werden kann, muss versichert werden

Viel Geld geben die Deutschen für Versicherungen aus. Dabei ist gar nicht sicher, dass alle abgeschlossenen Policen auch wirklich notwendig sind - zum Beispiel, weil Überflüssiges versichert ist, so die Verbraucherberatungsstellen. Andererseits sind viele Haushalte für den Fall der Fälle nicht ausreichend geschützt. Im zweiten Teil unserer zweiteiligen Serie geht es um Versicherungen, die von denjenigen abgeschlossen werden „können“, die sich‘s leisten wollen – oder die „kaum gebraucht“ werden beziehungsweise „zu teuer“ oder schlicht überflüssig sind.

 

Wolfgang Büser, Wirtschaftsjournalist. sparen.de-Experte für alle Rechtsfragen.

Nach ca. dreißig Jahren im öffentlichen Dienst ist Wolfgang Büser, im Übrigen auch als Lehrer in der Erwachsenenbildung, als Wirtschaftsjournalist für Tageszeitungen, Wochenzeitungen sowie Monatszeitungen tätig. Herr Büser steht Verbrauchern regelmäßig im ARD-Morgenmaga­zin, in der ZDF-Dreh­scheibe, zwei Landesfernseh- sowie verschiedenen Rundfunkanstalten mit Rat und Tat zur Seite.

Überdies war Herr Büser für die Fernsehsendungen ZDF-„Streit um drei“, ZDF-„Kerner“ und das SAT.1-Frühstücks­fern­se­hen als Rechtsexperte tätig.

 

* Eine stationäre Zusatzversicherung steht gesetzlich Krankenversicherten offen, die im Krankenhaus Chefarztbehandlung oder ein „ruhiges Zimmer“ haben möchten.

* Eine Kapital-Lebensversicherung schließen diejenigen ab, die bequem (wenn auch derzeit nicht unbedingt mit einer auskömmlichen Rendite) ihren vorzeitigen oder planmäßigen Ausstieg aus dem Erwerbsleben finanziell absichern wollen. Vor allem in Kombination mit einer „Direktver­si­cherung“ über den Arbeitgeber eine Möglichkeit der zusätzlichen Alterssicherung.

* Eine Rechtsschutzversicherung lässt die Versicherten juristischen Streitigkeiten „gelassener“ entgegensehen.

* Auf eine Kfz-Vollkaskoversicherung legt wert, wer sein (selbstverschuldetes) Unfallrisiko hoch einschätzt. Sie schließt die Kfz-Teilkaskoversicherung generell ein und leistet natürlich auch, wenn das eigene Fahrzeug gestohlen wird.

* Eine spezielle Fahrradversicherung kann sinnvoll sein, wenn eine „High-Tech“-Ausführung gefahren wird.

* Eine Reiserücktrittskostenversicherung ist insbesondere hilfreich, wenn der Urlaub weit im Voraus gebucht wird, Kinder mit­fahren und er vielleicht auch noch teuer ist. Entsprechendes gilt für die Reiseabbruchkostenversicherung, die gegebenenfalls unmittelbar nach dem Einchecken einsetzt.

>> Diese Versicherungen werden kaum gebraucht:

* Eine Glasbruchversicherung - ein solcher Schaden wirft selten jemanden um – es sei denn, Wohnung oder Haus würden vor lauter großer Scheiben nur so strotzen.

* Eine Insassen-Unfallversicherung – weil inzwischen Beifahrer weitgehend anderweit geschützt sind: durch den eigenen Fahrer, falls er den Unfall verschuldet hat oder durch den „Gegner“ im umgekehrten Fall.

* Handyversicherung – Hohe Beiträge, weil offenbar viele ihr Gerät als „gestohlen“ melden, wenn sie ein neues Modell haben möchten. Schwieriger Nachweis, nicht „unaufmerksam“ gewesen zu sein.

* Eine Reisegepäckversicherung - weil ihre Bedingungen, überspitzt formuliert, mehr Ausschlüsse als Leistungsgründe vorsehen.

* Eine spezielle Urlaubs-Haftpflicht- und Unfallversicherung - weil solche Risiken in den Ferien nicht größer sind als in der übrigen Jahreszeit. Und außerdem die Versicherungssummen für den Ernstfall sehr niedrig sind. Wer meint, in diesen Bereichen Versicherungsbedarf zu haben, der sollte ihn komplett abschließen – nicht nur für die Dauer des Urlaubs.

* Ausbildungsversicherungen – weil es sich dabei um Kapital-Lebens­versicherungen handelt, die Eltern oder Großeltern zu Gunsten ihrer Kinder beziehungsweise Enkel abschließen. Da die Risikoanteile in solchen Versicherungen vom Alter der Versicherungsnehmer abhängen (und nicht von denen, die davon profitieren sollen, also den Kindern/Enkeln), machen sich insbesondere, wenn Großeltern einzahlen, die Kosten für den Risikoanteil negativ bemerkbar.

* Eine Krankenhaustagegeld-Versicherung – weil Arbeitnehmer sie in der Regel nicht gebrauchen. Sie bekommen mindestens sechs Wochen lang das Gehalt vom Arbeitgeber weitergezahlt. Anschließend ist die gesetzliche Krankenkasse am Zug – mit bis zu 90 Prozent vom vorherigen Nettoverdienst. Für Selbstständige allerdings oft empfehlenswert.

* Zusatzkrankenversicherungen (für Brillen, Heilmittel usw.) sind nicht unbedingt notwendig, weil die dafür im Falle eines Falles aufzuwendenden Beträge in der Regel aus der eigenen Tasche bezahlt werden können. Sinnvoll kann allerdings eine Zusatzversicherung für Zahnersatzleistungen sein.