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Zu viel des Guten ebenso schlecht wie zu wenig... (1)

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Frühjahrsputz für den Versicherungsschutz: Policen-Wald „lichten“

Viel Geld geben die Deutschen für Versicherungen aus. Dabei ist gar nicht sicher, dass alle abgeschlossenen Policen auch wirklich notwendig sind - zum Beispiel, weil Überflüssiges versichert ist, so die Verbraucherberatungsstellen. Andererseits sind viele Haushalte für den Fall der Fälle nicht ausreichend geschützt. Eine Auflistung, welche Versicherungen für wen wie sinnvoll sind und worauf verzichtet werden könnte. 

Wolfgang Büser, Wirtschaftsjournalist. sparen.de-Experte für alle Rechtsfragen.
 
Nach ca. dreißig Jahren im öffentlichen Dienst ist Wolfgang Büser, im Übrigen auch als Lehrer in der Erwachsenenbildung, als Wirtschaftsjournalist für Tageszeitungen, Wochenzeitungen sowie Monatszeitungen tätig. Herr Büser steht Verbrauchern regelmäßig im ARD-Morgenmaga­zin, in der ZDF-Dreh­scheibe, zwei Landesfernseh- sowie verschiedenen Rundfunkanstalten mit Rat und Tat zur Seite.
 
Überdies war Herr Büser für die Fernsehsendungen ZDF-„Streit um drei“, ZDF-„Kerner“ und das SAT.1-Frühstücks­fern­se­hen als Rechtsexperte tätig.

Gesetzliche Versicherungen

Bei einer Reihe von Versicherungen braucht gar nicht erst überlegt zu werden, ob sich ein Abschluss rentieren könnte oder nicht. Sie sind gesetzlich vorgeschrieben. Dabei handelt es sich zum Beispiel um die Kranken-, Pflege-, Renten-, Arbeitslosen- und Unfallversicherung - wenn Sie Arbeitnehmer sind. Auto-, Motorrad- und andere Kraftfahrer sind verpflichtet, eine Kfz-Haftpflicht­ver­sicherung abzuschließen. Dies mit Blick darauf, dass ein verschuldeter Unfall einen Geschädigten ins finanzielle Unglück stürzen könnte.

Private Versicherungen

>> Diese Versicherungen sollten oder könnten Sie haben (sie sind zumindest „überlegenswert“):

* Eine der wichtigsten Versicherungen, deren Abschluss der Gesetzgeber nicht vorgeschrieben hat, ist die Privat-Haft­pflicht­­ver­­­siche­rung. Sie schützt vor möglichen Millionenforderungen, wenn Sie einem Anderen einen Schaden zufügen, etwa als Fußgänger, als Radfahrer oder Inline-Skater. Eine Tierhalter-Haftpflichtversicherung für den Hund kann dieselbe Bedeutung haben wie die private Haftpflichtversicherung für Frau- oder Herr­chen. (Katzen sind in die Privat- Haftpflichtversicherung­ ihrer Besitzer eingeschlossen.)

* Eine Auslandsreise-Krankenversicherung ist beinahe ein „Muss“ - egal, ob eine gesetzliche oder eine private Krankenversicherung besteht. Für die „Gesetzlichen“ kann sie der einzige Schutz sein (etwa in Ländern, mit denen kein Sozialversicherungsabkommen besteht). Privat Krankenversicherten kann sie helfen, den „Schadenfreiheitsrabatt“ aus der Hauptversicherung zu bewahren.

* Auch die Bauherren-Haftpflichtversicherung ist für Häuslebauer fast Pflicht, falls während der Bauphase „Besucher“ zu Schaden kommen. Ebenso die Haus- und Grundbesitzer-Haftpflicht für Vermieter.

* Eine Wohngebäudeversicherung (gegebenenfalls kombiniert mit einer Elementarschadenversicherung) sollte für Hausbesitzer selbstverständlich sein, wenn sie nach einem Brand, Sturm oder einer Überschwemmung nicht auch finanziell „im Freien“ stehen wollen.

* Eine private Rentenversicherung – allein oder neben der gesetzlichen Rentenversicherung kann wichtig sein, wenn nicht wegen der steuerlichen Vorteile eine Riester- oder Rürup-Rente beziehungsweise ein Riester-Fonds- oder Banksparplan vorgezogen wird.

* Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung ergänzt die Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung. In den ersten fünf Jahren einer Berufstätigkeit kann sie ein Vollersatz sein.

* Eine private Krankenversicherung ist im Regelfall nur für Selbstständige und solche Arbeitnehmer bedeutsam, die nicht (mehr) versicherungspflichtig sind und auch nicht die freiwillige gesetzliche Krankenversicherung gewählt haben.

* Eine Pflege-Zusatzversicherung stockt die Leistungen der gesetzlichen wie privaten Lebensversicherung auf. Der Staat steuert gegebenenfalls 5 Euro pro Monatsbeitrag zu.

* Eine private Unfallversicherung schützt etwa Hausfrauen und Kinder für den Invaliditätsfall. Arbeitnehmer (die ja ohne eigene Beiträge gesetzlich unfallversichert sind) können durch eine solche Police auch Freizeit-Unfälle versichern.

* Eine Risiko-Lebensversicherung empfiehlt sich für Sie, wenn Sie eine Familie zu versorgen haben, die im Falle Ihres Todes preiswert finanziell abgesichert sein soll.

* Eine Kfz-Teilkaskoversicherung ist vor allem wichtig für den Fall, dass das Auto oder das Motorrad gestohlen wurde. Aber auch Schäden durch Unwetter wie Überschwemmungen und Hagel sind abgedeckt. In der Teilkasko gibt es keinen Schadenfreiheitsrabatt. (Kfz-Vollkaskoversicherung: siehe Teil 2.)

* Eine Hausratversicherung macht nur Sinn, wenn das Hab und Gut einen hohen Wert hat. Wer pauschal 650 bis 700 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche versichert, dem wird im Schadenfall von seiner Versicherung nicht entgegengehalten, er sei „unterversichert“ (was sonst eine geringere Zahlung im Leistungsfall zur Folge hätte). Ist der Wert des Hausstandes höher, so sollte er versichert sein, um auch im Fall eines Totalschadens „voll“ abgesichert zu sein. – Für den Fall von Überschwemmungen ist es sinnvoll, die Hausratversicherung mit einer Elementarschadenversicherung kombiniert zu haben. 

* Eine Gewässerschaden-Haftpflichtversicherung für den Öltank wird vor allem für Behälter unter der Erde abgeschlossen, weil hier besonders hohe Schäden eintreten können (Grundwasser!).

* Die Reise- und Warenlagerversicherung ist wichtig unter anderem für Schmuckhändler (für „Valoren“ wie Edelsteine, Uhren, Schmuck, aber auch Schecks, Bargeld, Wertpapiere, Gold und Silber).

Im zweiten Teil geht es um Versicherungen, die von denjenigen abgeschlossen werden „können“, die sich’s leisten wollen – oder die „kaum gebraucht“ werden beziehungsweise „zu teuer“ sind...