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Zu nah aufgefahren

Wann darf eine Abstandsunterschreitung im Straßenverkehr bestraft werden?

Fährt ein Autofahrer zu nah auf ein vorausfahrendes Fahrzeug auf, kann er dafür eine Strafe erhalten. Im Gesetz steht zwar keine genaue Angabe bezüglich des erforderlichen Sicherheitsabstands, sobald jedoch eine nicht nur vorübergehende Abstandsunterschreitung nachgewiesen werden kann, darf eine Bußgeldstrafe verhängt werden. Zur Dokumentation der Abstandsunterschreitung reicht dazu bereits eine Strecke von 150 Metern aus.

 

Unser Rechtsexperte

Wolfgang Büser, Wirtschaftsjournalist und sparen.de-Experte für alle Rechtsfragen.

Nach ca. dreißig Jahren im öffentlichen Dienst ist Wolfgang Büser, im Übrigen auch als Lehrer in der Erwachsenenbildung, als Wirtschaftsjournalist für Tageszeitungen, Wochenzeitungen sowie Monatszeitungen tätig. Herr Büser steht Verbrauchern regelmäßig im ARD-Morgenmaga­zin, in der ZDF-Dreh­scheibe, zwei Landesfernseh- sowie verschiedenen Rundfunkanstalten mit Rat und Tat zur Seite.

Überdies war Herr Büser für die Fernsehsendungen ZDF-„Streit um drei“, ZDF-„Kerner“ und das SAT.1-Frühstücks­fern­se­hen als Rechtsexperte tätig.

 

Ein Urteil zur Abstandsunterschreitung hat unser Experte Wolfgang Büser für Sie kommentiert:

150 Meter reichen aus, um "Abstandsunterschreitung" zu dokumentieren

Ein Autofahrer muss einen Bußgeldbescheid hinnehmen, wenn er auf einer Strecke von 150 Metern (hier bei einer Geschwindigkeit von 155 km/h) einen zu geringen Abstand zum vorausfahrenden Pkw hatte. Das Gesetz enthält weder Vorgaben zur Mindestlänge noch zur Abstandsunterschreitung. Deshalb kann der Verkehrssünder nicht ungeschoren davon kommen, weil es mindestens 250 bis 300 Meter hätten sein sollen, die ihm als zu nah Auffahrender hätten nachgewiesen werden müssen. 150 Meter sind keine "ganz vorübergehende" Abstandsunterschreitung, die nicht geahndet werden dürfte. (OLG Hamm, 1 RBs 122/12)

(Wolfgang Büser)