Twitter icon
Facebook icon
Google+ icon

Worauf sollten Azubis vor Ausbildungsbeginn achten?

Rechte und Pflichten neuer Azubis

Vor dem Ausbildungsbeginn sollten sich Azubis ihre Arbeitsverträge genau anschauen. Informationen über alle Rechte und Pflichten, die während der Ausbildung zu beachten sind, sollten eingeholt werden. Hierbei geht es aber nicht nur um die Klärung der Arbeitszeiten und der Ausbildungsvergütung, sondern auch um Dinge wie Versicherungen oder spezielle Nachweise die vorgewiesen werden müssen.

Über folgende Dinge sollte sich ein Azubi unbedingt vor Arbeitsbeginn informieren und ggf. auch kümmern:

  1. Ausbildungsvertrag
  2. Berufsschule
  3. Lohnsteuerersatzbescheinigung
  4. Sozialversicherung

Damit Sie während ihrer Ausbildung gut versichert sind, suchen Sie jetzt mit unserem Vergleichsrechner  zur Gesetzlichen Krankenversicherung den für Sie günstigsten Tarif.

Da nun auch die erste eigene Wohnung nicht mehr weit weg bzw. schon in Planung ist, finden Sie hier Vergleichsrechner, für das günstigste Girokonto,  den besten Kreditkarten- und Stromtarif, sowie für die preiswerteste Haftpflichtversicherung.

Unser Rechtsexperte

Wolfgang Büser, Wirtschaftsjournalist. sparen.de-Experte für alle Rechtsfragen.

Nach ca. dreißig Jahren im öffentlichen Dienst ist Wolfgang Büser, im Übrigen auch als Lehrer in der Erwachsenenbildung, als Wirtschaftsjournalist für Tageszeitungen, Wochenzeitungen sowie Monatszeitungen tätig. Herr Büser steht Verbrauchern regelmäßig im ARD-Morgenmaga­zin, in der ZDF-Dreh­scheibe, zwei Landesfernseh- sowie verschiedenen Rundfunkanstalten mit Rat und Tat zur Seite.

Überdies war Herr Büser für die Fernsehsendungen ZDF-„Streit um drei“, ZDF-„Kerner“ und das SAT.1-Frühstücks­fern­se­hen als Rechtsexperte tätig.

Herr Büser rät allen Azubildenen, die in Ihre Ausbildung starten:

 

Ist erst die Probezeit erfolgreich überstanden...

Künftige „Azubis“ wissen meist jetzt schon, wo sie im August/Sep­tember 2013 eine Ausbildung beginnen. Sie und ihre Arbeitgeber sollten wissen, mit welchen Rechten und Pflichten Ausbildungsverhältnisse ausgestattet sind.

Arbeitszeit – Jugendliche dürfen pro Tag nicht mehr als acht Stunden und pro Woche nicht mehr als 40 Stunden arbeiten. Wird im Betrieb 8,5 Stunden täglich gearbeitet, so gilt das auch für Jugendliche – wiederum bis höchstens „40 Stunden“ wöchentlich.

Der Ausbildungsvertrag informiert über die Dauer der Ausbildung, die Probezeit, den Urlaubsanspruch und die Höhe der Vergütung. Vereinbarungen, die gegen Gesetze verstoßen, sind ungültig (etwa eine Kürzung des Urlaubs auf die für Arbeitnehmer geltende Dauer).

Ausbildungsnachweis - Der Azubi ist verpflichtet, ein Berichtsheft zu führen, in dem seine ausgeübten Tätigkeiten dokumentiert werden. Das Heft ist Voraussetzung für die Zulassung zur Abschlussprüfung. In Streitfällen („Hat der Ausbilder den Auszubildenden entsprechend dem Ausbildungsplan eingesetzt?“) kann es als Beweismittel dienen. Das Berichtsheft darf während der Arbeitszeit geführt werden.

Die Ausbildungsvergütung kommt aufs Girokonto; die Zeit der „Lohntüten“ ist vorbei. Der Arbeitgeber benötigt den Namen des Geldinstituts, die Bankleitzahl und die Kontonummer.

Das sagt über den Ausbildungszweck: Der Ausbilder darf dem Azubi nur Aufgaben übertragen, die dem Ausbildungszweck dienen. Die Aufgaben müssen also geeignet sein, Fertigkeiten, Fähigkeiten und/oder Kenntnisse systematisch zu vermitteln, die sowohl dem Erwerb von Berufserfahrung als auch dem Bestehen der Abschlussprüfung dienen.

Für die Berufsschule müssen Azubis freigestellt werden. Schulpflichtige dürfen morgens nicht vor der Berufsschule beschäftigt werden, Jugendliche auch nicht danach – wenn die Schule fünf Unterrichtsstunden oder länger dauerte.

Eine Lohnsteuerersatzbescheinigung für 2013 braucht vom Finanzamt nicht ausgestellt zu werden (eine offizielle Lohnsteuerkarte gibt es ohnehin nicht mehr). Sind Azubis noch ledig, so zieht der Arbeitgeber Lohnsteuer nach der Steuerklasse I von der Ausbildungsvergütung ab, wenn sie mindestens 906 Euro pro Monat beträgt.  

Auch Pausen sind im Jugendarbeitsschutzgesetz geregelt: 30 Minuten, wenn bis zu sechs Stunden am Tag gearbeitet wird, 60 Minuten bei längeren Arbeitszeiten. Jede Pause beträgt mindestens 15 Minuten.

Die Probezeit beträgt mindestens einen, höchstens vier Monate. In dieser Zeit können sowohl der Ausbildungsbetrieb als auch der Azubi ohne Angabe von Gründen – schriftlich - kündigen. Danach kann dem Auszubildenden nur noch bei schweren Verstößen (Beispiel: Diebstahl im Betrieb) gekündigt werden. Er selbst hat ein Sonderkündigungsrecht, wenn er einen anderen Beruf erlernen will.

Den Sozialversicherungsausweis stellt die gesetzliche Rentenversicherung aus. Die vom Azubi gewählte Krankenkasse beantragt ihn.

Minderjährige Auszubildende haben ihrem Ausbilder vor Beginn der Ausbildung eine ärztliche Tauglichkeitsbescheinigung vorzulegen, dass sie für den gewählten Beruf gesundheitlich geeignet sind. Bereits ein Jahr nach Ausbildungsbeginn ist erneut eine ärztliche Bescheinigung erforderlich.

Überstunden dürfen vom Berufsnachwuchs nicht verlangt werden. Es ist aber nicht verboten, Mehrarbeit freiwillig zu leisten, solange die gesetzliche Höchstarbeitszeit dadurch nicht überschritten ist.

Urlaub - Der gesetzliche Mindesturlaub beträgt für bis zu 15jährige 30 Werktage, für 16jährige 27, für 17jährige 25 Werktage – je von Montag bis Samstag gerechnet. Erwachsene Azubis bekommen mindestens 24 Werktage Urlaub. Je nach Tarifvertrag kann es mehr Urlaub geben.

(Wolfgang Büser)