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Wie verhalte ich mich richtig, wenn mein Haus überflutet wird?

Versichern Sie sich in jedem Fall gegen Wasserschäden

Es gibt viele verschiedene Versicherungen zum Schutz ihres Hauses und ihres Hausrats. Welche Versicherung  jedoch wann Sinn macht, ist nicht immer eindeutig. Wir klären, wann eine Elementarschutzversicherung sinnvoll ist.

Prinzipiell sollten Leute die häufig von Hochwasser betroffen sind, zusätzlich zu einer Gebäudeversicherung oder Hausratsversicherung eine Elementarschutzversicherung abschließen. Diese schützt nicht nur vor den finanziellen Folgen unkalkulierbarer Wassermassen. Eine solche Versicherung ist zwar oft nicht ganz preiswert, jedoch rentiert sich diese Investition, da sich Reparaturkosten oder Aufräumarbeiten auf sehr hohe Summen belaufen können.  Man hat zwar eine gewisse Eigenbeteiligung für die Schadensbehebung zu leisten, aber diese ist so gering, dass ein Abschluss dieser Zusatzversicherung immer noch preiswerter ist, als den ganzen Schaden selbst zu finanzieren.

Der Versicherungsbetrag richtet sich nach dem Wert des Anwesens und dem Risiko von Überschwemmungen, dem das Haus ausgesetzt ist.

Gewisse Anwesen die sehr stark gefährdet sind, haben meist keinen Anspruch auf eine Elementarschutzversicherung, da die Kosten für die Versicherung selbst zu hoch wären.

Haben Sie bereits eine solche Versicherung abgeschlossen, sollten Sie auf folgendes achten. Melden Sie einen Schaden immer sofort ihrer Versicherung. Wichtig ist auch, dass Sie alles genau dokumentieren, beispielsweise mit Hilfe von Fotos. Außerdem sollten Sie nie ohne Absprache, mit ihrer Versicherung, mit den Reparatur- und Aufräumarbeiten beginnen. Andernfalls kann ihre Versicherung die Schadensersatzleistungen verweigern.

Wenn Sie selber nicht persönlich von Überschwemmungen betroffen sind, sich jedoch an öffentlichen Hilfsaktionen o.ä. beteiligen, um bei der allgemeinen Bekämpfung oder Beseitigung von Schäden zu helfen, sind Sie während der gesamten Zeit über die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert.

Falls Sie noch auf der Suche nach der richtigen Versicherung sind. Hilfe bieten unsere Vergleichsrechner zur Gebäudeversicherung, Unfallversicherung und Hausratversicherung.

Unser Rechtsexperte

Wolfgang Büser, Wirtschaftsjournalist. sparen.de-Experte für alle Rechtsfragen.

Nach ca. dreißig Jahren im öffentlichen Dienst ist Wolfgang Büser, im Übrigen auch als Lehrer in der Erwachsenenbildung, als Wirtschaftsjournalist für Tageszeitungen, Wochenzeitungen sowie Monatszeitungen tätig. Herr Büser steht Verbrauchern regelmäßig im ARD-Morgenmaga­zin, in der ZDF-Dreh­scheibe, zwei Landesfernseh- sowie verschiedenen Rundfunkanstalten mit Rat und Tat zur Seite.

Überdies war Herr Büser für die Fernsehsendungen ZDF-„Streit um drei“, ZDF-„Kerner“ und das SAT.1-Frühstücks­fern­se­hen als Rechtsexperte tätig.

 

Unser Rechtsexperte Wolfgang Büser sagt hierzu folgendes:

Wer Überschwemmungsopfern hilft, ist „staatlich“ unfallversichert

Elementarschadenversicherung für 99 Prozent der Hausbesitzer

Die riesigen Wasserfluten in Bayern, Sachsen und Thüringen zeigen es erneut: Elementarschadenversicherungen werden immer wichtiger.

Doch nur jedes dritte Hausgrundstück ist durch eine solche Police geschützt. Dabei können 99 Prozent der Hausbesitzer einen solchen Schutz haben – zum Beispiel vor den finanziellen Folgen unkalkulierbarer Wassermassen.

Eine Elementarschadenversicherung kann nur zusätzlich zu einer bestehenden Wohngebäudeversicherung abgeschlossen werden. Wer diesen Schutz auch für seinen Hausrat haben möchte, der kann auch hierfür Elementarschäden absichern, wenn er über eine Hausratpolice verfügt. Separat sind solche Versicherungen nicht zu bekommen. Manche Versicherer bieten Wohngebäudeversicherungen nur noch in Verbindung mit einem Elementarschadenschutz an (der neben Hochwasser auch Rückstau, Lawinen, Erdsenkungen, Erdrutsche, aber auch Erdbeben umfasst). Im Regelfall sind Selbstbeteiligungen vorgesehen.

Die Preise für Elementarschadensversicherungen richten sich nach dem Wert des versicherten Anwesens sowie nach der „Gefahrenklasse“. Es gilt die Regel: Je näher „am Wasser“ gewohnt oder gewirtschaftet wird, desto teurer ist der Schutz. Für einige Gebiete, die beinahe jedes Jahr Probleme haben, ist kein Versicherer bereit, solche Zusatzversicherungen anzubieten (Stichworte: Passau, Altstadt Köln).

Was den Versicherungswert von Gebäuden betrifft, so empfehlen die Versicherer, auf jeden Fall einen Unterversicherungsschutz zu vereinbaren. Einmal festgelegt, passe sich die einmal ermittelte Versicherungssumme automatisch der Kostenentwicklung an - wenn die Wohngebäudeversicherung als „dynamische Neuwertversicherung“ konzipiert sei. Die Versicherten müssten die Summe lediglich nachjustieren, wenn sie ihre Gebäude erweiterten oder umbauten.

Als Helfer in den Katastrophenregionen

Eine wichtige Information für alle, die in den Katastrophenregionen den Betroffenen helfen, die Schäden einzudämmen oder sie zu beseitigen: Sie stehen dabei unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung, da sie „im Interesse der Allgemeinheit“ tätig sind. Dazu zählen die Sanitäter ebenso wie Polizisten oder Ärzte, Ehrenamtliche im Hilfswesen, etwa der Freiwilligen Feuerwehr, aber auch alle „privat“ zu den Brennpunkten geeilten Personen, die – so steht es im Gesetz – „bei Unglücksfällen, gemeiner Gefahr oder Not Hilfe leisten oder einen anderen aus erheblicher Gefahr für seine Gesundheit retten“.

Was gilt für die betroffenen Hochwassergeschädigten und solche, „die es werden könnten“?

Informationen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV): Mieter und Hausbesitzer, die Opfer der Fluten wurden, wenden sich so schnell wie möglich an ihren Versicherer – und zwar bevor sie mit den Aufräumarbeiten beginnen. Die Schäden sollten gut dokumentiert werden, so dass der Versicherer den Umfang schnell und genau einschätzen könne. Wichtig: Auch Reparaturen sollten nur in Abstimmung mit dem Versicherer durchgeführt werden. Das gilt erst recht für Reparatur- und Aufräumarbeiten, die von Fachfirmen durchgeführt werden.

Und: Die Deutschen sollten sich in den kommenden Jahrzehnten auf immer häufiger und heftiger auftretende Wetterextreme einstellen. Leider unterschätzen immer noch viele Hausbesitzer und Mieter dieses Risiko. Eine Verdreifachung der Schäden sei erforderlich. Der GDV: Die größten Risiken liegen auch in Zukunft an den Ufern der großen Flüsse Deutschlands und in den Folgen von Starkregen. Nach einer Studie steige die Anzahl der Schäden durch Flussüberschwemmungen und Sturzfluten bis Ende des 21. Jahrhunderts auf mehr als das Doppelte der heutigen Schäden, auch eine Verdreifachung ist möglich.

(Wolfgang Büser)