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Wie sind Schulabsolventen am besten sozialversichert?

Was Schulabsolventen bei Sozialversicherungen beachten sollten?

Viele junge Menschen beginnen kurz nach ihrem Schulabschluss eine Ausbildung, einen Bundesfreiwilligendienst oder überbrücken ihre freie Zeit mit kleineren Jobs. Während dieser Zeit müssen alle Beschäftigten eine Sozialversicherung abschließen, vorausgesetzt ihr Arbeitsverhältnis besteht länger als 2 Monate und das Einkommen beträgt mehr als 450 Euro pro Monat. Hier stellt sich jedoch die Frage, wer für die Sozialversicherungsbeiträge aufkommt?

Dies variiert mit dem jeweiligen Arbeitsverhältnis. Bei einer Verpflichtung beim Bund hat man eine Mindestverpflichtungszeit von 6 Monaten einzuhalten, es besteht allerdings auch die Möglichkeit seinen Dienst auf bis zu 23 Monaten zu verlängern. Während dieser Zeit zahlt der Bund die Sozialversicherung, sowie die Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung. Des Weiteren kommt der Bund für Unterkunft, Verpflegung, sowie die ärztliche Versorgung auf.

Anders ist dies bei einem zu absolvierenden Bundesfreiwilligendienst. Hier zahlt der Arbeitgeber zwar auch die Sozialversicherungsbeiträge. Jedoch muss dieser nicht die Kosten für Unterkunft und Verpflegung übernehmen.

Bei Mini-Jobs ist man durch den Arbeitgeber unfallversichert. Geht das Arbeitsverhältnis jedoch länger als 2 Monate und übersteigt das monatliche Gehalt die Grenze von 450 Euro, so ist der Arbeitnehmer nicht mehr sozialabgabenfrei. Dies heißt der Arbeitgeber muss für die Sozialversicherung zahlen. Die gleiche Regel gilt im Übrigen auch für die Krankenversicherung, Pflegeversicherung und Arbeitslosenversicherung.

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Unser Rechtsexperte Wolfgang Büser,

Wirtschaftsjournalist. sparen.de-Experte für alle Rechtsfragen.

Nach ca. dreißig Jahren im öffentlichen Dienst ist Wolfgang Büser, im Übrigen auch als Lehrer in der Erwachsenenbildung, als Wirtschaftsjournalist für Tageszeitungen, Wochenzeitungen sowie Monatszeitungen tätig. Herr Büser steht Verbrauchern regelmäßig im ARD-Morgenmaga­zin, in der ZDF-Dreh­scheibe, zwei Landesfernseh- sowie verschiedenen Rundfunkanstalten mit Rat und Tat zur Seite.

Überdies war Herr Büser für die Fernsehsendungen ZDF-„Streit um drei“, ZDF-„Kerner“ und das SAT.1-Frühstücks­fern­se­hen als Rechtsexperte tätig.

Unser Rechtsexperte Wolfgang Büser rät Schulabsolventen Folgendes:

„Luft“ zwischen Schule und Ausbildung:

So werden Nachteile in der Sozialversicherung vermieden 

Junge Menschen, die nach ihrem Schulabschluss „etwas Zeit“ haben, liegen nicht immer auf der faulen Haut. Viele jobben oder füllen die Monate mit anderen sinnvollen Dingen, bis sie ihre Ausbildung beginnen – vorausgesetzt, sie haben eine Stelle in Aussicht. Die Frage ist: Wie sind diese Menschen, die in den „Berufsstartlöchern“ stecken, sozial abgesichert?

Nach wie vor gibt es die Möglichkeit für junge Leute, der Bundeswehr zu dienen - freiwillig. Dazu muss eine Mindestlaufzeit von sechs Monaten (Basisausbildung) durchlaufen werden. Maximal können die „freiwillig länger Dienenden“ das bis zu 23 Monate tun.

Ein „gutes Argument“ für den Bund: die gute Bezahlung. In den ersten 3 Monaten gibt es knapp 780 monatlich, in den Monaten 4 bis 6 sind es rund 800 Euro. Der Wehrsold steigt auf rund 1.150 Euro in den Monaten 19 bis 23. Ferner entstehen  der oder dem Freiwilligen keine Kosten für die Unterkunft, Verpflegung und die „truppen­ärztliche Versorgung“.

Ein weiterer Vorzug ist, dass die Beiträge einer bestehenden oder bei Beginn abzuschließenden Kranken- und Pflegeversicherung vom Bund getragen werden. Das gleiche gilt für die Arbeitslosen-  und Rentenversicherung. Wird keine Karriere bei Marine, Luftwaffe oder Heer angestrebt, dann werden die geleisteten Zeiten in der Rentenversicherung nachversichert; es entsteht also keine „Rentenlücke“.

Der Bundesfreiwilligendienst (BFD) bietet mit Blick auf die Sozialversicherung denselben Schutz wie die Bundeswehr. Alle Beiträge zahlen die Einsatzstellen. Dabei handelt es sich zum Beispiel um Einrichtungen für Behinderte, Kinder, Jugendliche oder Alte. Auch im Umwelt,- Natur- oder Katastrophenschutz gibt es Möglichkeiten.

Im Rahmen des „BFD“ muss verhandelt werden, ob gegebenenfalls Sachbezüge wie Unterkunft, Verpflegung oder Kleidung erstattet werden. Das Taschengeld, das in dieser Zeit maximal bezogen werden darf, ist mit 348 Euro nicht so üppig wie der Wehrsold.

Wer nicht so viel Zeit hat und einfach nur „jobben“ will, für den gelten im Allgemeinen die üblichen Minijob-Regeln. So ist jeder unfallversichert über den Arbeitgeber, der die Beiträge dafür in voller Höhe trägt. Ist von vornherein klar, dass der Job nicht länger als zwei Monate dauern soll, so ist er auch für den Arbeitgeber in den übrigen Zweigen sozialabgabenfrei. 

Gleiches gilt, wenn zum Beispiel pro Woche nur an zwei Tagen gearbeitet wird und dabei nicht mehr als 50 Arbeitstage herauskommen. Die 50 Tage-Grenze gilt pro Kalenderjahr. Doch auch für Beschäftigungen, die über zwei Monate (50 Arbeitstage) hinausgehen, brauchen nicht unbedingt Sozialbeiträge entrichtet zu werden, wenn der Job pro Monat nicht mehr als 450 Euro einbringt. Für die Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung gilt dies ohne eigenes Zutun des Jobbenden. Lediglich in der Rentenversicherung besteht seit Jahresbeginn 2013 in einem 450 Euro-Job Versicherungspflicht, wovon man sich aber befreien lassen kann.

(Wolfgang Büser und Maik Heitmann)