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Wertvolle Gegenstände angemessen Lagern, sonst kann Versicherungsschutz entfallen

Der Schutz von Hausrat- oder Kaskoversicherung kann entfallen, wenn Gegenstände fahrlässig aufbewahrt werden.

Eine Hausratversicherung dient dazu den Hausrat (Kleidung, Möbel, Geräte, etc.) einer Wohnung oder Hauses zu versichern. Wird der Hausrat durch verschiedene Ereignisse beschädigt oder gestohlen haftet die Hausratversicherung. Es sollte jedoch beachtet werden, dass der Versicherungsschutz entfallen kann, wenn ein Gegenstand nicht angemessen verstaut worden ist. Gleiches gilt auch für die Kaskoversicherung. Diese muss bspw. nicht für gestohlene Fahrzeuge haften, die fahrlässig abgestellt worden sind. 

Unser Rechtsexperte Wolfgang Büser,

Wirtschaftsjournalist. sparen.de-Experte für alle Rechtsfragen.

Nach ca. dreißig Jahren im öffentlichen Dienst ist Wolfgang Büser, im Übrigen auch als Lehrer in der Erwachsenenbildung, als Wirtschaftsjournalist für Tageszeitungen, Wochenzeitungen sowie Monatszeitungen tätig. Herr Büser steht Verbrauchern regelmäßig im ARD-Morgenmaga­zin, in der ZDF-Dreh­scheibe, zwei Landesfernseh- sowie verschiedenen Rundfunkanstalten mit Rat und Tat zur Seite.

Überdies war Herr Büser für die Fernsehsendungen ZDF-„Streit um drei“, ZDF-„Kerner“ und das SAT.1-Frühstücks­fern­se­hen als Rechtsexperte tätig.

 

Lesen Sie hier die zwei Urteile von unserem Experte Wolfgang Büser:

Hausratversicherung: Die wertvolle Taucherausrüstung gehört nicht in einen Bretterverschlag

Lagert eine Hausratversicherte ihre (hier 14.800 € wertvolle) Taucherausrüstung in ihrem Keller hinter einem leicht zu knackenden Holzlattenverschlag, so braucht der Versicherer ihr wegen des grob fahrlässig unvernünftigen Aufbewahrungsortes den Schaden nur zur Hälfte zu ersetzen, wenn das seetaugliche Utensil gestohlen wird. (Hier wirkte sich diese Kürzung aber nicht besonders stark auf die schließlich vom Gericht zugesprochene Leistung der Versicherung aus, weil diese in ihren Vertragsbedingungen die missverständliche Klausel stehen hatte, das "grobe Fahrlässigkeit" bis zu einem Betrag von 10.000 € keinen Leistungsausschluss zur Folge habe. Die Klausel lautete hier "Soweit bei einem Versicherungsfall der Schaden 10.000 € übersteigt..." und nicht "Für den Fall, dass...") (LG Berlin, 23 O 438/11)

 

Vollkaskoversicherung: Krad in offener Garage nicht abzuschließen, ist grob fahrlässig

Das Landgericht Hagen hat entschieden, dass die Kaskoversicherung eines Motorradfahrers nur dann für einen Diebstahl des Krads aufkommt, wenn es ausreichend gesichert ist. Steht die Maschine nicht abgeschlossen in einer Garage, die ohne Schlüssel zu öffnen ist, so führt dieses grob fahrlässige Verhalten des Besitzers dazu, dass er keinen Schadenersatz zugesprochen bekommt. Das gelte insbesondere dann, wenn nicht einmal das Lenkradschloss eingerastet war. (Hier kam hinzu, dass dem Mann vor Jahren bereits auf dieselbe Weise ein Krad abhandengekommen ist. Er hätte also gewarnt sein und andere Sicherungsmaßnahmen treffen müssen.) (LG Hagen, 7 S 104/08)

(Wolfgang Büser)