Twitter icon
Facebook icon
Google+ icon

Wenn ein Fahrrad auf ein Auto fällt…

Wer muss für den Schaden aufkommen, wenn ein Fahrrad schuldlos auf ein Auto fällt?

Besonders in Städten, in denen viele Radfahrer unterwegs sind, kann es passieren dass Autos durch Fahrräder beschädigt werden. Viele Fahrräder werden  auf  Gehwegen und direkt neben parkenden Autos abgestellt. Häufig genügt dann schon stärkerer Windstoß und ein Rad kippt auf ein parkendes Auto. Doch wer muss für einen solchen Schaden aufkommen? Dieser Frage musste auch das Amtsgericht München nachgehen, die einen ähnlichen Fall zu bearbeiten hatten.

Unser Rechtsexperte

Wolfgang Büser, Wirtschaftsjournalist. sparen.de-Experte für alle Rechtsfragen.

Nach ca. dreißig Jahren im öffentlichen Dienst ist Wolfgang Büser, im Übrigen auch als Lehrer in der Erwachsenenbildung, als Wirtschaftsjournalist für Tageszeitungen, Wochenzeitungen sowie Monatszeitungen tätig. Herr Büser steht Verbrauchern regelmäßig im ARD-Morgenmaga­zin, in der ZDF-Dreh­scheibe, zwei Landesfernseh- sowie verschiedenen Rundfunkanstalten mit Rat und Tat zur Seite.

Überdies war Herr Büser für die Fernsehsendungen ZDF-„Streit um drei“, ZDF-„Kerner“ und das SAT.1-Frühstücks­fern­se­hen als Rechtsexperte tätig

Im Folgenden hat unser Rechtsexperte Wolfgang Büser denFall des Amtsgerichts München kommentiert.

 

Verkehrsrecht: Korrekt abgestelltes Rad fällt "schuldlos" auf ein Auto

Hat ein Fahrradfahrer sein Rad vorschriftsmäßig auf einem Bürgersteig abgestellt, so muss er nicht für einen Schaden zahlen, der einer "Mini"-Fahrerin entstanden ist, die ihren Wagen später am Straßenrand abgestellt hat und auf den das Rad - aus ungeklärter Ursache - gefallen ist. Die Autofahrerin verlangte knapp 1.700 Euro für die Reparatur des Kotflügels, der Kratzer und Dellen davontrug - vergeblich. Denn das Parken eines Fahrrades auf dem Gehweg sei "als Gemeingebrauch grundsätzlich zulässig", so das Amtsgericht München. "Verschuldensunabhängige Schadenersatzansprüche existierten für abgestellte Fahrräder nicht". Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass das Rad aus der zunächst gesicherten Position von einem Dritten (zum Beispiel, um Platz für ein eigenes Rad zu schaffen) fortbewegt wurde und so "in die das Eigentum der Autobesitzerin gefährdende Position" gebracht wurde. (AmG München, 261 C 8956/13)

(Wolfgang Büser)