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Welche Ursachen können zu einer Mietminderung führen?

In diesen Fällen wurde die Miete gesenkt

Weist eine Mietwohnung erhebliche Mängel auf oder ist ein Mieter einer sonstigen Belästigung ausgesetzt, kann dies zu einer Minderung der Miete führen. Um wie viel Prozent die Miete gesenkt werden kann, ist allerdings nicht genau festgelegt. Verschiedene Beispiele, bei denen die Miete gesenkt wurde, hat unser Experte Wolfgang Büser zusammengefasst.

 

Unser Rechtsexperte

Wolfgang Büser, Wirtschaftsjournalist und sparen.de-Experte für alle Rechtsfragen.

Nach ca. dreißig Jahren im öffentlichen Dienst ist Wolfgang Büser, im Übrigen auch als Lehrer in der Erwachsenenbildung, als Wirtschaftsjournalist für Tageszeitungen, Wochenzeitungen sowie Monatszeitungen tätig. Herr Büser steht Verbrauchern regelmäßig im ARD-Morgenmaga­zin, in der ZDF-Dreh­scheibe, zwei Landesfernseh- sowie verschiedenen Rundfunkanstalten mit Rat und Tat zur Seite.

Überdies war Herr Büser für die Fernsehsendungen ZDF-„Streit um drei“, ZDF-„Kerner“ und das SAT.1-Frühstücks­fern­se­hen als Rechtsexperte tätig.

 

Lesen Sie hier Urteile, in denen Mieter eine Mietminderung durchsetzen konnten:

Stark rauchender "Untermieter" kostet den Vermieter Geld

Das Landgericht Berlin hat entschieden, dass ein Mieter die Miete mindern darf, wenn der Qualm eines rauchenden Nachbarn durch das geöffnete Fenster oder durch die geöffnete Balkontür ständig in die eigenen vier Wände zieht. Das Gericht hält eine Minderung in Höhe von zehn Prozent für angemessen und sprach dem Mieter außerdem zu, den dreifachen Mietminderungsbetrag bis auf Weiteres zurückbehalten zu dürfen. Hier stellte sich heraus, dass der „zugeräucherte“ Mieter im Sommer seine Wohnung nicht mehr lüften konnte, weil der unter ihm Wohnende in erheblichem Maße - mehrmals pro Stunde - auf seinem Balkon rauchte und der Qualm in die darüberliegende Wohnung zog. (LG Berlin,  67 S 307/12)

 

Bei Rissen in den Bodenfliesen können "20 Prozent" einbehalten werden

Beanstanden Wohnungsmieter, dass sich auf dem Boden der Räume Risse in den Fliesen gebildet haben, und geht der Vermieter darauf nicht ein, so kann die Miete um 20 Prozent gemindert werden. (In dem Fall ging es allerdings weniger um diese Tatsache als vielmehr darum, ob die Mieter eigentlich schon viel früher auf das Manko hätten aufmerksam machen müssen, da der Vermieter dann noch Gewährleistungsansprüche gegen den Fliesenleger hätte geltend machen können. Das Verfahren brachte das Ergebnis, dass dies tatsächlich "rechtzeitig" geschehen war, wenn zunächst auch nur mündlich - was den Vermieter aber zum Handeln hätte veranlassen können.) (BGH, VIII ZR 74/12)

 

Fliesen mit Asbest sind ein Mangel

Das Landgericht Berlin hat entschieden, dass ein Mieter es nicht hinzunehmen habe, wenn er feststellt, dass die - teilweise gerissenen - Fußbodenfliesen asbesthaltig sind. Er kann die Miete wegen dieses Mangels kürzen (hier um 10 %) und verlangen, dass der Vermieter die schadstoffhaltigen Fliesen austauscht. (LG Berlin 65 S 419/10)

(Wolfgang Büser)