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Welche Ansprüche haben Reisende deren Flug Verspätung hat?

Bei einer erheblichen Verspätung können Reisende eine Ausgleichszahlung einfordern.

Die Sommerferien stehen vor der Tür und viele Familien treten ihre Reise in den Urlaub an. Um zu ihren Zielorten zu gelangen nutzen viele Reisende das Flugzeug. Dabei kann es auch schon mal zu Verspätungen kommen. Verzögert sich ein Flug um mindestens drei Stunden, so haben Reisende einen Anspruch auf eine Ausgleichszahlung. Diese wird anhand der Entfernung zum Zielort ermittelt. Zwar könnte Reisenden unter Umständen auch eine Reisepreisminderung zustehen, diese kann allerdings mit der Ausgleichszahlung verrechnet werden. Dieses Urteil traf das Amtsgericht Rostock, als eine Klägerin neben der Ausgleichszahlung zusätzlich noch eine Reisepreisminderung vom Reiseveranstalter verlangte.

Rechtsexperte Wolfgang Büser

Wolfgang Büser, Wirtschaftsjournalist. sparen.de-Experte für alle Rechtsfragen.

Nach ca. dreißig Jahren im öffentlichen Dienst ist Wolfgang Büser, im Übrigen auch als Lehrer in der Erwachsenenbildung, als Wirtschaftsjournalist für Tageszeitungen, Wochenzeitungen sowie Monatszeitungen tätig. Herr Büser steht Verbrauchern regelmäßig im ARD-Morgenmaga­zin, in der ZDF-Dreh­scheibe, zwei Landesfernseh- sowie verschiedenen Rundfunkanstalten mit Rat und Tat zur Seite.

Überdies war Herr Büser für die Fernsehsendungen ZDF-„Streit um drei“, ZDF-„Kerner“ und das SAT.1-Frühstücks­fern­se­hen als Rechtsexperte tätig.

Das Urteil des Amtsgerichts Rostock hat unser Rechtsexperte Wolfgang Büser kommentiert:

Preisminderung darf mit Ausgleichszahlung verrechnet werden

Hat sich ein Flug um mindestens drei Stunden verspätet (hier um 25 Stunden), so kann den Passagieren eine Ausgleichszahlung in Höhe von 250 bis 600 Euro zustehen - je nach der Entfernung zum Zielort. Sollte gleichzeitig wegen der Verspätung eine Reisepreisminderung dem Grunde nach zustehen, so darf dieser Betrag mit der Ausgleichszahlung verrechnet werden. (Hier ging es um einen Rückflug von Dubai nach Düsseldorf, wofür das klagende Ehepaar 1.200 € als Ausgleichszahlung erhielt. Vom Reiseveranstalter verlangte es weitere 5 % Preisminderung für jede Stunde Verspätung ab der 5. Verspätungsstunden. Vergeblich.). (AmG Rostock, 47 C 256/12)

(Wolfgang Büser)