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Wann hat man Anspruch auf Leistungen von seiner Krankenversicherung?

Gewisse Krankheiten oder Einschränken berechtigen zu höheren Ansprüchen von der Krankenkasse

Um bestimmte Ansprüche einer Krankenversicherung wahrnehmen zu können, müssen Versicherte gewisse Anforderungen erfüllen. Diese werden ausführlich geprüft und bei nachgewiesener Richtigkeit aller Daten, haben Versicherte Anspruch auf die geforderten Leistungen. Viele Versicherte stellen einen Antrag auf besondere Leistungen, erfüllen dabei jedoch häufig nicht die Kriterien, die für diese gewissen Ansprüche erforderlich sind. Somit kann man als Versicherte nicht immer davon ausgehen, dass man ohne Probleme Zusatzleistungen bekommt.

In folgendem Fall hat der Versicherte jedoch Anspruch auf bestimmte Leistungen. Hier auf eine Hundebegleitung, aufgrund seines stark eingeschränkten Sehvermögens.

Als Grund für die Notwendigkeit des Blindenhundes reicht das Vorweisen eines ärztlichen Zeugnisses über das sehr stark eingeschränkte Sehvermögen. Dem Versicherten wird somit die Möglichkeit seiner Umweltkontrolle erweitert.

Achten Sie also darauf, wenn Sie Zusatzleistungen ihrer Versicherung in Anspruch nehmen möchten, kümmern Sie sich frühzeitig um alle Nachweise, damit es nicht zu Verzögerungen oder gar einer Ablehnung ihres Antrages kommt.

Das Landessozialgericht Baden-Württemberg entschied jetzt in einem Fall, dass dem Versicherten, aufgrund seines eingeschränkten Lebensstandards, ein Blindenführhund zusteht, damit auch sein Kontrollvermögen in der Umwelt nicht beeinträchtigt wird.

Damit auch Sie die für Sie passende Krankenversicherung finden. Vergleichen Sie hier alle Tarife mit unserem Vergleichsrechner zur gesetzlichen Krankenversicherung.

Unser Rechtsexperte

Wolfgang Büser, Wirtschaftsjournalist. sparen.de-Experte für alle Rechtsfragen.

Nach ca. dreißig Jahren im öffentlichen Dienst ist Wolfgang Büser, im Übrigen auch als Lehrer in der Erwachsenenbildung, als Wirtschaftsjournalist für Tageszeitungen, Wochenzeitungen sowie Monatszeitungen tätig. Herr Büser steht Verbrauchern regelmäßig im ARD-Morgenmaga­zin, in der ZDF-Dreh­scheibe, zwei Landesfernseh- sowie verschiedenen Rundfunkanstalten mit Rat und Tat zur Seite.

Überdies war Herr Büser für die Fernsehsendungen ZDF-„Streit um drei“, ZDF-„Kerner“ und das SAT.1-Frühstücks­fern­se­hen als Rechtsexperte tätig.

 

Unser Rechtsexperte Wolfgang Büser zitiert hierzu folgendes Urteil:

Krankenversicherung: Wer nur durch ein "Schlüsselloch" sehen kann, hat Recht auf Hundebegleitung

Auch ein fast Blinder kann als gesetzlich Krankenversicherter Anspruch auf einen "Blindenführhund" haben (hier mit einem Kostenaufwand von 25.500 €). Dem steht nicht entgegen, dass das "Hilfsmittel Hund" nicht direkt am Körper ausgleichend wirkt, so das Landessozialgericht Baden-Württemberg. Entscheidend sei, dass es "die beeinträchtigte Funktion Sehen" ermöglicht, ersetzt oder ergänzt. Der Blindenführhund biete Ersatz für die durch Blindheit ausgefallene oder zumindest erschwerte Möglichkeit der Umweltkontrolle. (Hier war ärztlich festgestellt worden, dass der Versicherte mit den Merkzeichen "G", "Bl", "H", "RF" und "B nur noch "wie durch ein Schlüsselloch" sehen und mit einem Langstock nicht ausreichend am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen konnte.) (LSG Baden-Württemberg, L 11 KR 804/11)

(Wolfgang Büser)