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Variable Kurzzeitpflege nutzen

Variable Kurzzeitpflege nutzen

Die Pflegekassen zahlen bis zu 1.612 Euro im Jahr – es können aber auch 3.224 Euro sein Pflegebedürftige haben Ansprüche gegen ihre gesetzliche oder pri-vate Pflegeversicherung. Das setzt zunächst voraus, dass für die betreffende zu betreuende Person von der Versicherung mindestens der Pflegegrad „2“ festgestellt wurde. (Mehr dazu unten.)

Wolfgang Büser, Wirtschaftsjournalist. sparen.de-Experte für alle Rechtsfragen. Nach ca. dreißig Jahren im öffentlichen Dienst ist Wolfgang Büser, im Übrigen auch als Lehrer in der Erwachsenenbildung, als Wirtschaftsjournalist für Tageszeitungen, Wochenzeitungen sowie Monatszeitungen tätig. Herr Büser steht Verbrauchern regelmäßig im ARD-Morgenmaga­zin, in der ZDF-Dreh­scheibe, zwei Landesfernseh- sowie verschiedenen Rundfunkanstalten mit Rat und Tat zur Seite. Überdies war Herr Büser für die Fernsehsendungen ZDF-„Streit um drei“, ZDF-„Kerner“ und das SAT.1-Frühstücks­fern­se­hen als Rechtsexperte tätig.

>> Ansprüche können für die Betreuung einer pflegebedürftigen Person sowohl in den eigenen vier Wänden von „Laienpflegern“ bestehen als auch in stationären Einrichtungen – je nach der Schwere der Erkrankung oder Behinderung. Die von Angehörigen oder guten Bekannten durchgeführte „häusliche Pflege“ bringt Pflegegeld zwischen 316 und 901 Euro pro Monat – je nach Pflegestufe.

 

>> Kann eine pflegebedürftige Person vorübergehend nicht von Angehörigen gepflegt werden, dann besteht die Möglichkeit, die zu pflegende Person kurzzeitig „vollstationär“ in einer dafür zugelassenen Einrichtung (Klinik, Pflegeheim) unterzubringen. Die Kosten dafür hat die Pflegeperson zu tragen (gegebenenfalls Angehörige oder das Sozialamt). Die Pflegekasse beteiligt sich daran pro Jahr – insgesamt auch für mehrere Aufenthalte - bis zu 1.612 Euro.

 

>> Aber auch beim Pflegegrad „1“ kann mit der Hilfe der Pflegekasse gerechnet werden. Sie zahlt unabhängig vom Pflegegrad einen monatlichen „Entlastungsbetrag“ in Höhe von 125 Euro, der nicht regelmäßig ausgegeben werden muss, sondern „angespart“ werden kann. Und deshalb schmerzen auch beim Pflegegrad „1“ Kurzzeitaufenthalte nicht in vollem Umfang. Betragen die Aufwendungen beispielsweise für fünf Tage Verpflegung, Investitions- und Pflegekosten 420 Euro, so reduziert sich der Rechnungsbetrag beim Einsatz nur eines der Monatsbetrages (125 €) aus dem Entlastungsbetrag auf 295 Euro.

 

>> Neben den Ansprüchen aus der Kurzzeitpflege gehören aber auch Leistungen der „Verhinderungspflege“ zum Pflege-Leistungskatalog. Damit sind Fälle gemeint, in denen die (Laien-)Pflegekraft krank geworden ist oder Urlaub genommen hat und durch eine andere (Laien-)Kraft ersetzt wird. Auch hierfür stehen bis zu 1.612 Euro im Jahr aus der Pflegekasse zur Verfügung.

 

>> Der Clou: Sollten sich Termine der Kurzzeitpflege häufen, so dass die 1.612 Euro Jahresbudget schnell aufgebraucht sind, so können „offene“ Beträge aus der „Verhinderungspflege“ helfen, die Kostenlast der Kurzzeitpflege zu senken. Daraus resultieren die erwähnten 3.224 Euro pro Jahr, die also nicht unbedingt „nebeneinander“ geltend gemacht werden müssen.

 

>> Außerdem: Das bei der Laienpflege fällige Pflegegeld wird übrigens bei der Kurzzeitpflege bis zu acht Wochen im Jahr in halber Höhe weitergezahlt. Und: Auch „ohne Pflegegrad“ besteht neuerdings Anspruch auf Kurzzeitpflege, wenn wegen eines Unfalls oder einer Krankheit plötzlich eine professionelle Pflege erforderlich geworden ist. Hierfür sind die Krankenkassen zuständig – die aber grundsätzlich im selben Gebäude mit der Pflegekasse zu Hause ist.

 

>> Noch etwas: „Offene“ Beträge aus den Kurzzeitpflege-Ansprüchen können – umgekehrt – für die Verhinderungspflege (siehe vor) eingesetzt werden. Hier wird allerdings nur der halbe Betrag aus der Kurzzeitpflegezeit angesetzt werden, demnach insgesamt höchstens (1.612 + 806 € =) 2.418 Euro.