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Urlaubsanspruch auch nach mehr als drei Jahren / Eine Woche mehr Erholung für Schwerbehinderte / Anspruch auf Urlaubsgeld für alle?

Im dritten Teil unserer Serie zur Urlaubsplanung 2018 geht es unter anderem um Ansprüche bei und nach einer Elternzeit, den Wechsel einer Arbeitsstelle im Laufe des Jahres, um Urlaubsreste aus dem Vorjahr und um die Frage, ob Urlaubsgeld zusteht.

>> Stimmt es, dass der Urlaub in dem Jahr, in dem nach der Geburt eines Kindes Elternzeit genommen wird, bereits vorher vollständig genommen worden sein muss? – Nein. Der (gegebenenfalls Rest-)Ur­laub kann nach dem Ende der – bis zu dreijährigen - Elternzeit im laufenden oder auch im kompletten nächsten Urlaubsjahr genommen werden. Er erlischt nicht einmal dann, wenn während der Elternzeit ein weiteres Kind geboren wird, sondern verlängert den Übertragungszeitraum wiederum um bis zu drei Jahren.
 
>> Und wenn die Arbeit beim Arbeitgeber gar nicht mehr aufgenommen wird? – Dann ist der bis dahin aufgelaufene Urlaubsanspruch vom Arbeitgeber bar abzugelten – kann aber gegebenenfalls auch auf einen neuen Arbeitgeber „übergehen“.
 
>> Wird denn auch während der Elternzeit Urlaub angesammelt? – Nein. Bei „angebrochenen“ Monaten darf der Arbeitgeber für jeden „vollen“ Kalendermonat (also vom Ersten bis zum Letzten), in dem Elternzeit genommen wurde, den Jahresurlaub um ein Zwölftel kürzen. Hat die Elternzeit etwa am Dritten des Monats begonnen, steht für diesen Monat noch der volle Erholungsurlaub zu.
 
>> Was gilt, wenn während des Jahres eine neue Stelle angetreten wird? – Dann steht für die restliche Zeit – entsprechend den noch fälligen Kalendermonaten - ein Teilurlaubsanspruch gegen den neuen Arbeitgeber zu. Der errechnet sich so: Voller Urlaub für das Kalenderjahr – abzüglich der Tage, die während des vorherigen Arbeitsverhältnisses bereits „genommen“ wurden. Waren das zum Beispiel 10 Tage, da das Arbeitsverhältnis (5-Tage-Woche) am 30. Juni endete, bleiben in der neuen Firma ebenfalls 10 Tage (5-Tage-Woche) oder 12 Tage (6-Tage-Woche) übrig.
 
>> Und wenn beim „ersten“ Arbeitgeber bereits der volle Jahresurlaub genommen wurde? – Dann steht im neuen Betrieb kein Urlaub mehr zu – es sei denn, der Gesamtjahresanspruch hier sei umfangreicher als der im vorherigen Betrieb. Dann gibt’s die Differenz.
 
>> Für Schwerbehinderte soll es eine Sonderregel geben? – Für sie ist ein Zusatzurlaub von einer Woche pro Kalenderjahr vorgesehen – unabhängig von der Zahl der im Betrieb zustehenden Urlaubstage.
 
>> Muss ich meinen Resturlaub aus 2017 auch dann bis zum 31. März 2018 genommen haben, wenn ich auf Wunsch meines Arbeitgebers im Vorjahr nicht den vollen Urlaubsanspruch ausgeschöpft habe? – Nein. Mit dem Chef muss ein neuer Termin vereinbart werden. „Auszahlen“ dürfte er den Urlaubsrest aber nicht – wenn er sich an das Verbot des Bundesurlaubsgesetzes hält.
 
>> Steht mir eigentlich Urlaubsgeld zu? – Nach dem Gesetz nicht – nach dem Arbeitsvertrag, einer Betriebsvereinbarung oder einer tarifvertraglichen Regelung aber durchaus, wenn sich ein Anspruch darauf ergibt.