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Urlaub auch für Arbeitslose: Mit dem Segen der Arbeitsagentur oder des Jobcenters sind 3 Wochen pro Jahr drin

Was machen Arbeitslose, wenn sie die "schönsten Wochen" erleben möchten? Steht ihnen, wie den Erwerbstätigen mit Job, Urlaub zu? Oder sind ihnen die Ferien­strände von Amts wegen verschlossen? Wie so oft: Es kommt drauf an.

Wolfgang Büser, Wirtschaftsjournalist. sparen.de-Experte für alle Rechtsfragen.

Nach ca. dreißig Jahren im öffentlichen Dienst ist Wolfgang Büser, im Übrigen auch als Lehrer in der Erwachsenenbildung, als Wirtschaftsjournalist für Tageszeitungen, Wochenzeitungen sowie Monatszeitungen tätig. Herr Büser steht Verbrauchern regelmäßig im ARD-Morgenmaga­zin, in der ZDF-Dreh­scheibe, zwei Landesfernseh- sowie verschiedenen Rundfunkanstalten mit Rat und Tat zur Seite.

Überdies war Herr Büser für die Fernsehsendungen ZDF-„Streit um drei“, ZDF-„Kerner“ und das SAT.1-Frühstücks­fern­se­hen als Rechtsexperte tätig.

>> Ist eine Stelle in Sicht? Im Regelfall soll ein Arbeitsloser seinen Wohnort nicht verlassen. Es könnte ja sein, dass ein gerade für ihn interessantes Arbeitsangebot kommt. Dann aber muss er „zur Verfügung“ sein, um schnell reagieren zu können. Doch ändert dieser Grundsatz nichts daran, dass Arbeitslose bis zu drei Wochen im Jahr „Urlaub“ machen können.

 

Die Sachbearbeiter bei den Arbeitsagenturen und Jobcentern  geben ihre Zustimmung zur „Ortsabwesenheit“ normalerweise, wenn keine Anzeichen dafür vorliegen, dass in der Zwischenzeit Arbeitsplätze für diesen Arbeitsuchenden angeboten werden. Das heißt aber auch: Wer voraussichtlich bald wieder vermittelt werden kann, der muss zu Hause bleiben. Und diese Chance ist in der ersten Zeit einer Arbeitslosigkeit meist größer als in den folgenden Monaten.

 

>> Anfangs-„Zurückhaltung“ - Deshalb sind die Vermittler in den ersten drei Monaten bei der „Urlaubsgewährung“ besonders zurückhaltend. Was vor allem dann unangenehm sein kann, wenn ein Arbeitnehmer kurz vor einer geplanten Reise seinen Arbeitsplatz verliert. Dann könnten auf den Arbeitslosen zum Beispiel Stornokosten zukommen, die weder von einer Reiserücktrittskostenversicherung noch von der Arbeitsagentur übernommen werden. Andererseits könnte gerade diese Situation einen Arbeitsvermittler kulant stimmen - wiederum unterstellt, dass Arbeitsplatzangebote für diesen Arbeitslosen in nächster Zeit kaum erwartet werden.

 

Für Arbeitslose mit Urlaubsgenehmigung gilt: Geht die Reise nicht allzu weit, so sollte – schon im eigenen Interesse - die Ferienadresse bei Agentur oder Jobcenter hinterlegt werden. Findet sich plötzlich ein Stellenangebot ein, so kann es wahrgenommen werden – was ja objektiv nicht nur im Interesse der Vermittler ist...

 

>> Vier Wochen schmerzen - Nach drei Wochen muss ein Arbeitsloser aber auf jeden Fall wieder zurück sein: Längerer Urlaub ist nicht drin. Wer dennoch zum Beispiel vier Wochen bleibt, der bekommt nur für drei Wochen das Arbeitslosengeld weitergezahlt. Urlaub, der über sechs Wochen hinausgeht, führt sogar zum Verlust des Geldes für den gesamten Zeitraum. Das gilt ebenso für Arbeitslose, die nur für zwei oder drei Wochen verreisen wollen, dies aber ohne amt­­­­­liche Erlaubnis tun - und dabei auffallen. Deshalb unbedingt vorher den Urlaubstermin abstimmen; als Arbeitnehmer hätte man ja auch nur mit Arbeitgeber-Segen fahren können...

 

>> Wichtig auch: Hatte ein Arbeitsloser in dem betreffenden Jahr als Arbeitnehmer bereits Erholungsurlaub genommen, so beeinträchtigt das seinen Anspruch auf „Ortsabwesenheit“ nicht. Schließlich: In besonderen Härtefällen können zusätzlich zu den drei Wochen Ortsabwesenheit bis zu weitere drei Tage für einen auswärtigen Aufenthalt bewilligt werden. Etwa, wenn ein Arbeitsloser zur Beerdigung eines nahen Angehörigen verreisen will. – Und im Grundsatz gilt dies alles auch für Bezieher von Arbeitslosengeld II (Hartz IV).