Twitter icon
Facebook icon
Google+ icon

Unbeabsichtigter Vorteil beim Kassen-Beitragszuschlag für Rentner

Aufgrund der späten Verabschiedung des Gesetzes zum neuen Krankenkassen-Beitragszuschlag gibt es eine kuriose, aber vorteilhafte Auswirkung für Rentner. Welche genau beschreibt unser Experte Wolfang Büser an dieser Stelle.

Wolfgang Büser, Wirtschaftsjournalist. sparen.de-Experte für alle Rechtsfragen.

Nach ca. dreißig Jahren im öffentlichen Dienst ist Wolfgang Büser, im Übrigen auch als Lehrer in der Erwachsenenbildung, als Wirtschaftsjournalist für Tageszeitungen, Wochenzeitungen sowie Monatszeitungen tätig. Herr Büser steht Verbrauchern regelmäßig im ARD-Morgenmaga­zin, in der ZDF-Dreh­scheibe, zwei Landesfernseh- sowie verschiedenen Rundfunkanstalten mit Rat und Tat zur Seite.

Überdies war Herr Büser für die Fernsehsendungen ZDF-„Streit um drei“, ZDF-„Kerner“ und das SAT.1-Frühstücks­fern­se­hen als Rechtsexperte tätig.

Für Rentner verzögerter Kassen-Beitragszuschlag

 

Kuriose Auswirkung des Beitragszuschlags, den die gesetzlichen Krankenkassen seit Jahresbeginn 2015 auf den gesetzlich vorgesehenen Beitragssatz von 7,3 Prozent des beitragspflichtigen Einkommens erheben dürfen: Weil die Rentenversicherer wegen der späten Verabschiedung des Gesetzes nicht sofort auf den – für jeden Rentner individuell zu ermittelnden – Beitragszuschlag reagieren konnten, werden die Rentner erst von der März-Rente an mit dem Zuschlag belastet.

 

Und da das deutsche Rentensystem kein „Kleines Einmaleins“ ist, folgt die weitere Besonderheit auf dem Fuße. Denn Renten, die bis zum Jahr 2003 begonnen haben, wurden und werden nach wie vor im Voraus gezahlt. Für diese Rentner ist also die Ende Februar für März 2015 überwiesene Rente in der Spalte „Krankenversicherung“ auf dem Bescheid des Rententrägers der entsprechend höhere Beitragssatz berücksichtigt. Das ist in den meisten Fällen ein Satz von 0,9 Prozent– je nach Krankenkasse aber auch weniger oder mehr.

Renten, die nach 2003 begonnen haben, werden „nachträglich“ gezahlt. Das bedeutet, auf den Krankenkassen-Beitragszuschlag bezogen, dass diese Rentner erst Ende März 2015 den Zuschlag von ihrer März-Rente abgezogen bekommen – neben den ohnehin für alle Rentner geltenden 7,3 Prozent. Der Rentenversicherer hat bisher schon ebenfalls 7,3 Prozent als seinen Beitragsanteil zur Rente beigesteuert, was sich auch seit März nicht geändert hat. Denn der meistens in Höhe von 0,9 Prozent erhobene Zuschlag, der in Einzelfällen 1,2, einmal sogar 1,3 Prozent beträgt, ist allein von den gesetzlich Krankenversicherten aufzubringen.

Dritte Besonderheit: Nachlesen können die Rentner die Höhe des bisherigen und des neuen Krankenversicherungsanteils in ihrem aktuellen Kontoauszug. Es gibt darüber also keinen separaten Bescheid des Rentenversicherungsträgers. Die „0,9-Prozent-Rentner“ erfahren das Procedere erst mit der Rentenanpassungsmitteilung im Sommer. Wer vorher Fragen hat, kann das kostenlose Service-Telefon 0800 1000 4800 nutzen.