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So lässt sich Strom sparen - und Geld

Strom ist in den letzten Jahren immer teurer geworden. Diese Erkenntnis haben viele Haushalte für sich bereits gewonnen – auch ohne konkrete Zahlen in die Hand zu nehmen. Beobachtet man die Veränderungen beim Strompreisindex des Statistischen Bundesamts, fällt für den Zeitraum zwischen 2000 und 2015 ein kontinuierlicher Anstieg des Indizes auf. Im Jahr 2000 lag der Preis für elektrische Energie bei 62,1 Zähler (Festsetzung auf 100 im Jahr 2010). 2008 hatte man bereits 91,2 Zähler erreicht. Und 2015 war das Niveau von 124,8 erreicht. Innerhalb von zehn Jahren ist der Strompreis für den Endverbraucher um fast zwei Drittel nach oben geschnellt.

Betrachtet man auf der anderen Seite die Handelsdaten (Spot Markt; KWK Index) der Strombörse in Leipzig, ist das Bild überraschend. Im dritten Quartal 2000 kostete die Mwh etwas mehr als 16 Euro. Im vierten Quartal 2007 wurde ein Preis von mehr als 57 Euro aufgerufen. Und im ersten Quartal 2016 lag der Preis pro Mwh bei etwas mehr als 25 Euro. Endverbraucher bemerken von diesen teils doch recht deutlichen Veränderungen wenig. Man hat vielmehr das Gefühl, bei den Anbietern wird stetig nur in eine Richtung an der Preisschraube gedreht. Welche Möglichkeiten haben Haushalte heute? Generell bleiben:

als möglicher Ausweg.


Der Stromzähler ist die Abrechnungsgrundlage für den Stromverbrauch in einem Haushalt. Doch wie lassen sich die Kosten senken? Neben dem Einsparen von Energie kann auch ein Anbieterwechsel helfen.

Stromspartipps im Haushalt

Wer weniger Geld aus der Haushaltskasse an den Stromanbieter überweisen will, kann es zuerst mit Einsparungen von elektrischer Energie probieren. Auf den ersten Blick mag dieser Hinweis trivial erscheinen, allerdings bietet der Haushalt heute sehr oft viele Ansatzpunkte, um einige Watt zu sparen – die sich im Jahr auf mehrere Mwh summieren.

Wie geht man hier am besten vor? Die Frage nach energieeffizienten Geräten soll an dieser Stelle außen vor gelassen werden. Es geht vielmehr um Anwendungstipps beim Einsatz von:

  • Herd
  • Kühlschrank
  • Waschmaschine & Co.

Gerade unsere Haushaltsgeräte werden heute in einer Art und Weise genutzt, die zu einem erhöhten Verbrauch führt.

  • Der richtige Topf zum Kochen: Einfach einen Topf mit heißem Wasser auf den Herd stellen – wo liegt der Fehler? Passen Topf und Herdplatte im Durchmesser nicht zusammen, geht Strom verloren. Ein zu kleiner Topf lässt Energie ungenutzt, ein zu großer Topf verbraucht mehr Energie, um das Wasser zu erhitzen.
  • Restwärme beim Kochen nutzen: Muss die Herdplatte immer bis zum Schluss auf der höchsten Stufe laufen? Nein! Für viele Gerichte reicht es aus, wenn die Herdplatte früher abgeschaltet und mit der Restwärme der Garvorgang beendet wird.
  • Richtig schleudern will gelernt sein: Schleudern gehört zum Waschen einfach dazu. Allerdings lässt sich die Umdrehungszahl steuern. Gerade im Sommer ist Sonnenlicht zum Trocknen ausreichend vorhanden. Es reicht daher, mit etwas niedrigerer Drehzahl zu schleudern. Aber: Um den Trockner im Winter zu entlasten, wird mit mehr Umdrehungen geschleudert.
  • Licht aus: Dieser Tipp ist immer wieder zu hören. Wer das Zimmer verlässt, schaltet das Licht aus. Leider nehmen noch nicht alle Haushalte diese Devise ernst – und verschwenden so Strom für Lampen, deren Licht niemand braucht.

Anbieterwechsel – endlich weniger bezahlen

Der zweite wichtige Aspekt auf dem Weg zu einer niedrigeren Stromrechnung ist natürlich der Wechsel des Anbieters. Hier zählen ganz unterschiedliche Aspekte. Da man wenig für die gleiche Menge Strom zahlen will, muss im Vergleich natürlich der Strompreis niedriger sein. Aber: Es kommt auch ganz unterschiedliche Fragestellungen an.

  • Preisgarantie: Als Haushalt will man sich den niedrigen Preis für seinen Strom lange sichern. Daher ist eine Preisgarantie – die sich auf einen längeren Zeitraum als nur drei bis sechs Monate erstreckt – wünschenswert. Hierbei ist darauf zu achten, wie weit die Garantie tatsächlich geht oder wo Ausnahmen drohen.
  • Vertragslaufzeit: Eine lange Bindung an den Stromversorger kann zum Hindernis werden. Generell ist hier eher eine kurze Laufzeit anzuraten – um schnell auch Veränderungen am Markt zu reagieren.
  • Vollmacht: In der Praxis kommt es vor, dass sich Versorger mit einer umfassenden Vertretungsvollmacht ausstatten lassen. An dieser Stelle muss man mit offenen Augen ans Kleingedruckte herangehen.
  • Paket-/Pre-Paid-Tarife: Beides hängt eng miteinander zusammen. Der Anbieter verspricht einen günstigen Strompreis – wenn das Ganze als Volumenpaket in Anspruch genommen wird. Probleme gibt es, wenn der Verbrauch deutlich zu hoch ist oder man wesentlich weniger Strom in Anspruch nimmt.

Energiesparende Geräte

Das Thema Energieeffizienz spielt immer eine Rolle. Grundsätzlich sollte man sich im Vorfeld damit auseinandersetzen, welche Bedeutung die einzelnen Klassen haben. Bei Haushaltsgeräten basiert die Einteilung auf einem Buchstabensystem. A steht an dieser Stelle für einen niedrigen Verbrauch. Je weiter sich ein Gerät im Alphabet nach hinten bewegt, umso höher der Verbrauch.

Tipp: Inzwischen wird hier abgestuft. Sehr energieeffiziente Geräte erhalten als Label die Klasse bis A+++. Hier muss man als Haushalt aber abwägen, ob sich der höhere Kaufpreis durch die Stromersparnis rechnet. Der Umstieg von Klasse C oder D lohnt sich eher als ein Wechsel zwischen A und A+++.

Speziell bei Haushaltsgroßgeräten wie:

  • Herd
  • Kühlschrank
  • Trockner
  • Waschmaschine

spielt die Klasse eine große Rolle. Für letzteres Gerät ist aber auch der Wasserverbrauch von Bedeutung. Bei Unterhaltungselektronik kommt es auf den Verbrauch im Stand-By an.


Energieeffiziente Geräte können die Stromkosten durch einen geringeren Verbrauch ebenfalls senken - damit ist jedoch eine Geldinvestition verbunden.

Fazit: Im Bereich Strom wartet ein großes Sparpotenzial

Strom sparen – dieses Credo scheiben sich viele Haushalte auf die Fahnen. Man muss aber wissen, worauf es ankommt. Blinder Aktionismus ist falsch. Vielmehr zahlt es sich aus, den realen Verbrauch einzelner Geräte zu ermitteln – um die Stromfresser auszurangieren. Mindestens genauso wichtig ist ein angepasstes Verbrauchsverhalten. Hier haben deutsche Haushalte sicher noch Nachholbedarf. Und auch im Hinblick auf den Anbieterwechsel sind Fehler nach wie vor anzutreffen, da nicht automatisch der nominell günstigste Tarif unter dem Strich auch das meiste Geld spart. Nur wer genau hinschaut, wird beim Thema Strom und Energieeinsparung – auch durch den neuen Anbieter – den einen oder anderen Euro sparen.

 

Bildquellen:

Abbildung 1: © geralt (CC0-Lizenz) / pixabay.com
Abbildung 2: © OpenClipartVectors (CC0-Lizenz) / pixabay.com