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Schule aus – Azubi oder gleich arbeitslos? - Krankenkassen versichern junge Leute kosten– aber nicht endlos

Junge Leute sind normalerweise bis zum 18. Geburtstag durch ihre Eltern kostenfrei gesetzlich krankenversichert, etwa bei der AOK, einer Betriebs-, Innungs-, Ersatzkrankenkasse oder der Knappschaft. Das gilt allerdings dann nicht, wenn sie vorher eine Ausbildung beginnen oder ein Arbeitsverhältnis eingehen, wodurch sie selbst krankenversichert werden.

Wolfgang Büser, Wirtschaftsjournalist. sparen.de-Experte für alle Rechtsfragen.

Nach ca. dreißig Jahren im öffentlichen Dienst ist Wolfgang Büser, im Übrigen auch als Lehrer in der Erwachsenenbildung, als Wirtschaftsjournalist für Tageszeitungen, Wochenzeitungen sowie Monatszeitungen tätig. Herr Büser steht Verbrauchern regelmäßig im ARD-Morgenmaga­zin, in der ZDF-Dreh­scheibe, zwei Landesfernseh- sowie verschiedenen Rundfunkanstalten mit Rat und Tat zur Seite.

Überdies war Herr Büser für die Fernsehsendungen ZDF-„Streit um drei“, ZDF-„Kerner“ und das SAT.1-Frühstücks­fern­se­hen als Rechtsexperte tätig.

Die Volljährigkeit beendet den Krankenversicherungsschutz aber nicht automatisch, wenn das Kind nicht mehr die Schule besucht. Findet es nämlich keinen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz über den 18. Geburtstag hinaus, so bleibt die Mitversicherung bei den Eltern bestehen, und das eventuell fünf Jahre lang bis zum 23. Geburtstag – also bis einschließlich „22“. Wer darüber hinaus arbeitslos ist, der kann die Versicherung in der „Gesetzlichen“ nur gegen Beitragszahlung aufrechterhalten. Dafür werden (Mindest-)Beiträge von etwa 170 Euro monatlich berechnet (je nach Krankenkasse).

 

Eine Ausnahme gilt wiederum für den studierenden Nachwuchs. Er kann bis zum 25. Geburtstag – also bis einschließlich „24“ – kostenfrei bei den Eltern mitversichert bleiben. Zwischenzeitlich geleisteter Wehr- oder Zivildienst verlängert den Anspruch um die entsprechenden Monate. Der neue Bundesfreiwilligendienst allerdings nicht.

 

Grundbedingung für die Mitversicherung ist in jedem Fall, dass das eigene regelmäßige Einkommen des Kindes nicht höher ist als 415 Euro pro Monat (in einer geringfügigen Beschäftigung darf bis zu 450 Euro verdient werden). Wird der jeweils maßgebende Grenzwert überschritten (die Krankenkassen fragen von Zeit zu Zeit danach, meistens einmal pro Jahr), so ist – wie beim Überschreiten der Altersgrenze – eine freiwillige Weiterversicherung bei der Krankenkasse der Eltern oder bei einer anderen gesetzlichen Krankenkasse möglich, falls sie nicht nur einer bestimmten Klientel offen steht.

 

Wer in einem Ausbildungsverhältnis steht, der zahlt normalerweise Beiträge von seiner Ausbildungsvergütung. Ein Azubi bleibt jedoch von der Zahlung seines Beitragsanteils zur Sozialversicherung bis zu einer Ausbildungsvergütung von 325 Euro pro Monat verschont. Der Arbeitgeber finanziert beide Anteile.

 

Die Gleitzonenregelung, die Verdienste von 450,01 bis 850 Euro betrifft und Midijobbern Vorteile bei der Höhe der Beiträge verschafft, bringt Azubis in diesem Vergütungsbereich jedoch kein

Plus: Sie tragen den üblichen Beitragsanteil.

 

Und noch etwas: Wer nach der Schule noch keine Lehrstelle hat, der sollte sich bei der Arbeitsagentur „ausbildungssuchend“ melden. Auch ohne Anspruch auf Arbeitslosengeld wird die Zeit der Ausbildungsplatzsuche als Anrechnungszeit in der gesetzlichen Rentenversicherung berücksichtigt. Diese Zeiten können später die Rente erhöhen oder einen Rentenanspruch überhaupt erst begründen.