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Riesterrenten-Endspurt: Termin 31. Dezember 2015 - Von 1.260 Euro Beitrag nur 352 Euro selbst aufbringen

Das Sparen auf eine „Riester-Rente“ ist nach wie vor beliebt – vor allem bei Arbeitnehmern mir geringen Verdiensten. Wer sich als Rentenpflichtversicherter (oder Ehepartner eines solchen Versicherten) oder als Beamter noch nicht entschieden hat, später aber auch ein Stück vom privaten Rentenkuchen haben möchte, der kann jederzeit einsteigen.

Wolfgang Büser, Wirtschaftsjournalist. sparen.de-Experte für alle Rechtsfragen.

Nach ca. dreißig Jahren im öffentlichen Dienst ist Wolfgang Büser, im Übrigen auch als Lehrer in der Erwachsenenbildung, als Wirtschaftsjournalist für Tageszeitungen, Wochenzeitungen sowie Monatszeitungen tätig. Herr Büser steht Verbrauchern regelmäßig im ARD-Morgenmaga­zin, in der ZDF-Dreh­scheibe, zwei Landesfernseh- sowie verschiedenen Rundfunkanstalten mit Rat und Tat zur Seite.

Überdies war Herr Büser für die Fernsehsendungen ZDF-„Streit um drei“, ZDF-„Kerner“ und das SAT.1-Frühstücks­fern­se­hen als Rechtsexperte tätig.

Und wer bis zum Jahresende 2015 den höchstmöglichen Eigenanteil auf einen Riesterrenten-Vertrag einzahlt, der kann die höchste staatliche Beteiligung erwarten. Das bedeutet: Werden 4 Prozent des Vorjahres-Brutto­ver­dienstes auf einen Riester-Vertrag überwiesen, so können für dieses Jahr 154 Euro als Grundzulage und je 185 Euro Kinderzulage für jedes „kindergeldberechtigte“ Kind kassiert werden (für jedes nach 2007 geborene Kind 300 €). Zusätzlich können die Vorsorgeaufwendungen als Sonderausgaben bei der Einkommensteuer geltend gemacht werden - 2015 bis zu 2.100 Euro. Wichtig: Sollte die Steuerersparnis höher ausfallen, so werden die Zulagen abgezogen – egal, ob sie vom Sparer beantragt wurden oder nicht (siehe unten).

Doch ist es vor allem bei Arbeitnehmern mit nicht allzu hohen Verdiensten möglich, dass der Staatsanteil, der auf einen Riester-Vertrag fließt, die „Förderquote“, weit höher ist als der selbst aufzubringende Betrag. Hatte zum Beispiel ein Ehepaar mit zwei Kindern im Jahr 2014 ein Bruttoeinkommen von 30.000 Euro (Einverdienerhaushalt), so beträgt der von der Familie aufzubringende Eigenbeitrag für 2015 nur 522 Euro. Die Rechnung: 4 Prozent von 30.000 Euro = 1.200 Euro. Davon abgezogen werden die Zulagen (2 x 154 €, weil auch der nicht verdienende Ehepartner einen Riester-Vertrag abgeschlossen hat, auf den er selbst nur 60 Euro jährlich einzuzahlen braucht, ergibt 308 €, plus 2 x 185 € = 370 Euro = insgesamt 678 €). Für eine Eigenleistung von 522 Euro erhält die Familie somit eine Zulage von 678 Euro, was einer Förderquote von 56,5 Prozent entspricht. Auf den Riesterrenten-Konten der Eheleute landen insgesamt 1.200 Euro.

Das Beispiel fällt noch positiver für den Riester-Sparer aus, wenn die Kinder nach 2007 geboren worden sind: 2 x 154 € = 308 € plus 2 x 300 € für die Kinder = 908 Euro Zulage. Dann beträgt die Eigenleistung des Ehepaares sogar nur 292 Euro plus die 60 € für die Einzahlung auf den Vertrag des Ehegatten.

Die zusätzliche private Altersvorsorge bietet eine Produktpalette: private Rentenversicherungen, Fonds- und Banksparpläne. Die Riester-Rente wird auch als betriebliche Altersvorsorge angeboten (was allerdings den Nachteil hat, dass später die Rente mit Beiträgen zur Kranken- und Pflegeversicherung belegt wird).

Aktive Riestersparer, die für das Jahr 2013 noch keine Zulage beantragt haben, sollten sich beeilen. Denn für das Beitragsjahr 2013 muss spätestens am 31. Dezember 2015 der Zulageantrag vorliegen, damit die Förderung gutgeschrieben werden kann. Zigtausende haben die Staatsknete noch nicht angefordert. Riester-Zulagen in Millionenhöhe drohen verloren zu gehen.

Der Zulagenantrag geht an den Anbieter des Riesterprodukts, bei dem der Vertrag besteht (Versicherung, Bank, Investmentfondsgesellschaft). Es empfiehlt sich, dort einen „Dauerauftrag“ zu hinterlegen, damit man sich nicht jährlich damit beschäftigen muss. Nur noch „zulagenrelevante“ Daten müssen dann nachgemeldet werden, etwa die Geburt eines Kindes oder die Scheidung der Ehe sowie - ganz wichtig - gestiegene Gehälter.