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Rauf, runter, rauf – in Zeiten variabler Benzinpreise Geld sparen

Deutschland ist eine Nation der Autofahrer. Trotz aller Bemühungen, die Umwelt zu schützen und den Nahverkehr attraktiver zu gestalten, bleibt das individuelle Verhalten der Bundesbürger unverändert. In Deutschland gibt es 44,4 Millionen Pkws. Jeder Deutsche legt im Schnitt 14.127 Kilometer jährlich zurück[1], davon zu 80 Prozent mit dem Auto.

 

Der Pkw ist des Deutschen größte Liebe. Die Bundesbürger sind weltweit für ihre Leidenschaft für den fahrbaren Untersatz bekannt, schließlich gibt es nur hier Autobahnen ohne Geschwindigkeitsbegrenzung. Dank der guten Verkehrsanbindung fahren die meisten Deutschen (zwei Drittel) mit dem Auto zur Arbeit. Im bundesweiten Durchschnitt gab es in den letzten 15 Jahren keine nennenswerten Unterschiede bei der Wahl der Verkehrsmittel – und das, obwohl die Spritpreise stark gestiegen sind.

Ein Blick auf die historische Benzinpreisentwicklung

Benzin war früher immer günstiger – das ist ein klassischer Trugschluss, den viele Autofahrer glauben. Die nachfolgende Grafik gibt einen Überblick über die Benzinpreise ab 2012. In jenem Jahr stiegen die Preise stark an.

Kraftstoffpreisentwicklung 2012–2016

Auffällig ist der Kreuzpunkt der Jahre 2012, 2013 und 2014 im Monat Juni. Der Benzinpreis war in den drei Jahren fast auf demselben Niveau. Eine weitere Gemeinsamkeit sind die sinkenden Preise zum Jahresende und steigenden Preise nach dem Neujahr.

Die orangefarbene Kurve repräsentiert die Benzinpreise im Jahr 2015. Wie unschwer zu sehen ist, lagen diese weit unter den Vorjahreswerten. Die ersten beiden Monate des Jahres 2016 begannen ebenfalls unter dem Vorjahreswert. Auffällig ist, dass die Preise im Februar gesunken sind. Traditionell stiegen die Benzinpreise im Jahresverlauf. Der Trend des Preisanstiegs scheint sich in diesem Jahr verspätet zu haben. Statistiken zeigen, dass die Preise in der ersten Märzwoche höher liegen als im Februar.

Der Benzinpreis liegt in der Hand der Autofahrer

Den größten Einfluss auf den Benzinpreis können Autofahrer ausüben. Experten empfehlen, die Preise vor dem Tanken jedes Mal zu vergleichen und bei einem günstigen Anbieter den Tank aufzufüllen. Auf verivox.de haben Autofahrer die Möglichkeit, alle Tankstellen in ihrem Umkreis aufzurufen und die Preise zu vergleichen. Der Preisvergleich zeigt nicht nur die Tarife an, sondern auch die Anfahrtskosten, die für den Autofahrer entstehen. Diese liegen bei etwa zwölf Cent je Kilometer. Auf Wunsch berechnet die Preisvergleichsseite auch den Weg zur Tankstelle.

Der Preis alleine ist nicht entscheidend. Genauso wichtig ist, wann Autofahrer tanken. Der Automobilclub ADAC hat fünf Tankstellenmarken untersucht und festgestellt, dass Autofahrer Geld sparen, wenn sie abends früh tanken. Wichtig ist die Uhrzeit: Einige Tankstellen heben die Preise ab 19 oder 20 Uhr an, andere erst mehrere Stunden später.

Die nachfolgende Tabelle zeigt, zu welcher Uhrzeit der Benzinpreis am günstigsten ist:

Tankstelle Uhrzeit
Aral 20:00 Uhr
Esso 20:00 Uhr
Jet 22:30 Uhr
Shell 19:00 Uhr
Total 22:00 Uhr

Autofahrer sollten nicht morgens auf dem Weg zur Arbeit tanken. Der Preis erreicht erst zwischen acht und zwölf Uhr den Durchschnittspreis des Tages und sinkt dann bis zum Abend kontinuierlich ab.

Die Nähe zu den Nachbarn suchen

Wer nicht die Gelegenheit besitzt, am frühen Abend zu tanken oder einfach mehr Geld sparen möchte, für den gibt es eine Alternative: Bei den Nachbarn tanken. Wer in der Nähe einer Grenze wohnt, kann zu den Nachbarn fahren, die günstigere Benzinpreise als die deutschen Tankstellen anbieten.

Die nachfolgenden Benzinpreise wurden von globalpetrolprices.com am 7. März 2016 abgerufen (Referenzwert Deutschland: 1,19 €):

  • Polen: 0,90 €
  • Tschechien: 0,97 €
  • Luxemburg: 1,00 €
  • Österreich: 1,04 €
  • Liechtenstein: 1,09 €
  • Schweiz: 1,18 €

Eine Fahrt in die genannten Länder lohnt sich, um den Tank zu füllen. Nachbarn der Nationen Frankreich, Belgien, Niederlande sowie Dänemark können sich nicht glücklich schätzen. In diesen Ländern sind die Benzinpreise höher als in Deutschland.

Bei den Fahrten ins Nachbarland sollten Autofahrer lediglich ihren Tank füllen und darauf verzichten, Sprit zu horten. Wer das günstige Benzin in Kanister füllen möchte, sollte aus Sicherheitsgründen maximal zehn Liter mitnehmen. Das Gesetz erlaubt privaten Autobesitzern, bis zu 240 Liter Sprit mitzuführen. Diesen müssten sie in bis zu 60 Liter fassende Kanister (DIN-Normen 16904 oder 7274) füllen. Das Problem: Je nach Bundesland dürfen Autobesitzer nur wenige Liter Benzin lagern. In Bayern zum Beispiel maximal 20 Liter.

Die Zusammensetzung des Kraftstoffpreises

Warum ist Benzin in Deutschland teurer als in vielen Nachbarländern? Grundsätzlich fallen unterschiedliche Tarife an, weil der Großteil des Benzinpreises aus Steuern besteht. Deutsche Autofahrer zahlen einen Energie- bzw. Mineralölsteuersatz in Höhe von 65,4 Cent je Liter. Zu diesem Wert kommt die Mehrwertsteuer hinzu. Der restliche Betrag wird verwendet, um die Kosten für das Produkt sowie die Gewinne abzudecken.

Abseits der genannten Faktoren, die den Benzinpreis beeinflussen, sind regionale Unterschiede zwischen den Tarifen zu beobachten. Die Unterschiede im Benzinpreis betragen teilweise bis zu zehn Cent je Liter. Die größte Macht haben freie Tankstellen, die mit ihrer Preisgestaltung nicht nur ihre Position auf dem Markt kräftigen, sondern das Preisniveau der Region senken.


  1. Quelle: Statistisches Bundesamt