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Private Krankenversicherung zahlt nicht automatisch für OP-Nachsorge

OP-Nachsorge ist von schriftlicher Zusage abhängig

Jede Operation ist belastend und birgt verschiedene  Risiken. Daher ist neben der Operation eine umfassende Nachsorge besonders wichtig. Doch aufgepasst! Patienten sollten sich vor einer OP gründlich über die Leistungen ihrer Krankenversicherung informieren. Häufig müssen die Kosten für eine OP und die entsprechende Nachbehandlung von der Krankenversicherung genehmigt werden. In einem Fall des LG Bad Segeberg hatte ein Patient lediglich die Zustimmung seiner privaten Krankenversicherung für die Operation erhalten und musste daher selbst für die Kosten der Nachsorge aufkommen. 

Unser Rechtsexperte

Wolfgang Büser, Wirtschaftsjournalist und sparen.de-Experte für alle Rechtsfragen.

Nach ca. dreißig Jahren im öffentlichen Dienst ist Wolfgang Büser, im Übrigen auch als Lehrer in der Erwachsenenbildung, als Wirtschaftsjournalist für Tageszeitungen, Wochenzeitungen sowie Monatszeitungen tätig. Herr Büser steht Verbrauchern regelmäßig im ARD-Morgenmaga­zin, in der ZDF-Dreh­scheibe, zwei Landesfernseh- sowie verschiedenen Rundfunkanstalten mit Rat und Tat zur Seite.

Überdies war Herr Büser für die Fernsehsendungen ZDF-„Streit um drei“, ZDF-„Kerner“ und das SAT.1-Frühstücks­fern­se­hen als Rechtsexperte tätig.

 

Lesen Sie hier eine Kurzfassung des Falls:

Private Krankenversicherung: Die OP-Nachsorge muss genehmigt werden

Ein Herzkranker war in einer sogenannten „gemischten Krankenanstalt“ operiert worden, anschließend wurde er für 19 Tage in eine mit „Kardiologie AHB“ bezeichnete Station verlegt und mit Rehabilitationsmaßnahmen versorgt. Die Private Krankenversicherung wollte aber den zweiten Teil der Behandlung nicht bezahlen, da hierfür keine schriftliche Leistungszusage erteilt worden sei. Der Patient muss für die Kosten aufkommen, urteilte das Amtsgericht Bad Segeberg, denn die schriftliche Zusage sei eindeutig nur für die „kardiologische Akutdiagnostik“, das heißt für die Operation gegeben worden. So durfte der Patient mit der Verlegung nicht davon ausgehen, dass der Versicherungsschutz auch für den weiteren Aufenthalt in der Klinik für die Anschlussheilbehandlung bestehe. Die Richter schlossen - wie der Versicherer - eine unangemessene Benachteiligung des Versicherungsnehmers aus, da Anschlussheilbehandlungen wie zum Beispiel Kuren durchaus von den Versicherungsunternehmen von einer weiteren schriftlichen Zusage abhängig gemacht werden könnten. (AG Bad Segeberg, 17 C 240/11)

(Wolfgang Büser)