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Private Krankenversicherung für die Kinder kündigen

Kinder müssen über die Kündigung in Kenntnis gesetzt werden

Möchten Eltern die private Krankenversicherung für ihre Kinder kündigen, reicht ein übliches Kündigungsschreiben nicht aus. Wichtig ist, dass dem Kündigungsschreiben eine Kenntniserklärung beigelegt wird, dass die Kinder über die Kündigung informiert wurden. Wird keine Erklärung beigelegt, kann die Kündigung unwirksam sein. Dies ist auch einer Frau passiert, die die private Krankenversicherung für ihre Töchter kündigen wollte. Nachfolgend können Sie das Urteil zu diesem Fall nachlesen. 

 

Rechtsexperte Wolfgang Büser

Wolfgang Büser, Wirtschaftsjournalist und sparen.de-Experte für alle Rechtsfragen.

Nach ca. dreißig Jahren im öffentlichen Dienst ist Wolfgang Büser, im Übrigen auch als Lehrer in der Erwachsenenbildung, als Wirtschaftsjournalist für Tageszeitungen, Wochenzeitungen sowie Monatszeitungen tätig. Herr Büser steht Verbrauchern regelmäßig im ARD-Morgenmaga­zin, in der ZDF-Dreh­scheibe, zwei Landesfernseh- sowie verschiedenen Rundfunkanstalten mit Rat und Tat zur Seite.

Überdies war Herr Büser für die Fernsehsendungen ZDF-„Streit um drei“, ZDF-„Kerner“ und das SAT.1-Frühstücks­fern­se­hen als Rechtsexperte tätig.

 

Die Zusammenfassung des Urteils können Sie nachfolgend nachlesen:

Private Krankenversicherung: Die Kinder müssen von der Kündigung erfahren, sonst...

Eine Frau hatte die private Krankenversicherung für ihre minderjährigen Töchter gekündigt und schickte dem Versicherer die notwendige Bescheinigung zu, nach der sie mit Beginn des folgenden Monats gesetzlich versichert seien. Nach einiger Zeit bekam die Frau eine Zahlungsaufforderung über noch ausstehende Beiträge ins Haus, da die Kinder noch versichert seien. So habe die Frau es versäumt, der Kündigung einen Nachweis beizulegen, dass die Töchter von dem Kündigungsschreiben wussten. Der Bundesgerichtshof konnte an dem Vorgehen des Versicherungsunternehmens nichts Verwerfliches finden, da eine entsprechende Klausel in den Vertragsbedingungen aufgeführt war, die auch klar und verständlich formuliert sei. Den Vorwurf einer unangemessenen Benachteiligung lehnten die Richter somit ab, andererseits bestehe aber seitens des Unternehmens die Verpflichtung, auf eine noch fehlende Kenntniserklärung hinzuweisen. (Da dies von der Vorinstanz nicht geprüft worden war - was bejahendenfalls den Versicherer in die Pflicht genommen hätte - wurde der Fall an das Landgericht Aachen zurückverwiesen.) (BGH, IV ZR 94/11)

(Wolfgang Büser)