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Privat versichert und krankes Kind?

Es kann problematisch werden, wenn Kinder von privatversicherten Elternteilen krank werden. Denn in dem Fall bekommt man nicht zwangsläufig Leistungen von der gesetzlichen Krankenkasse, wenn ein Ehepartner sozialversichert ist und der andere privat. Das Einkommen des privatversicherten Elternteils muss zusätzlich eine entsprechende Größe haben. Wie es in einem solchen Fall detailliert aussieht, erklärt Ihnen unser Experte im Folgenden.

Unser Rechtsexperte

Wolfgang Büser, Wirtschaftsjournalist. sparen.de-Experte für alle Rechtsfragen.

Nach ca. dreißig Jahren im öffentlichen Dienst ist Wolfgang Büser, im Übrigen auch als Lehrer in der Erwachsenenbildung, als Wirtschaftsjournalist für Tageszeitungen, Wochenzeitungen sowie Monatszeitungen tätig. Herr Büser steht Verbrauchern regelmäßig im ARD-Morgenmaga­zin, in der ZDF-Dreh­scheibe, zwei Landesfernseh- sowie verschiedenen Rundfunkanstalten mit Rat und Tat zur Seite.

Überdies war Herr Büser für die Fernsehsendungen ZDF-„Streit um drei“, ZDF-„Kerner“ und das SAT.1-Frühstücks­fern­se­hen als Rechtsexperte tätig.

 

Wenn der Papa privat versichert ist:

Wann gibt’s einen „Krankenschein“ für’s Kind?

 

Das kann ins Geld gehen: Eltern bekommen für ihre Kinder keine Leistungen von der gesetzlichen Krankenkasse, wenn ein Ehepartner sozialversichert ist und der andere privat. Etwas muss noch hinzukommen (und ist die Regel): hohes Einkommen des Privatversicherten.

So ist die Rechtslage: Haben beide Eheleute eigenes Einkommen, so sind ihre Kinder nicht per Krankenversicherungskarte in der „Gesetzlichen“, wenn beispielsweise

* der privat krankenversicherte Vater ein durchschnittliches Einkommen von mehr als 4.462,50 Euro monatlich hat und er außerdem

* regelmäßig mehr verdient als die gesetzlich versicherte Mutter.

(Für privat Krankenversicherte, die schon am 31.12.2002 wegen der Höhe ihres Arbeitsverdienstes krankenversicherungsfrei waren, beträgt der Monatswert 4.050,00 Euro.)

Beispiel 1: Die Ehefrau ist gesetzlich versichert (etwa bei der AOK oder einer Ersatzkasse). Sie verdient monatlich 1.000 Euro. Ihr Mann gehört einer privaten Krankenversicherung an. Er hat monatliche Einkünfte von 4.500 Euro - Das Einkommen des Mannes übersteigt sowohl 4.462,50 Euro im Monat als auch das Einkommen seiner Frau; sie bekommt deshalb für die Kinder keine Leistungen aus der kostenfreien Familienmitversicherung von ihrer Kasse. (siehe aber unten)

Beispiel 2: Die Ehefrau ist gesetzlich versichert. Sie verdient 1.000 Euro monatlich. Der Mann ist selbstständig und privat versichert. Sein monatliches Gesamteinkommen beträgt im Schnitt 3.000 Euro. - Das Gesamteinkommen des Mannes ist zwar höher als das seiner Frau, nicht jedoch höher als 4.462,50Euro monatlich. Die Ehefrau kann deshalb kostenfrei Krankenversicherungsleistungen für ihre Kinder bekommen.

Beispiel 3: Die Ehefrau ist freiwillig gesetzlich versichert. Ihr Monatsgehalt beträgt 4.500 Euro. Der Ehemann ist privat versichert. Er hat Einkünfte in Höhe von ebenfalls 4.500 Euro monatlich. - Das Gesamteinkommen des Mannes übersteigt zwar 4.462,50 Euro im Monat, nicht jedoch das Einkommen seiner Frau. Die Kinder sind deshalb bei der Krankenkasse der Frau kostenfrei mitversichert, obwohl das Familieneinkommen wesentlich höher ist als das im Beispiel 1.

Noch etwas ist wichtig: Auch wenn für Kinder eines Ehepaares Anspruch auf Familien-Mitversicherung in der „Gesetzlichen“ gegeben wäre, kann dieser Anspruch entfallen. Dies dann, wenn das Kind eigenes Einkommen von monatlich mehr als 95 Euro monatlich hat (sollte vom Kind – auch – ein Minijob ausgeübt werden, so erhöht sich die „unschädliche“ Einkommensgrenze für das Kind auf 450 Euro im Monat).

Und noch etwas: Neben der Krankenversicherung besteht in beiden Fällen auch die Pflegeversicherung – egal, ob es sich um einen gesetzlichen oder privaten Krankenversicherungsschutz handelt.