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Muss lang anhaltendes Hundegebell akzeptiert werden?

Wenn Nachbars Hunde nicht aufhören zu bellen

Bellen Hunde in einer Wohngegend wiederholt laut und lange, muss das von den Nachbarn nicht hingenommen werden. Ist das Bellen so stark, dass das körperliche Wohlbefinden der Nachbarn beeinträchtigt wird, kann sogar das zeitweise Wegsperren der Hunde verlangt werden. In einem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Niedersachsen, musste ein Hundehalter seine Tiere zu bestimmten Zeiten im Haus behalten.

 

Unser Rechtsexperte Wolfgang Büser,

Wirtschaftsjournalist. sparen.de-Experte für alle Rechtsfragen.

Nach ca. dreißig Jahren im öffentlichen Dienst ist Wolfgang Büser, im Übrigen auch als Lehrer in der Erwachsenenbildung, als Wirtschaftsjournalist für Tageszeitungen, Wochenzeitungen sowie Monatszeitungen tätig. Herr Büser steht Verbrauchern regelmäßig im ARD-Morgenmaga­zin, in der ZDF-Dreh­scheibe, zwei Landesfernseh- sowie verschiedenen Rundfunkanstalten mit Rat und Tat zur Seite.

Überdies war Herr Büser für die Fernsehsendungen ZDF-„Streit um drei“, ZDF-„Kerner“ und das SAT.1-Frühstücks­fern­se­hen als Rechtsexperte tätig.

 

Lesen Sie hier die Zusammenfassung des Urteils von unserem Experte Wolfgang Büser:

Bellen Hunde "laut und lange" müssen sie - zeitweise - weggesperrt werden

"Häufiges übermäßig lautes und lang anhaltendes Hundegebell, insbesondere zu üblichen Ruhezeiten, das heißt zur Mittags- oder Nachtzeit beziehungsweise an Sonn- und Feiertagen, kann den Tatbestand einer Ordnungswidrigkeit erfüllen." So entschieden vom Niedersächsischen Oberverwaltungsgericht nach Auswertung mehrerer "Lärmprotokolle" von Nachbarn in einem Wohngebiet. Hundegebell sei aufgrund seiner Eigenart als "ungleichmäßiges, lautes Geräusch dazu geeignet, das körperliche Wohlbefinden eines Menschen zu beeinträchtigen". Mit dieser Begründung wurde ein Hundehalter verpflichtet, seine Hunde an Sonn- und Feiertagen ganztägig, im Übrigen täglich in der Zeit von 22.00 Uhr abends bis 7.00 Uhr morgens - mit Ausnahme kurzzeitiger Auslaufzeiten - im geschlossenen Gebäude zu halten. Das Argument des Hundebesitzers, dass aus den "Protokollen" keine Dezibelwerte ersichtlich seien, wurde vom Gericht nicht anerkannt: "Die Erheblichkeit und Zumutbarkeit von Geräuschimmissionen unterhalb der Schwelle der Gesundheitsgefahr" lasse sich nicht nach der Höhe eines messbaren Geräuschpegels bestimmen. (Niedersächsisches OVG, 11 ME 148/13)

(Wolfgang Büser)