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Muss eine Kfz-Versicherung auch Anwaltskosten erstatten?

Das Einschalten eines Rechtsanwalts verstößt nicht gegen Schadenminderungspflicht.

Verwickelt ein Autofahrer einen andern Verkehrsteilnehmer in einen Unfall und entsteht ein Schaden, muss er den Unfall seiner Kfz-Haftpflichtversicherung melden. Geschieht dies nicht, darf der Geschädigte einen Anwalt mit der Wahrnehmung seiner Interessen beauftragen. Das hat das LG Chemnitz in einem Fall entschieden, in dem ein Geschädigter dreimal von der Kfz-Versicherung des Unfallverursachers vertröstet worden ist, da sich der Versicherte noch nicht gemeldet hatte.

Rechtsexperte Wolfgang Büser

Wirtschaftsjournalist und sparen.de-Experte für alle Rechtsfragen.

1938 in Dortmund geboren, arbeitete lange Zeit für eine gesetzliche Krankenversicherung und ist seit 1984 als Freier (Fach-)Journalist für Rechtsthemen tätig, Im Fernsehen tritt er als Berater und Rechtsexperte auf und war unter anderem drei Jahre lang für die ZDF-Gerichtsshow "Streit um drei" vor der Kamera.

Heute gibt Wolfgang Büser Tipps regelmäßig unter anderem in Sendungen des ARD-Morgenmagazins (alle 2 Wochen in den "ungeraden" Wochen des Jahres), "daheim und unterwegs" (im WDR Fernsehen) sowie der "drehscheibe Deutschland" (im ZDF). Außerdem ist er mit seinen Tipps im WDR 4 sowie für mehrere Printmagazine tätig.

 

Nachfolgend hat unser Experte Wolfgang Büser den Fall kommentiert:

Kfz-Haftpflichtversicherung: Wenn Geschädigter dreimal vertröstet wird, darf er zum Anwalt gehen

Meldet sich ein bei einem Verkehrsunfall unverschuldet geschädigter Autofahrer an drei aufeinander folgenden Tagen bei der Kfz-Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers, erhält er dabei aber jeweils nur die Information, man könne für ihn noch "nichts tun", da sich ihr Versicherter bisher noch nicht gemeldet habe, so darf der Geschädigte einen Rechtsanwalt beauftragen, seine Interessen wahrzunehmen. Der Kfz-Haftpflichtversicherer kann dessen Rechnung nicht mit der Begründung unbezahlt lassen, die Einschaltung des Anwalts sei überflüssig gewesen - womit gegen die Schadenminderungspflicht verstoßen worden sei. Die wiederholten Aussagen des Versicherers, "noch nichts unternehmen" zu können, solange sich ihr Versicherter noch nicht zu der Angelegenheit geäußert habe, hätten die Einschaltung des Rechtskundigen gerechtfertigt. (LG Chemnitz, 6 S 105/12)

(Wolfgang Büser)