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Makler macht falsche Angaben zum Haus - Kann der Käufer Schadensersatz verlangen?

Darf ein Käufer Schadensersatz verlangen, wenn das Baujahr eines Hauses nicht stimmt?

In einem Fall des OLG Naumburg ging es um die Frage, ob der Käufer eines Hauses Schadensersatz vom Makler verlangen kann, wenn dieser falsche Angaben zum Baujahr gemacht hat. Wolfgang Büser hat das Urteil für Sie zusammengefasst.

 

Unser Rechtsexperte

Wolfgang Büser, Wirtschaftsjournalist und sparen.de-Experte für alle Rechtsfragen.

Nach ca. dreißig Jahren im öffentlichen Dienst ist Wolfgang Büser, im Übrigen auch als Lehrer in der Erwachsenenbildung, als Wirtschaftsjournalist für Tageszeitungen, Wochenzeitungen sowie Monatszeitungen tätig. Herr Büser steht Verbrauchern regelmäßig im ARD-Morgenmaga­zin, in der ZDF-Dreh­scheibe, zwei Landesfernseh- sowie verschiedenen Rundfunkanstalten mit Rat und Tat zur Seite.

Überdies war Herr Büser für die Fernsehsendungen ZDF-„Streit um drei“, ZDF-„Kerner“ und das SAT.1-Frühstücks­fern­se­hen als Rechtsexperte tätig.

 

Lesen Sie hier die Zusammenfassung unseres Experten:

"Vertrag zu Gunsten Dritter" verpflichtet auch den "Zweiten"

Die Käufer eines Grundstücks, das auf Vermittlung eines Maklers den Besitzer wechselte, haben zwar einen "Vertrag zu Gunsten eines Dritten" abgeschlossen. Der Makler kann jedoch gegenüber den Erwerbern schadenersatzpflichtig sein, wenn er in seinem Kurzexposé fahrlässig "unzutreffende Angaben zur Objektbeschreibung und Bauzeit" gemacht hat. Hat der Kunde im Vertrauen auf die Korrektheit der Beschreibung einen überhöhten Preis gezahlt, so kann er die Differenz vom Vermittler ersetzt verlangen. Dies allerdings reduziert wegen Mitverschuldens, wenn aus den übergebenen Bauzeichnungen der Fehler hätte erkannt werden können. (Hier hatte der Makler für ein 1.000 qm großes Grundstück als Zeitpunkt des Baues 1951/52" angegeben. In Wahrheit war es bereits 1934 als Wohnhaus genutzt und 1852 errichtet worden. Wegen der insoweit durchaus nicht eindeutigen Bauzeichnungen wurde der Ersatzanspruch der Käufer einschließlich der Maklerprovision um 1/3 gekürzt.) (OLG Naumburg, 10 U 8/10)

(Wolfgang Büser)