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Müssen Vermieter die Dachrinnen ihrer Häuser regelmäßig reinigen?

Verstopfte Dachrinne verursacht Wasserschaden

Für die Kontrolle und Reinigung von Dachrinnen ist der Vermieter zuständig. Es ist allerdings nicht dazu verpflichtet dies regelmäßig zu tun. Eine Ausnahme besteht nur dann, wenn mit einer erheblichen Verschmutzung zu rechnen ist. Stehen z. B. mehrere Laubbäume in der Nähe des Hauses, muss eine regelmäßige Kontrolle durchgeführt werden. Ist dies nicht der Fall und kommt es dennoch zu einer Verstopfung der Dachrinne mit anschließendem Wasserschaden, kann ein Mieter nicht in jedem Fall Schadensersatz von seinem Vermieter verlangen. Je nach Begebenheit kann es passieren, dass ein Mieter den Schaden selber beheben muss.

Unser Rechtsexperte

Wolfgang Büser, Wirtschaftsjournalist und sparen.de-Experte für alle Rechtsfragen.

Nach ca. dreißig Jahren im öffentlichen Dienst ist Wolfgang Büser, im Übrigen auch als Lehrer in der Erwachsenenbildung, als Wirtschaftsjournalist für Tageszeitungen, Wochenzeitungen sowie Monatszeitungen tätig. Herr Büser steht Verbrauchern regelmäßig im ARD-Morgenmaga­zin, in der ZDF-Dreh­scheibe, zwei Landesfernseh- sowie verschiedenen Rundfunkanstalten mit Rat und Tat zur Seite.

Überdies war Herr Büser für die Fernsehsendungen ZDF-„Streit um drei“, ZDF-„Kerner“ und das SAT.1-Frühstücks­fern­se­hen als Rechtsexperte tätig.

 

Ein Urteil dazu hat unser Experte Wolfgang Büser für Sie kommentiert:

Mietrecht: Vermieter müssen die Dachrinnen nicht "regelmäßig kontrollieren"

Die ordnungsgemäße Entwässerung des Hausdaches gehört zwar zur vom Vermieter geschuldeten "Soll-Beschaffenheit". Sie sind aber nicht verpflichtet, Dachrinnen und Regenabflüsse regelmäßig zu kontrollieren und zu reinigen. Etwas anderes gilt nur dann, wenn "konkrete Anzeichen für eine drohende Verstopfung vorliegen oder wenn aufgrund der Örtlichkeit mit Verstopfungen durch Laub zu rechnen ist" - das heißt, wenn Bäume in der Nähe sind und diese so hoch in der Himmel ragen, dass Laub in erheblichem Ausmaß auf das Dach und in die Regenrinnen fällt. Hier zu Lasten eines Mieters entschieden, der von seinem Vermieter Schadenersatz forderte, weil Regenwasser in seine Wohnung eingedrungen war. "Es gibt allerdings auch in diesem Fall keinen 'ersten Anschein' dahin, es entspreche einem typischen Geschehensablauf, dass Rückstaubildungen stets auf eine Verletzung - etwa von Reinigungspflichten - zurückzuführen sind. Dies kann eine Ursache sein. Daneben gibt es jedoch weitere mögliche Ursachen, wie Fremdkörper in den Rohren oder nicht vorhersehbare Wassermengen aufgrund eines ungewöhnlich starken Regens und Ähnliches". Der Mieter ging leer aus, weil dem Vermieter nicht nachgewiesen werden konnte, seine Reinigungspflicht verletzt zu haben - zumal der Wasserschaden im Sommer eintrat...). (OLG Düsseldorf, 24 U 256/11)

(Wolfgang Büser)