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Langfristiger Vermögensaufbau durch Dividenden

„Etwas höhere Zinsen wären mir sogar lieber“, gibt auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble seine Einschätzung zur derzeitigen Zinssituation ab. Zusätzlich gibt er zu bedenken, dass der Zins auf einem derart niedrigen Niveau, wie es momentan der Fall ist, seine ökonomische Funktion nicht mehr erfüllt. Auch, wenn die schwarze Null im Bundeshaushalt dadurch leichter erreicht werden kann, bereitet die anhaltende Niedrigzinsphase viele Probleme.

So auch für den Privatanleger, der mittlerweile den Vermögensaufbau mittels Tages- und Festgeldkonten kaum noch bewerkstelligen kann, da diese nahezu keine Erträge mehr abwerfen. Durch die Anpassung der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) an die hohe Verschuldung und das niedrige Wirtschaftswachstum der europäischen Staaten werden die niedrigen Zinsen von oben nach unten durchgereicht und landen später bei den einzelnen Banken, die diese Zinsquoten an den Kunden weiterreicht. Der Privatanleger, der sein Geld vermehren möchte, stellt sich nun also die Frage, wo das eigene Vermögen gewinnbringend angelegt werden kann.

Eine Möglichkeit, die momentan an Popularität gewinnt, ist die Dividende, die viele Unternehmen an ihre Aktionäre ausschütten. Allein in diesem Jahr rechnen die Analysten mit einer Ausschüttung in Höhe von 29,5 Milliarden Euro, die den Anlegern der DAX-Konzerne zukommt. Das entspricht einer durchschnittlichen Rendite von etwa zwei Prozent und schlägt damit die Tages- und Festgeldkonten um Längen. Doch unter den einzelnen Unternehmen finden sich vereinzelt Konzerne, die eine deutlich höhere Quote ausschütten.

Zu den Spitzenreitern im deutschen Leitindex DAX zählen unter anderem Eon, K+S, Allianz, Daimler und Munich Re, die alle eine Dividende zwischen vier und sechs Prozent an ihre Anteilseigner ausschütten und diese somit an ihrem Gewinn beteiligen. Auch Daimler und BASF konnten in der jüngsten Vergangenheit die Dividende anheben und sorgten somit für positive Resonanz an den Finanzmärkten.

Ganz nach dem Motto „Die Dividende ist der neue Zins“ erfahren auch große Fonds erhebliche Zuläufe, die die Dividendenstars unter einem Dach vereinen. Der weltweit investierte DWS Top Dividende konnte im vergangenen Jahr eine stolze Summe von 365 Millionen Euro an seine Anleger ausschütten und weist somit eine durchschnittliche Rendite von 3,6 Prozent auf. Ein derartiger Fonds ermöglicht die Partizipation an vielen verschiedenen Unternehmen mit attraktiver Dividendenrendite, was der Risikodiversifikation zugutekommt.

Angesichts der Tatsache, dass ein Investor, der im Jahre 1970 exakt 100 Euro in europäische Aktien gesteckt hat, Ende 2010 ohne Dividenden 1169 Euro aufweisen kann, mit Dividenden aber 5126 Euro bejubeln darf, ist es offensichtlich, dass Aktien oder Fonds mit einer soliden Dividendenrendite in jedes breit aufgestellte und ausbalancierte Depot gehören. Vor allem in Anbetracht der niedrigen Zinsen, die noch einige Zeit auf diesem Niveau verweilen dürften, lohnt sich ein Blick auf die dividendenstarken Werte in den amerikanischen und europäischen Indizes.