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Krankheit mindert Urlaub nicht

Ist der Urlaubsplan ausgefüllt, geht die Abstimmung erst los / In den Ferien vor einem „Rückruf“ weitgehend sicher / Teil 2

 

Um Probleme der Urlaubsgewährung für 2018, wenn mehrere  Mitarbeiter zur selben Zeit auf Reisen gehen wollen; ob Urlaubstermine geändert werden können beziehungsweise der Arbeitgeber nachträglich ein Veto einlegen kann und um Krankheit während des Urlaubs, die die Erholung beeinträchtigen könnte, ging es im ersten Teil unserer kleinen Serie. Diesmal sind unter anderem „Brückentage“ Thema. 

>> Wenn der normale Erholungsurlaub nicht reicht: Besteht dann Anspruch auf unbezahlten Urlaub? Gesetzlich ist das nicht geregelt. In begründeten Fällen muss der Arbeitgeber aber solche Wünsche erfüllen, wenn der Betriebsablauf aus seiner Sicht das zulässt.

 

>> Können Überstunden gesammelt werden, um so den Urlaubsanspruch zu verlängern? Ja – wenn der Arbeitgeber damit einverstanden ist.

 

>> Und wie steht es um die Urlaubsverlängerungen durch „Brückentage?“ – Hier kann es durchaus (noch) mehr Streit um freie Tage geben, da diese Urlaubs-Sahnestückchen ja mehrmals im Jahr zum Aussetzen reizen. Hier gilt wie sonst auch: Fairness innerhalb der Belegschaft – gegebenenfalls festgelegt durch den jeweiligen Chef.

 

>> Kann ausgefallener Urlaub noch im Folgejahr genommen werden? Ja - doch muss das im Regelfall bis zum 31. März geschehen (Ablauf des gesetzlichen „Übertragungszeitraums“), je nach Tarifvertrag auch zum Teil wesentlich später. Bedingung ist aber meist, dass er in Absprache mit dem Arbeitgeber auf das neue Jahr „übertragen“ wurde.

 

>> Und wenn ein Arbeitnehmer das ganze Jahr über arbeitsunfähig krank war? Dann wird der Urlaubsanspruch ebenfalls auf das nächste Jahr übertragen. Er verfällt aber nicht am Ende des Übertragungszeitraums, sondern bei andauernder Krankheit erst ein Jahr später: nach 15 Monaten. - Scheidet ein Mitarbeiter arbeitsunfähig aus dem Arbeitsverhältnis aus, so ist restlicher Urlaub (als einzige gesetzliche Abgeltungsmöglichkeit) bar auszuzahlen. Dies gilt aber nur für den Mindesturlaub von vier Wochen. Im Arbeits- oder Tarifvertrag kann für zusätzliche Urlaubsansprüche Abweichendes gelten.

 

>>  Besteht auch schon während einer Probezeit Anspruch auf Urlaub? Im Einvernehmen mit dem Arbeitgeber: ja. Jedoch sieht das Gesetz für den ersten vollen Urlaubanspruch eine Wartezeit von sechs Monaten vor.

 

>> Darf während der Ferien in einem anderen Betrieb gearbeitet werden? – Rechtlich gesehen: nein, da der Urlaub „Erholung bringen“ soll. Am eigenen Häuschen darf aber durchaus gewerkelt werden...

 

>> Gilt für Teilzeitkräfte (etwa Minijobs) dasselbe wie für Vollzeiter? Ja. Das Bundesurlaubsgesetz spricht nur von „Arbeitnehmern“ –

unabhängig von der Zahl der wöchentlichen Arbeitsstunden.

 

>> Schließlich: Hat der Arbeitgeber das Recht, einen Mitarbeiter aus dem Urlaub „zurückzuholen“? – Nein, das hat das Bundesarbeitsgericht schon vor Jahren gesagt (AZ: 9 AZR 405/99). Dies solle sogar dann gelten, wenn eine Rückrufmöglichkeit vorher vereinbart worden war. Aber auch dieses Urteil gilt nur für den Mindesturlaub von vier Wochen. Unabhängig davon dürfte ein „Rückruf“ erlaubt sein, wenn ein betrieblicher Notfall vorliegt, etwa wegen einer Naturkatastrophe. Und natürlich „auf freiwilliger Basis“...

 

Das Thema in der nächsten Woche lautet: Urlaubsplan Teil 3 – unter anderem mit „Stellenwechsel“, „Schwerbehinderten“ und „Elternzeit“.