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Kassensysteme des Einzelhandels im Vergleich

Elektronische Registrierkassen und PC-geschützte Kassensysteme sind grundsätzlich häufig im Visier der Finanzbehörden, da sich diese Systeme mit Hilfe der Hersteller manipulieren lassen. Mit dem Steuerbetrug soll nun Schluss sein. Die Finanzverwaltung schreibt ab dem 1. Januar 2017 vor, dass es elektronische Kassensysteme geben muss, die Umsätze für einen Zeitraum von zehn Jahren unverändert speichern. Kann eine Kasse dies nicht, muss also eine neue Kasse her. Grundsätzlich bedeutet dies jedoch nicht, dass es eine Pflicht gibt, elektronische Kassen einzusetzen.

Wird demnach eine offene Ladenkasse geführt, so kann nicht dazu verpflichtet werden, ab 2017 auf eine elektronische Kasse umzusteigen. Nach wie vor sind offene Ladenkassen durchaus möglich, da der Gesetzgeber nicht zum Einsatz von elektronischen Kassensystemen verpflichtet. Rechtlich besteht sogar die Möglichkeit, ein elektronisches Kassensystem am 31. Dezember 2016 zu entsorgen und dies durch eine offene Ladenkasse zu ersetzen. Die offene Ladenkasse ist eine Barkasse, bei welcher auf jegliche Technik verzichtet wird. Grundsätzlich hat jedes Kassensystem seine Vor- und Nachteile und birgt Gefahren und Fallen. Diese Fallen nutzen die Betriebsprüfer häufig aus. Von Vorteil ist es für Unternehmen also immer, sich strikt an die gesetzlichen Vorgaben zu halten. Schließlich möchte wirklich kein Unternehmen, dass es bei der Betriebsprüfung zu bösen Überraschungen kommt. Dies zu riskieren ist in jedem Fall die schlechteste Lösung. Hier sind die elektronischen Kassensysteme im Vergleich.

 

Aus welchen Komponenten besteht ein Kassensystem?

Grundsätzlich besteht jedes Kassensystem aus verschiedenen Komponenten. Diese Komponenten sind das Kassenprogramm, die Recheneinheit, das Display, das Eingabegerät, der Bon-Drucker, die Kassenlade sowie die Zusatzgeräte. Zu den Zusatzgeräten zählen das Kundendisplay, das Kartenlesegerät, Handhelds und der Scanner. Kassensysteme lassen sich immer vernetzen. Auf diese Weise können sie in mehreren Filialen eingesetzt und zentral gesteuert werden.

 

Das Touchscreen-Kassensystem

Touchscreen-Kassensysteme zeichnen sich dadurch aus, dass sie das Display, das Eingabegerät und die Recheneinheit in nur einem Gehäuse unterbringen. Das funktioniert aufgrunddessen, dass das Display gleichzeitig das Eingabegerät ist. Dies ist dank der Touch-Technologie möglich. Alle anderen Bestandteile des Kassensystems sind abhängig vom jeweiligen Modell entweder ebenfalls im Gehäuse untergebracht oder eigenständig. Für Touchscreen-Kassensysteme gibt es grundsätzlich verschiedene Hersteller. Besonders bekannt und beliebt sind hierbei Duratec, Casio, Vectron, Orderbird oder Quorion.

 

Das iPad-Kassensystem

Wie der Name bereits verrät, funktioniert das iPad-Kassensystem über eine Kassensoftware, die eigens für das iPad entwickelt worden ist. Das Apple-Device wird dank der Apps zum Touchscreen-Kassensystem. Da für ein vollständiges Kassensystem mehrere Geräte notwendig sind, werden die anderen notwendigen Geräte mittels Bluetooth oder WLAN angesteuert. Damit mit diesen Kassensystemen gearbeitet werden kann, muss WLAN vorhanden sein. Häufig bieten iPad-Kassensystem-Anbieter nicht nur die App an sich an, sondern gleich das komplette Hardwarepaket. In diesem Paket sind dann das iPad, der WLAN-Drucker oder beispielsweise der Bondrucker bereits enthalten. Die bekanntesten Hersteller dieses Systems sind Inventorum, SumUp, roc.Kasse, Orderbird, 9Cookies oder GASTROFIX.
 

Mobile Kartenlesegeräte

Mobile Payment oder auch mobile Kartenlesegeräte genannt, ermöglichen es, dass überall eine Zahlung per Kredit- oder EC-Karte angenommen werden kann. Dies gilt sowohl für den Taxifahrer im Dorf, als auch für den Caterer mitten im Park. Die einzige Voraussetzung hierfür sind ein Tablet oder Smartphone. Selbstverständlich muss das jeweilige Gerät mit dem Internet verbunden sein. Mobile Kartenlesegeräte werden von Finanzdienstleistern angeboten. Die Finanzdienstleister regeln die Zahlungen mit den kartenausgebenden Instituten. Auf diese Weise sorgen die Finanzdienstleister dafür, dass der Einzelhandel sein Geld erhält. Dafür nehmen sie eine Gebühr. Die mobile-Payment-Anbieter vergeben eine App für die jeweiligen Zahlungen sowie einen Kartenleser, mit welchem Magnetstreifen- oder Chipkarten ausgelesen werden können. Manche Geräte sind sogar für NFC geeignet. Bekannte Hersteller von mobilen Kartenlesegeräten sind zum Beispiel SumUp, payleven, iZettle oder Concardis Optipay.
 

Eine offene Ladenkasse?

Im Falle einer offenen Ladenkasse muss täglich ein Kassenbericht geführt werden. Auf diese Weise können die Tageseinnahmen rechnerisch ermittelt werden. Der Kassenbestand muss zunächst mittels Zählung ermittelt werden. Von diesem müssen nun der Kassenbestand des Vortages sowie die Bareinlagen abgezogen werden. Zu dieser Summe kommen dann die Ausgaben sowie die Barentnahmen hinzu. Das Ergebnis sind die jeweiligen Tageseinnahmen. Bei diesem System ist eine tägliche Kassenbestandsaufnahme dringend erforderlich. Auch ein Kassenbuch kann diesen Kassenbericht nicht ersetzen.