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Kann man mit Einsteigertarifen bei der Berufsunfähigkeitsversicherung sparen?

Auch bei einem guten Lebensstil kann eine schwere Krankheit oder ein plötzlicher Unfall dazu führen, dass man seine bisherige Arbeit für längere Zeit nicht mehr ausüben kann und auf finanzielle Unterstützung angewiesen ist. Jeder Vierte wird in Deutschland noch vor seinem eigentlichen Renteneintrittsalter berufsunfähig. Berufsunfähig ist man dann, wenn man seinen aktuellen Beruf gar nicht mehr oder nur noch zu höchstens 50% ausüben kann. Und das dauerhaft, also länger als sechs Monate. Auch Studenten und Azubis gelten unter diesen Bedingungen als berufsunfähig.

Die Hauptursache von Berufsunfähigkeit sind laut der Ratingagentur Morgen & Morgen mit 31% psychische Erkrankungen, wie Burnout oder Depressionen. An zweiter Stelle folgen Erkrankungen des Skeletts und Bewegungsapparats (22%), wie zum Beispiel ein Bandscheibenvorfall. Erst an vierter Stelle, noch nach den Tumoren, sind Unfälle als Ursache verzeichnet. So kann eine Berufsunfähigkeit grundsätzlich jeden treffen und sollte keinesfalls unterschätzt werden. Besonders junge Menschen machen sich selten Gedanken um die Absicherung ihrer eigenen Arbeitskraft. Sie sind hinsichtlich finanzieller Probleme durch eine Berufsunfähigkeit jedoch am stärksten betroffen, da sie oftmals keine finanziellen Absicherungen besitzen. Zudem steht ihnen meist noch keine gesetzliche Erwerbsminderungsrente zu. Die Erwerbsminderungsrente bekommt man erst dann ausgezahlt, wenn mindestens fünf Jahre Beiträge in die gesetzlichen Kassen eingezahlt wurden.

Berufsunfähigkeitsversicherung für junge Menschen

Eine gute Möglichkeit für junge Menschen, sich gegen die finanziellen Folgen einer Berufsunfähigkeit abzusichern, ist die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU). So können sich Studenten und Azubis privat absichern und vor finanziellen Engpässen durch eine Berufsunfähigkeit schützen. Sobald der Vertrag für die BU unterzeichnet und der erste Monatsbeitrag gezahlt wurde, besteht der Anspruch auf die monatliche Berufsunfähigkeitsversicherungsrente (BU-Rente). So bekommt auch ein seit Kurzem versicherter Student, der wegen eines Unfalls mehr als sechs Monate nicht studieren bzw. arbeiten kann, eine BU-Rente. Der monatliche Betrag, den die Versicherung bei einer Berufsunfähigkeit zahlt, wird bei Abschluss der BU mit dem Versicherer individuell festgelegt. Empfohlen wird dabei, 50 - 70 % des letzten Nettogehalts abzusichern, mindestens aber 1.000 Euro. Die Höhe des zu zahlenden Versicherungsbeitrags ist individuell abhängig von

  • Alter,
  • Beruf,
  • Gesundheitssituation sowie
  • Höhe der vereinbarten monatlichen Rente.

Hierbei gilt grundsätzlich: Je jünger und gesünder man bei Abschluss der BU ist, desto günstiger sind die monatlichen Beiträge. So können junge Menschen aufgrund ihres Alters und ihrer guten Gesundheit von günstigen Beiträgen profitieren. Zusätzlich gibt es sogenannte Einsteigertarife, deren geringe monatliche Beiträge besonders für junge Menschen attraktiv sind.

Einsteigertarife

Bei der BU wird unter anderem zwischen Normaltarifen und Einsteiger- bzw. Startertarifen unterschieden. Die Normaltarife haben über die Jahre einen festen monatlichen Betrag, der bei Vertragsabschluss durch die oben genannten Kriterien festgelegt wird. Einsteigertarife zeichnet ein in den ersten Jahren geringerer monatlicher Beitrag aus, der auch jungen Menschen mit schmalem Geldbeutel eine BU ermöglichen soll. Wenn sich junge Menschen also den Normaltarif nicht leisten können, können sie alternativ zu einem Startertarif greifen. Aber lässt sich tatsächlich bares Geld sparen, wenn eine BU zum Einsteigertarif abgeschlossen wird? Nein, über einen längeren Zeitraum gesehen spart man bei diesem Tarif insgesamt nicht. Die monatlichen Beiträge des Einsteigertarifs werden über die Jahre dem Normaltarif wieder angepasst und liegen dann oft über diesem. Bei der “stufenweisen Anpassung” steigen die monatlichen Beträge in einem festen Intervall von fünf oder zehn Jahren immer etwas an. Das bedeutet: Zu Beginn sind die Beiträge bei einem Einsteigertarif zwar günstiger als der Normaltarif, im weiteren Verlauf jedoch teurer, so dass auf die gesamte Laufzeit gesehen nicht gespart, sondern sogar mehr Geld ausgegeben wird.

Innerhalb der Einsteigertarife gibt es große Unterschiede bei der stufenweisen Anpassung der Beiträge. Die Basler mit ihrem Tarif “Berufsunfähigkeitsversicherung Einsteiger” fiel bei einem Rating (2016) der unabhängigen Ratingagentur Franke und Bornberg sehr positiv auf. Das bestätigt auch der Versicherungsexperte Dr. Viktor Becher von Getsurance: “Bei jungen Versicherungsnehmern empfehlen wir oft den Einsteigertarif der Basler. Dieser ist im Vergleich mit anderen Einsteigertarifen insgesamt günstiger.” Weitere von der Ratingagentur als “hervorragend” bewertete Tarife waren u.a. die “BU-StartPolice (E356)” der Allianz und die Gothaer mit ihrem “Berufsunfähigkeitsversicherung Premium mit Starter-Option”-Tarif.

Zusammengefasst: Vor- und Nachteile der Einsteigertarife

Vorteile Einsteigertarif

Nachteile Einsteigertarif

  • In den ersten Jahren günstiger als der Normaltarif

 

  • Auch junge Menschen mit wenig Geld können so ihre Arbeitskraft absichern

 

  • Finanzielle Unterstützung für Studenten, Azubis und Berufseinsteiger bei Berufsunfähigkeit, die vom Staat meist kein Geld erhalten

 

  • Beiträge nach fünf oder zehn Jahren höher als der Normaltarif

 

  • Über den gesamten Versicherungszeitraum keine Ersparnis gegenüber dem BU-Normaltarif, sondern oft teurer

Fazit

Die Einsteigertarife sind eine gute Option für junge Menschen mit kleinem Geldbeutel, für die eine BU mit Normaltarif zu teuer ist. Kann man sich den Normaltarif der BU jedoch auch bereits in jungen Jahren leisten, sollte man sich in jedem Fall über diesen versichern. Denn am Ende rentiert sich der zu Beginn günstige Beitrag nicht, sondern ist sogar teurer. So besteht durch Einsteigertarife der BU über die gesamte Versicherungslaufzeit keine Ersparnis von Beiträgen.