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Ist eine zweite Fahrt nach Hause auch über die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert?

In Ausnahmefällen kann eine zweite Fahrt nach Hause versichert sein

Die gesetzliche Unfallversicherung dient vor allem dem Zweck Arbeitsunfälle, Berufskrankheiten oder auch Wegeunfälle abzusichern. Dazu sind in der Versicherung zum einen Sachleistungen wie z. B. die häusliche Krankenpflege und zum anderen Geldleistungen wie z. B. Lohnersatz- bzw. Entschädigungsleistungen enthalten. Wie bei jeder Versicherung sollten allerdings auch bei der gesetzlichen Unfallversicherung einige Dinge beachtet werden. So kann bspw. eine vorsätzliche Selbstverletzung, der übermäßige Konsum von Alkohol am Arbeitsplatz oder das Abweichen oder längere Unterbrechen des Weges zwischen Wohnung und Arbeitsplatz zu einem Verlust des Versicherungsschutzes führen. Bei Wegeunfällen kann jedoch eine Ausnahme dazu führen, dass ein Unfall, trotz Unterbrechung, versichert ist.

Unser Rechtsexperte

Wolfgang Büser, Wirtschaftsjournalist und sparen.de-Experte für alle Rechtsfragen.

1938 in Dortmund geboren, arbeitete lange Zeit für eine gesetzliche Krankenversicherung und ist seit 1984 als Freier (Fach-)Journalist für Rechtsthemen tätig,

Im Fernsehen tritt er als Berater und Rechtsexperte auf und war unter anderem drei Jahre lang für die ZDF-Gerichtsshow "Streit um drei" vor der Kamera.

Heute gibt Wolfgang Büser Tipps regelmäßig unter anderem in Sendungen des ARD-Morgenmagazins (alle 2 Wochen in den "ungeraden" Wochen des Jahres), "daheim und unterwegs" (im WDR Fernsehen) sowie der "drehscheibe Deutschland" (im ZDF). Außerdem ist er mit seinen Tipps im WDR 4 sowie für mehrere Printmagazine tätig.

 

Unter welchen Umständen eine zweite Fahrt von der Arbeit nach Hause noch versichert ist hat Wolfgang Büser kommentiert:

Unfallversicherung: Auch ein zweiter Weg nach Hause kann geschützt sein

Stellt ein Arbeitnehmer auf seinem Weg von der Arbeitsstelle nach Hause fest, dass er seine Geldbörse im Betrieb liegen gelassen hatte und kehrt er deswegen um, so steht er auf dem anschließenden zweiten Weg zu seiner Wohnung grundsätzlich nicht unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung, weil die Unterbrechung "eigenwirtschaftlich" veranlasst war. Gibt er jedoch an, im Betrieb etwa 15 Minuten lang mit Kollegen Dienstliches besprochen zu haben, so ist damit der Versicherungsschutz wieder aufgelebt. Aus der Urteilsbegründung: Der Arbeitnehmer habe "in Form des Kollegengesprächs seine berufliche Tätigkeit faktisch wieder aufgenommen". (LSG Baden-Württemberg, L 2 U 5220/10)

(Wolfgang Büser)