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Hinterbliebenenrente: Wie viel dürfen Witwen/Witwer und Waisen hinzuverdienen?

Mitte 2013 wurden die Gesetze zur Hinterbliebenenrente angepasst

Die Hinterbliebenenrente dient dazu Ehegatten oder Kinder eines Verstorbenen finanziell zu unterstützen. Die Rente soll den Unterhalt ersetzen, den der Verstorbene erbracht hat. Neben dem Bezug der Rente können Hinterbliebene noch einen bestimmten Betrag hinzuverdienen. Wie hoch ein zusätzlicher Verdienst sein darf, können Sie unten auf der Seite, in dem Beitrag unseres Experten Wolfgang Büser nachlesen. Dieser hat für Sie auch alle weiteren Änderungen der Hinterbliebenenrente zusammengefasst, die Mitte 2013 in Kraft getreten sind.

Unser Rechtsexperte

Wolfgang Büser, Wirtschaftsjournalist und sparen.de-Experte für alle Rechtsfragen.

1938 in Dortmund geboren, arbeitete lange Zeit für eine gesetzliche Krankenversicherung und ist seit 1984 als Freier (Fach-)Journalist für Rechtsthemen tätig,

Im Fernsehen tritt er als Berater und Rechtsexperte auf und war unter anderem drei Jahre lang für die ZDF-Gerichtsshow "Streit um drei" vor der Kamera.

Heute gibt Wolfgang Büser Tipps regelmäßig unter anderem in Sendungen des ARD-Morgenmagazins (alle 2 Wochen in den "ungeraden" Wochen des Jahres), "daheim und unterwegs" (im WDR Fernsehen) sowie der "drehscheibe Deutschland" (im ZDF). Außerdem ist er mit seinen Tipps im WDR 4 sowie für mehrere Printmagazine tätig.

 

 

Lesen Sie hier die Zusammenfassung unser Rechtsexperte Wolfgang Büser:

 

Gute Nachricht für Hinterbliebenenrentner:

Witwen, Witwer und Waisen können mehr hinzuverdienen

Neben der Rentenerhöhung zur Jahresmitte 2013, an der alle Rentner teilhaben, hat das Gesetz für Bezieher einer Hinterbliebenenrente eine weitere Verbesserung parat: Witwen, Witwer und Waisen können jetzt mehr als vorher hinzuverdienen, ohne dass ihre Hinterbliebenenrente darunter leidet: im Osten dank erheblich größerer Rentenerhöhung als im Westen auch spürbar mehr.  

 

Die Grenzwerte haben sich erhöht, und zwar für

  • Witwen und Witwer im Westen marginal von 741,05 Euro auf 742,90 Euro, im Osten aber von 657,89 Euro auf 679,54 Euro im Monat – jeweils „netto“
  • Waisenrentner im Westen von 494,03 Euro auf 495,26 Euro, im Osten von 438,59 Euro auf 453,02 Euro im Monat – ebenfalls jeweils „netto“.

Für Witwen/Witwer mit Kindern, die noch erzogen werden, ist der zusätzliche Freibetrag gestiegen: im Westen von 153,83 Euro auf 157,58 Euro pro Monat (im Osten von 139,55 € auf 144,14 €).

Ganz wichtig: Übersteigendes Nettoeinkommen wird nicht in voller Höhe, sondern nur zu 40 Prozent an der Hinterbliebenenrente gekürzt. Errechnet wird das Nettoeinkommen grundsätzlich aus dem Vorjahr, aus dem laufenden Jahr zum Beispiel dann, wenn es um wenigstens zehn Prozent niedriger ist. Angerechnet wird (fast) alles, was neben der Hinterbliebenenrente an Einkommen bezogen worden ist beziehungsweise bezogen wird: Arbeitsverdienst, Arbeitseinkommen aus selbstständiger Tätigkeit, Miet- und Zinseinnahmen, ferner eine eigene Rente. Nicht berücksichtigt werden steuerfreie Einnahmen wie das Arbeitslosengeld II, vom Sozialamt gezahlte Grundsicherungsleistungen beziehungsweise Sozialhilfe.

Errechnet wird das anzusetzende Nettoeinkommen nicht individuell, sondern pauschal. Beispiel: Arbeitet eine Witwe noch und verdient 2.000 Euro brutto im Monat, so gilt als zu berücksichtigendes Einkommen ein um 40 Prozent geringerer Betrag, demnach 1.200 Euro. Davon wird der Freibetrag von zum Beispiel (gerundet) 743 Euro abgezogen, ergibt 457 Euro. Dieser den Freibetrag übersteigende Satz wird allerdings noch einmal um 60 Prozent gekürzt, also nur in Höhe von 40 Prozent angerechnet. Das ergibt in diesem Fall eine Rentenkürzung um (40 % von 457 € =) 182,80 Euro pro Monat. Der Witwe verbleiben neben ihrem (individuell gezahlten) Nettoeinkommen somit von ihrer Witwenrente, die (angenommen) 690 Euro monatlich beträgt, 507,20 Euro.

Eigene Renten werden, bevor es zu einer Anrechnung kommt, um pauschal 13 Prozent (bei Rentenbeginn nach 2010 um 14 %) gekürzt. Ist neben dem normalen Kranken- und Pflegeversicherungsbeitrag ein Zusatzbeitrag zu zahlen, so werden weitere zehn Prozent von der Rente abgezogen, bevor es ans Anrechnen geht.

(Wolfgang Büser)