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Hilfe für Flüchtlingshelfer: Ist „Mama Merkel“ auch für Freiwillige und Ehrenamtliche da?

Helfende Hände werden gebraucht, um die vielen Menschen aus Syrien, Irak oder Afghanistan versorgen zu können. Dabei geht es zunächst um die Erstversorgung an Bahnhöfen und Notunterkünften. Aber auch – und das ist die wichtige „nachhaltige“ Komponente – um die Betreuung und  Unterstützung der Angekommenen. Oder einfach um den (Frei-)Zeit-vertreib mit den vielen Flüchtlingskindern. Doch wie sind Helfers Hände versichert, wenn sie bei ihren guten Taten Schaden nehmen?

Wolfgang Büser, Wirtschaftsjournalist. sparen.de-Experte für alle Rechtsfragen.

Nach ca. dreißig Jahren im öffentlichen Dienst ist Wolfgang Büser, im Übrigen auch als Lehrer in der Erwachsenenbildung, als Wirtschaftsjournalist für Tageszeitungen, Wochenzeitungen sowie Monatszeitungen tätig. Herr Büser steht Verbrauchern regelmäßig im ARD-Morgenmaga­zin, in der ZDF-Dreh­scheibe, zwei Landesfernseh- sowie verschiedenen Rundfunkanstalten mit Rat und Tat zur Seite.

Überdies war Herr Büser für die Fernsehsendungen ZDF-„Streit um drei“, ZDF-„Kerner“ und das SAT.1-Frühstücks­fern­se­hen als Rechtsexperte tätig.

Werden Bürger ehrenamtlich im Auftrag von Gemeinde, Stadt, Land oder Bund tätig, so sind sie automatisch gesetzlich unfallversichert. Das gilt zum Beispiel für Helfer in den Flüchtlingsunterkünften. Auch Ehrenamtliche, die für die Kommune Flüchtlinge zum Beispiel bei Behördengängen unterstützen oder zum Arzt begleiten, sind bei diesen Tätigkeiten gesetzlich unfallversichert, wenn ihnen dabei etwas zustoßen sollte.

Versichert ist – neben der Arbeit an sich – auch der Weg zum Aufenthaltsort und zurück; mit Ausnahme etwaiger privater Abstecher (wie zum Beispiel der Weg zum Supermarkt für den Einkauf für zuhause). Hier gilt insofern gleiches Recht wie für Arbeitnehmer. Die Unfallkasse kommt im Falle des (Un-)Falles für die Kosten der Behandlung und Rehabilitations-Maßnahmen auf. Das kann sogar - sollte die Erwerbsfähigkeit als Folge des Unfalles um mindestens 20 Prozent gemindert sein – zur Zahlung einer Rente führen.

Das gleich gilt natürlich für Ehrenamtliche in Vereinen oder Verbänden wie zum Beispiel dem Deutschen Roten Kreuz oder der Caritas. Die „Mitarbeiter“ dort wissen an welchen Unfallversicherungsträger oder an welche Unfallkasse sie sich wenden müssen. Für die „nichtorganisierten“ Helfer gilt im Regelfall, dass sie über die Landes-Unfallkassen oder über die private Sammelversicherungen der Länder (nur Hamburg und Schleswig-Holstein haben eine solche nicht) abgesichert sind. In jedem Fall sollte dazu der Organisator der Hilfsaktion gefragt werden. Und das bestenfalls vorab.

Passiert ein Unfall, so sollte der Träger informiert werden, für den der Helfer tätig ist – also zum Beispiel für einen Verein oder einen Wohlfahrtsverband. Der meldet den Schaden dann der Landes-Unfallkasse oder der privaten Unfallversicherung des Landes – je nachdem, wer zuständig ist. Unter Umständen muss nachgewiesen werden, dass der Verletzte auch tatsächlich beauftragt worden ist. Listen über die Personen, die mitanpacken, sind dabei außerordentlich hilfreich.

Wichtig: Bringt jemand auf eigene Faust ein Bobbycar in ein Flüchtlingsheim und stürzt er (oder sie) dabei, so ist das „Privatsache“ und „Mama Merkel“ außen vor. Nächstenliebe hin, soziales Engagement her. Dann hilft nur eine private Unfallversicherung (falls abgeschlossen) – und natürlich die eigene Krankenversicherung: privat oder gesetzlich.