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Gilt eine Rechtsschutzversicherung auch für Streitigkeiten im Internet?

  1. Streitigkeiten im Internet gehören zum privatrechtlichen Rechtsbereich und sind somit von fast jeder Rechtsschutzversicherung abgedeckt.
  2. Meist ist eine privatrechtliche Rechtsschutzversicherung nur in Kombination mit anderen Rechtsbereichen im Angebot.
  3. Auch bei einer Rechtsschutzversicherung ist in jedem Fall auf die Konditionen und Vertragsbestimmung zu achten.

Gilt eine Rechtsschutzversicherung auch für Streitigkeiten im Internet?

 

Wie in der realen Welt gilt eine Rechtsschutzversicherung auch für juristische Streitigkeiten im Internet. Dabei handelt es sich je nach Streitfall meist um den privatrechtlichen Rechtsbereich. Abhängig von der jeweiligen Rechtsschutzversicherung wird der privatrechtliche Rechtsbereich meist nur in Verbindung mit anderen Rechtsbereichen als Paket angeboten. Sollten also Probleme zum Beispiel beim Online Einkauf oder bei sozialen Plattformen auftauchen, kann eine Rechtsschutzversicherung helfen, dagegen die nötigen juristischen Maßnahmen zu ergreifen. Eine einzelne privatrechtliche  Rechtsschutzversicherung gibt es jedoch kaum. Oft wird der privatrechtliche Rechtsschutz nur in Kombination mit anderen Rechtsbereichen wie zum Beispiel dem Verkehrsrecht als Paket angeboten. Neben dem Verkehrsrecht kann so ein Paket aus folgenden Rechtsbereichen bestehen:

 

  1. Der Privatrechtsschutz deckt alle privatrechtliche Konflikte ab und würde auch den Rechtsstreit bei Internet Tätigkeiten einschließen.
  1. Der berufliche Rechtsschutz betrifft das Arbeitsrecht. Hier würde die Rechtsschutzversicherung zum Beispiel bei Problem mit der Lohnzahlung oder der Ausstellung des Arbeitszeugnisses helfen.
  1. Der verkehrsrechtliche Versicherungsschutz deckt verkehrsrechtliche Verfahren ab und ist eine der beliebtesten Rechtsschutzversicherungen. Dabei gibt es zwei Arten von Verkehrsrechtsschutzversicherungen: den Fahrzeugrechtsschutz und den Fahrerrechtsschutz.
  1. Immobilien- und Grundstücke können die Rechtsschutzversicherung umfassen. Dafür sind zunächst die Art und die Nutzung des Gebäudes entscheidend. So können sich sowohl Besitzer als auch Mieter rechtsschutzversichern. Die Rechtsschutzversicherung ist immer auf das jeweilige Gebäude oder Objekt bezogen. Außerdem können zum Beispiel Stellplätze oder Garagen mitversichert werden.

 

Um unnötig hohe Beiträge zu vermeiden, sollten unbedingt die individuell passenden Rechtsbereiche ausgewählt werden. Pakete in denen nicht benötigte Rechtsbereiche enthalten sind gilt es zu vermeiden.

 

Auch bei einer Rechtsschutzversicherung für Internet-Tätigkeiten ist auf die Konditionen zu achten

In jedem Fall sollte man beim Abschluss der Rechtschutzversicherung auf die einzelnen Konditionen und Bestimmungen des Vertrages achten. Da für Streitfragen im Internet in der Regel der privatrechtliche Rechtsbereich gilt, ist auch hier auf folgende Konditionen und Bestimmungen des Rechtsschutzversicherungsvertrages zu achten:

 

  1. Inland und Ausland: Vor allem im Internet verwischen die nationalen und internationalen Grenzen. Ein grundsätzlicher Auslandsschutz in Rechtsfragen bieten die meisten Rechtsschutzversicherungen.
  1. Versicherungssumme: Die Höhe der Versicherungssumme der Rechtsschutzversicherung sollte in jedem Fall auch bei hohen Streitwerten ausreichen. Oft ist diese sogar unbegrenzt.
  1. Kündigungsfristen: Generell kann eine Rechtsschutzversicherung zum Ende eines Versicherungsjahres gekündigt werden. Dennoch ist hier vor allem auf die Kündigungsfristen zu achten. Wird diese Frist nicht eingehalten, verlängert sich die Rechtsschutzversicherung in der Regel automatisch.
  1. Ausgeschlossene Rechtsangelegenheiten: Im Vertrag zur Rechtsschutzversicherung ist genau aufgelistet, welche Streitigkeiten nicht versichert sind. Darüber sollte sich vorab genau informiert werden.
  1. Wartezeit von drei Monaten beachten: Nach Abschluss der Rechtsversicherung wird der Rechtsschutz erst drei Monate später aktiv. Außerdem werden die Kosten von bereits laufenden oder vor dem Versicherungsabschluss entstandenen Streitigkeiten nicht abgedeckt. Diese Wartezeit gilt es bei Rechtsschutzversicherungen unbedingt zu beachten.
  1. Umfangreiche Rechtsberatung: Viele Versicherungen bieten eine kostenfreie telefonische Rechtsberatung an. Außerdem sind Beratungskosten durch Anwaltsgespräche vor einer juristischen Streitigkeit selten abgedeckt. Im Vergleich gibt es hier noch große Unterschiede. 
  1. Mediation: Kommt es zu einer außergerichtlichen Einigung zwischen den Konfliktparteien, sollte in der Regel keine Selbstbeteiligung fällig werden.

 

Wolfgang Büser, Wirtschaftsjournalist und sparen.de-Experte für alle Rechtsfragen.

1938 in Dortmund geboren, arbeitete lange Zeit für eine gesetzliche Krankenversicherung und ist seit 1984 als Freier (Fach-)Journalist für Rechtsthemen tätig,

Im Fernsehen tritt er als Berater und Rechtsexperte auf und war unter anderem drei Jahre lang für die ZDF-Gerichtsshow "Streit um drei" vor der Kamera.

Heute gibt Wolfgang Büser Tipps regelmäßig unter anderem in Sendungen des ARD-Morgenmagazins (alle 2 Wochen in den "ungeraden" Wochen des Jahres), "daheim und unterwegs" (im WDR Fernsehen) sowie der "drehscheibe Deutschland" (im ZDF). Außerdem ist er mit seinen Tipps im WDR 4 sowie für mehrere Printmagazine tätig.