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Gilt der Abzug „neu für alt“ auch bei einer Autolackierung?

Abzug „neu für alt“ soll Wertsteigerungen ausgleichen

Die Klausel „neu für alt“ kommt aus dem Bereich der Kfz-Haftpflichtversicherung. Es handelt sich dabei um eine Selbstbeteiligung, die ein Versicherter selber tragen muss. Werden nach einem Unfall defekte Teile gegen neue Teile ersetzt, entsteht eine Wertsteigerung des Fahrzeugs. Durch den Abzug „neu für alt“ wird diese Wertsteigerung ausgeglichen. Die Höhe des Abzugs ist jeweils vom Alter und Zustand der ersetzten Teile abhängig. Grund für diese Regelung ist, dass ein Fahrzeughalter keinen Vorteil aus dem Unfall ziehen darf. Sie ist allerdings nur dann zulässig, wenn es sich um Ersatzteile handelt die verschleißen. Für Teile die über die gesamte Lebensdauer des Fahrzeuges nicht ausgetauscht werden müssen gilt die Klausel nicht. Es gibt allerdings auch Versicherungstarife, die auf den Abzug „neu für alt“ verzichten.

Die richtige Kfz-Versicherung finden Sie mit unserem Vergleichsrechner.

Rechtsexperte Wolfgang Büser

Wirtschaftsjournalist und sparen.de-Experte für alle Rechtsfragen.

1938 in Dortmund geboren, arbeitete lange Zeit für eine gesetzliche Krankenversicherung und ist seit 1984 als Freier (Fach-)Journalist für Rechtsthemen tätig, Im Fernsehen tritt er als Berater und Rechtsexperte auf und war unter anderem drei Jahre lang für die ZDF-Gerichtsshow "Streit um drei" vor der Kamera.

Heute gibt Wolfgang Büser Tipps regelmäßig unter anderem in Sendungen des ARD-Morgenmagazins (alle 2 Wochen in den "ungeraden" Wochen des Jahres), "daheim und unterwegs" (im WDR Fernsehen) sowie der "drehscheibe Deutschland" (im ZDF). Außerdem ist er mit seinen Tipps im WDR 4 sowie für mehrere Printmagazine tätig.

 

Ein Urteil zur „neu für alt“-Klausel hat Wolfgang Büser für Sie zusammengefasst:

Kfz-Kaskoversicherung: "Neu für alt" gilt nicht für "guten Lack"

Stellt eine Autobesitzerin morgens fest, dass nachts Unbekannte ihren Wagen erheblich zerkratzt hatten, so darf ihre Kaskoversicherung bei der Begleichung der Rechnung für den Lackierer später nicht einen Abzug „neu für alt“ vornehmen. Die Begründung, dass eine neue Lackierung den Wert des Autos steigere, hielt nicht stand. Stellt die Versicherung nur auf das Alter des (hier knapp 4 Jahre alten) Wagens und auf seine Laufleistung (hier fast 72.000 km) ab, so reiche das nicht als Begründung aus. Zumal dann nicht, wenn mitgeteilt worden ist, dass der Abzug „entsprechend dem Zustand des Lacks“ vorgenommen worden sei - ohne den Zustand auch nur ansatzweise zu erläutern. Daher stehe nicht fest, ob die Neulackierung tatsächlich den Wert des Autos erhöht habe. Denn möglicherweise habe sich die Lackierung auf den Wert überhaupt nicht ausgewirkt: nämlich dann, wenn der Lack vor der nächtlichen Attacke noch „gut in Schuss“ war. Alter und Laufleistung erlaubten jedenfalls keinen Rückschluss auf den Zustand des Lacks. Mittlerweile sei die Qualität der Autolackierungen so gut, dass in der Regel während der üblichen Lebensdauer eines Wagens keine Neulackierung nötig sei. (AmG Solingen, 13 C 400/11)

(Wolfgang Büser)