Twitter icon
Facebook icon
Google+ icon

Geldgeschenke für Kinder und Enkel

Was Sie bei Geldgeschenken beachten sollten

Möchten Eltern oder Großeltern für ihre Kinder bzw. Enkelkinder langfristig Geld auf ein Konto einzahlen oder anderweitig anlegen, sollten einige Dinge berücksichtigt werden. Denn schnell kann sich der gutgemeinte Geldsegen in eine böse Überraschung verwandeln.

Zu beachten ist vor allem, wem das Geld gehört. Eröffnen bspw. die Großeltern ein Sparbuch im Namen des Enkelkindes und behalten dieses in „Gewahrsam“, so wird der Einzahler als „Gläubiger“ angesehen. Die anfallenden Zinsen sind somit von den Großeltern zu versteuern. Wurde das Sparbuch allerdings dem Enkelkind übergeben, entfällt die Steuerpflicht des Schenkers. Kinder erhalten dagegen einen steuerlichen Freibetrag. Doch auch dabei gilt es einiges zu beachten.

Unser Rechtsexperte

Wolfgang Büser, Wirtschaftsjournalist. sparen.de-Experte für alle Rechtsfragen.

Nach ca. dreißig Jahren im öffentlichen Dienst ist Wolfgang Büser, im Übrigen auch als Lehrer in der Erwachsenenbildung, als Wirtschaftsjournalist für Tageszeitungen, Wochenzeitungen sowie Monatszeitungen tätig. Herr Büser steht Verbrauchern regelmäßig im ARD-Morgenmaga­zin, in der ZDF-Dreh­scheibe, zwei Landesfernseh- sowie verschiedenen Rundfunkanstalten mit Rat und Tat zur Seite.

Überdies war Herr Büser für die Fernsehsendungen ZDF-„Streit um drei“, ZDF-„Kerner“ und das SAT.1-Frühstücks­fern­se­hen als Rechtsexperte tätig.

 

Was man bei einer Schenkung alles beachten sollte hat unser Rechtsexperte Wolfgang  Büser für Sie erläutert:

 

Wem "gehört" das Geld?

Vor dem Schenken an Kinder und Enkel: Denken...

Eltern oder Großeltern, die vorhaben, ihre Kinder oder Enkel mit Geldgeschenken zu bedenken, sollten bei aller Großzügigkeit auch an mögliche Folgen denken. Zwar kann auch der Nachwuchs Frei­beträ­ge­ zum Beispiel auf Zinseinnahmen in Anspruch nehmen – neben dem steuerlichen Grundfreibetrag, der vor allem bis zum Ende des Schulalters ja in der Regel noch nicht durch andere Einkünfte aufgebraucht ist. Das ergibt für den Nachwuchs im Jahr 2013 die Möglichkeit, Zinseinkünfte bis zu rund 9.000 Euro steuerfrei zu kassieren.

 

Allerdings: Viele bedenken vor lauter (durchaus auch eigennütziger) Großzügigkeit nicht, dass sie selbst noch die Zinsen zu versteuern haben, obwohl sie auf den Namen der Kinder oder Enkel Sparbücher angelegt, Sparbriefe gekauft oder Festgeldkonten eingerichtet haben. Für die steuerliche Behandlung der Zinsen kommt es nämlich entscheidend darauf an, wer „Gläubiger“ der Spargelder ist. Das ist der vertraglichen Regelung mit dem Geldinstitut vorbehalten.

Wird also ein Konto für Kinder eingerichtet, bleibt aber zum Beispiel das Sparbuch „im Gewahrsam“ der Eltern (und wird dem Nachwuchs von dessen Existenz vielleicht nicht einmal Etwas mitgeteilt), so ist in der Regel der Einzahler der Gläubiger – nicht derjenige, dessen Namen die Urkunde trägt.

Das hat schon vor Jahren der Bundesgerichtshof entschieden: Aus dem Verhalten des Einzahlers lasse sich „der Wille entnehmen“, selbst über das Sparguthaben verfügen zu können. Dies entspreche dem Interesse der Eltern, die so im Falle einer Verschlechterung der eigenen Vermögensverhältnisse – aber auch bei einem Zerwürfnis mit dem Kind – auf das Guthaben zurückgreifen könnten.

Bleibt also dem Einzahler das Verfügungsrecht über das Guthaben, so muss er die Zinsen daraus versteuern – so als hätte er das Geld auf seinen Namen angelegt. Wurde das Sparbuch aber dem Kind (Enkel)  übergeben – „endgültig“, also nicht nur „zum Anschauen“ -, so entfällt die Steuerpflicht des Schenkers. Dies setzt jedoch eine Erklärung gegenüber der Sparkasse oder Bank voraus, dass das Kind (der Enkel) über das Sparbuch verfügen kann. Dies wird dann zwar insbesondere bei Kleinkindern letztlich doch durch die Eltern geschehen – aber nur „im Auftrag“, also im „wohlverstandenen Interesse“ des Kindes. Geld für die neue Küche oder eine Familien-Weltrei­se dürfte nicht aus einem solchen Guthaben stammen.

Übrigens: Allzu hohe Zinseinnahmen von Kindern können trotz der erzielten Steuervorteile ins Auge gehen: Sobald ein Kind pro Monat mehr als 385 Euro an eigenen Einkünften hat – andere Einnahmen mitgerechnet -, endet die kostenfreie Mitversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung der Eltern. (Bei – gegebenenfalls zusätzlichen – Einkünften aus einem Minijob beträgt der Grenzwert 450 Euro monatlich.) Die dann fälligen Monatsbeiträge können die eventuelle Steuerersparnis der Eltern oder Großeltern mehr als auffressen...

(Wolfgang Büser)