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Erst zur Krankenkasse - dann zum Leistungserbringer

Vor dem Erwerb einer Sachleistung die Krankenversicherung informieren

Benötigt ein Patient zur besseren Versorgung eine Leistung, wie z. B. ein Hörgerät, deren Kosten teilweise oder komplett von der Krankenkasse übernommen werden, ist es wichtig diese vorab zu informieren. Wird die Krankenkasse erst nach dem Erwerb der Sachleistung in Kenntnis gesetzt, kann diese die Übernahme der Kosten verweigern. Einen Fall zu diesem Thema hat Wolfgang Büser kommentiert.  

Unser Rechtsexperte

Wolfgang Büser, Wirtschaftsjournalist. sparen.de-Experte für alle Rechtsfragen.

Nach ca. dreißig Jahren im öffentlichen Dienst ist Wolfgang Büser, im Übrigen auch als Lehrer in der Erwachsenenbildung, als Wirtschaftsjournalist für Tageszeitungen, Wochenzeitungen sowie Monatszeitungen tätig. Herr Büser steht Verbrauchern regelmäßig im ARD-Morgenmaga­zin, in der ZDF-Dreh­scheibe, zwei Landesfernseh- sowie verschiedenen Rundfunkanstalten mit Rat und Tat zur Seite.

Überdies war Herr Büser für die Fernsehsendungen ZDF-„Streit um drei“, ZDF-„Kerner“ und das SAT.1-Frühstücks­fern­se­hen als Rechtsexperte tätig.

 

Das Urteil des Sozialgericht Detmold hat Wolfgang Büser zusammengefasst:

Krankenversicherung: Besser erst zur Krankenkasse, sonst bleibt die Kasse zu

Wer sich als gesetzlich Krankenversicherter ein Hörgerät besorgt und den Preis dafür anschließend von seiner Krankenkasse erstattet haben möchte, der muss sich auf eine Ablehnung gefasst machen. Denn nach einer Entscheidung des Sozialgerichts Detmold braucht sich die Kasse darauf nicht einzulassen. Eine Ausnahme von diesem Grundsatz "Erst zur Kasse - dann zum Leistungserbringer" gilt nur für den Fall, dass die Versicherung eine beantragte Leistung zuvor zu Unrecht abgelehnt hatte oder dass es dem Versicherten nicht möglich war, sich rechtzeitig mit seiner Krankenkasse in Verbindung zu setzen (was beim Kauf eines Hörgerätes aber nicht vorstellbar ist). (SG Detmold, S 5 KR 82/09)

(Wolfgang Büser)