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Eine KFZ-Versicherung zahlt nicht immer für die Reparatur in einer Markenwerkstatt

Wann zahlt die KFZ-Versicherung Kosten für eine Markenwerkstatt?

Laut einem Urteil des Landgericht Hagen muss eine KFZ-Versicherung nur für die Reparaturkosten in einer Markenwerkstatt aufkommen, wenn einer der drei folgenden Voraussetzungen erfüllt sind:

  1. Das Auto des Geschädigten darf nicht älter als drei Jahre sein.
  2. Bei Scheckheft gepflegten Fahrzeugen, bei denen man ohne einer Reparatur in einer Markenwerkstatt die Gewährleistungsrechte des Herstellers verlieren würde.
  3. Wenn ein Wechsel der regelmäßigen markengebundenen Werkstattpflege unzumutbar ist, wobei keine genauen Gründe genannt werden, die eine Wechsel der Werkstatt unzumutbar machen würden.

Allgemein kann gesagt werden, dass ein Geschädigter nur eine Werkstatt wählen darf, die wirtschaftlich vorteilhaft ist. Dies bedeutet, dass auch von jemanden, der keinen Versicherungsanspruch für eine gleichwertige Reparatur hat, aus Kostengründen die gleiche Werkstatt wählen würde.

Ein Geschädigter hat somit eine sogenannte Schadenminderungspflicht, die nächstgelegene bzw. gleichwertige Werkstatt zu wählen.

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Unser Rechtsexperte

Wolfgang Büser, Wirtschaftsjournalist und sparen.de-Experte für alle Rechtsfragen.

Nach ca. dreißig Jahren im öffentlichen Dienst ist Wolfgang Büser, im Übrigen auch als Lehrer in der Erwachsenenbildung, als Wirtschaftsjournalist für Tageszeitungen, Wochenzeitungen sowie Monatszeitungen tätig. Herr Büser steht Verbrauchern regelmäßig im ARD-Morgenmaga­zin, in der ZDF-Dreh­scheibe, zwei Landesfernseh- sowie verschiedenen Rundfunkanstalten mit Rat und Tat zur Seite.

Überdies war Herr Büser für die Fernsehsendungen ZDF-„Streit um drei“, ZDF-„Kerner“ und das SAT.1-Frühstücks­fern­se­hen als Rechtsexperte tätig.

 

Unser Rechtsexperte Wolfgang Büser zitiert hierzu folgendes Gerichtsurteil des Landgerichts Hagen:

Kfz-Haftpflichtversicherung: Nicht jeder kann Markenwerkstatt-Preise ersetzt verlangen

Ist ein bei einem Verkehrsunfall beschädigter Pkw älter als drei Jahre, so hat der Eigentümer nicht unbedingt das Recht, die Reparatur in einer Markenwerkstatt vornehmen zu lassen und den Rechnungsbetrag vom Kfz-Haftpflichtversicherer des Unfallverursachers ersetzt zu verlangen. Er muss sich "im Rahmen seiner Schadenminderungspflicht auf eine ohne Weiteres zugängliche, günstigere und gleichwertige Reparaturmöglichkeit verweisen lassen".

Etwas anderes gilt nach Auffassung des Landgerichts Hagen nur für Fahrzeuge bis zu einem Alter von drei Jahren sowie "Scheckheft gepflegte" Autos, wenn sie sonst ihre Gewährleistungsrechte verlieren könnten oder eine "Unterbrechung regelmäßiger markengebundener Werkstattpflege unzumutbar" ist. Der geschädigte Autofahrer kann nicht verlangen, dass von der Versicherung der konkrete Kfz-Meister in der günstigeren Werkstatt sowie seine Erfahrungen mit betreffenden Autos benannt werden. Er "muss sich daran messen lassen, welche Werkstatt ein wirtschaftlich denkender Geschädigter wählen würde, der die Kosten selbst tragen muss. (Hier ging es um einen Schadenersatz "auf Gutachtenbasis".) (LG Hagen,  7 S 11/12) Autor: Wolfgang Büser