Twitter icon
Facebook icon
Google+ icon

Diese Schäden sind keine Elementarschäden

Schäden durch Grund- oder Tauwasser sind nicht durch eine Elementarschutzversicherung abgesichert.

Schäden, die durch die Natur entstehen, wie z. B. Hochwasser- oder Erdbebenschäden, können sehr kostspielig werden. Um sich finanziell vor diesen Kosten zu schützen, reicht eine Wohngebäudeversicherung nicht aus. Es ist zusätzlich noch eine Elementarschutzversicherung notwendig. Doch aufgepasst! Auch hier gibt es Ausnahmen. So sind z. B. Schäden die durch steigendes Grundwasser oder Tauwasser entstehen in der Regel nicht im Versicherungsschutz enthalten. Zwei Urteile zu diesem Thema sind nachfolgend aufgeführt.

Unser Rechtsexperte

Wolfgang Büser, Wirtschaftsjournalist und sparen.de-Experte für alle Rechtsfragen.

Nach ca. dreißig Jahren im öffentlichen Dienst ist Wolfgang Büser, im Übrigen auch als Lehrer in der Erwachsenenbildung, als Wirtschaftsjournalist für Tageszeitungen, Wochenzeitungen sowie Monatszeitungen tätig. Herr Büser steht Verbrauchern regelmäßig im ARD-Morgenmaga­zin, in der ZDF-Dreh­scheibe, zwei Landesfernseh- sowie verschiedenen Rundfunkanstalten mit Rat und Tat zur Seite.

Überdies war Herr Büser für die Fernsehsendungen ZDF-„Streit um drei“, ZDF-„Kerner“ und das SAT.1-Frühstücks­fern­se­hen als Rechtsexperte tätig.

 

Lesen Sie hier die Zusammenfassungen der Urteile von unserem Experten Wolfgang Büser:

 

Steigendes Grundwasser ist kein Elementarschaden

Ein Hausbesitzer hatte eine Wohngebäudeversicherung mit Einschluss eines Elementarschaden-Risikos abgeschlossen. Nachdem ihm durch emporsteigendes Grundwasser der Keller überflutet worden war, meldete er den Schaden bei seinem Versicherer. Doch das Versicherungsunternehmen wollte für die Kosten nicht aufkommen und erhielt Recht vor dem Oberlandesgericht Köln. Die Richter begründeten ihre Entscheidung damit, dass in den Versicherungsbedingungen zwischen der unbebauten Geländeoberfläche des Grundstücks und dem Gebäude selbst unterschieden werde. Folglich seien Schäden durch Grundwasser, das im Gebäude ohne eine Überflutung des Grundstückes, auf dem das Haus stehe, hochgestiegen sei, kein Elementarschaden im Sinne der Versicherungsbedingungen. (OLG Köln, 9 U 198/12)

 

Tauwasser ist kein Elementarschaden

Ein Hauseigentümer hatte in seiner Gebäudeversicherung seine Immobilie unter anderem gegen Schneedruck und Überschwemmung abgesichert. Diese Elementarschadenversicherung wollte er in Anspruch nehmen, als größere Schneemassen auf einem flacheren Teil seines Daches geschmolzen und das Tauwasser in die darunter liegenden Räumlichkeiten eingedrungen war. Das Versicherungsunternehmen weigerte sich zu zahlen - und erhielt Recht vor dem Landgericht Dortmund. Unter Schneedruck sei die Wirkung des Gewichts von Schnee und Eismassen zu verstehen, wobei in diesem Falle die Durchbiegung des Daches aufgrund einer zu großen Masse ausgeschlossen werden könne. Demnach sei das Tauwasser auf anderen Wegen in die Räumlichkeiten gelangt, auch handele es sich nicht um eine Überschwemmung im Sinne der Versicherungsbedingungen, da keine Überflutung des unter dem Hause befindlichen Grundstückes stattgefunden habe. (LG Dortmund, 2 O 452/11)

 

Wird die Dachrinne durch Hagel verstopft, bleibt die Kasse zu

Wird eine Regenrinne durch starken Hagel verstopft, was zu einer Überschwemmung auf dem Grundstück führt, so liegt kein Schaden vor, der auf der "unmittelbaren Einwirkung oder als unvermeidbare Folge des Schadenereignisses" eingetreten ist. Die Elementarschadenversicherung muss deshalb dafür nicht aufkommen. (AmG Mannheim, 3 C 194/12)

(Wolfgang Büser)