Twitter icon
Facebook icon
Google+ icon

Die Renteninformation: Staunen erlaubt

Die Renteninformation: Staunen erlaubt

Die Renteninformation: Staunen erlaubt Die Deutsche Rentenversicherung ist einer der besten Kunden der Deut-schen Bundespost. Verschickt sie doch jährlich mehr als 30 Millionen „Renteninformationen“. Damit bietet sie ihren Versicherten ab „27“, die schon mindestens fünf Jahre Beitragszeiten auf ihrem Konto haben, einen frühzeitigen Service. Wichtigster Inhalt: eine Auflistung der bisher erworbenen Rentenanwartschaften sowie eine Hochrechnung über die Höhe der voraussichtlichen Altersrente.

Wolfgang Büser, Wirtschaftsjournalist. sparen.de-Experte für alle Rechtsfragen. Nach ca. dreißig Jahren im öffentlichen Dienst ist Wolfgang Büser, im Übrigen auch als Lehrer in der Erwachsenenbildung, als Wirtschaftsjournalist für Tageszeitungen, Wochenzeitungen sowie Monatszeitungen tätig. Herr Büser steht Verbrauchern regelmäßig im ARD-Morgenmaga­zin, in der ZDF-Dreh­scheibe, zwei Landesfernseh- sowie verschiedenen Rundfunkanstalten mit Rat und Tat zur Seite. Überdies war Herr Büser für die Fernsehsendungen ZDF-„Streit um drei“, ZDF-„Kerner“ und das SAT.1-Frühstücks­fern­se­hen als Rechtsexperte tätig.

Das ist inzwischen sicher keine Neuigkeit mehr: Die gesetzliche Rente hängt vor allem von der Höhe der Beiträge ab. Motto: Je höher der Verdienst, desto höher der Beitrag – umso höher später die Rente. Die Renteninformation nennt die Summe aller Beiträge, die bereits von den Versicherten und ihren Arbeitgebern eingezahlt wurden. Freiwillig Rentenversicherte, etwa Selbstständige und Hausfrauen nach Abschluss ihrer Berufstätigkeit, sind „Alleinzahler“.

 

Was auf dem Rentenkonto landet, das rechnen die Computer der Rentenversicherer in „Entgeltpunkte“ um. Das ist später die Grundlage für die Rentenberechnung. Frauen und Männer, die ein Jahr lang genauso viel wie der Durchschnitt aller rentenversicherten Arbeitnehmer verdient (und davon Beiträge gezahlt) hat, bekommt einen Entgeltpunkt gutgeschrieben. Mehr oder weniger Verdienst bringen entsprechend mehr oder weniger Entgeltpunkte.

 

2017 wird für die aktuelle Berechnung der Entgeltpunkte ein Durchschnittsverdienst aller Versicherten von 37.103 Euro „vorläufig“ angesetzt, bis die tatsächlichen Werte ermittelt sind.

 

Beispiele:

 

Ø  37.103 Euro Jahresverdienst bringen einen Entgeltpunkt

Ø  20.000 Euro ergeben 0,5390 Entgeltpunkte

Ø  50.000 Euro werden mit 1,3476 Entgeltpunkten notiert.

 

Mit jeder neuen Renteninformation wird der aktuelle Stand an Entgeltpunkten mitgeteilt. Daraus ergibt sich dann die Höhe einer möglichen Rente wegen voller Erwerbsminderung. Die Rentenhöhe wird dadurch ermittelt, dass die Entgeltpunkte mit dem aktuellen „Rentenwert“ malgenommen werden. Dieser Rentenwert beträgt im zweiten Halbjahr 2017 im Westen 31,03 Euro, im Osten 29,69 Euro.

 

Die Renteninformation zeigt, wie hoch die Rente wäre, wenn sie heute in Anspruch genommen würde. Sie errechnet sich nicht nur aus den bereits zurückgelegten Zeiten – also den schon erwähnten Ent­geltpunkten. Es wird vielmehr so gerechnet, als wären weiter bis zum 62. Geburtstag gearbeitet und Beiträge eingezahlt worden. Ein ungewöhnliches Geschenk der gesetzlichen Rentenversicherung.

Beispiel: Eine 25jährige Rentenversicherte hatte einen schweren Arbeitsunfall. Seitdem erhält sie eine Rente wegen voller Erwerbsminderung. Zusätzlich zu ihren bis dahin entrichteten Pflichtbeiträgen ist ihr eine Zurechnungs­zeit von 37 Jahren (bis zu ihrem 62. Geburtstag) gutgeschrieben worden. Obwohl sie nur ein paar Jahre lang Beiträge gezahlt hat, erhält sie aufgrund der Zurechnungszeit eine Rente von über 1.200 Euro.

Und wie steht es mit der Altersrente? Für junge Rentenversicherte steht sie als „Regelrente“ ab „67“ zu. Wenn das heutige Rentenrecht dann noch gilt. Das gilt für die Geburtsjahrgänge ab 1964. Die Renteninformation wagt sich auch in diese Sphären. Sie zeigt auf, welche Altersrente dann nach heutigem Rentenrecht erzielt werden könnte. Und zwar dann, wenn unterstellt wird, dass bis dahin weiterhin Beiträge in der Höhe weitergezahlt werden, wie in den aktuell vergangenen fünf Jahren.

 

Hinzu kommen natürlich die bis dahin angefallenen Rentenerhöhungen, die naturgemäß nicht vorausgesagt werden können. Für die Geburtsjahrgänge ab 1952 werden aber Voraussagen getroffen. Und zwar durch zwei Varianten: Einmal wird eine jährliche Rentenanpassung um 1 Prozent eingerechnet, danach um 2 Prozent. Nicht berücksichtigt sind die von den Renten zu zahlenden Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge, die ja noch nicht bekannt sind. Auch ein Kaufkraftverlust kann naturgemäß nicht vorausgesagt werden.