Twitter icon
Facebook icon
Google+ icon

Deckt eine Rechtsschutzversicherungen Streitigkeiten mit der Krankenversicherung ab?

  1. In der Regel deckt eine Rechtsschutzversicherung privatrechtliche Verfahren ab und umfasst damit auch juristische Streitigkeit gegen die eigene Krankenversicherung.
  2. Der Privatrechtsschutz wird meist nur in Paketen mit anderen Rechtsschutzbereichen angeboten.
  3. Wird eine Rechtsschutzversicherung für den Rechtsstreit mit der Krankenversicherung neu abgeschlossen, muss unbedingt auf die Wartezeit und eine evtl. anfallende Selbstbeteiligung geachtet werden.

Lohnt sich eine Rechtsschutzversicherung bei einem Rechtsstreit mit der eigenen Krankenversicherung?

 

Rechtsschutzversicherungen können verschiedene Rechtsbereiche abdecken. Je nach Anbieter und Angebot bieten Rechtschutzversicherer einzelne und verschiedene im Paket zusammengefasste Rechtschutzversicherungen an. Generell sollte der Privatrechtsschutz in jeder Rechtsschutzversicherung enthalten sein. Der Privatrechtsschutz deckt auch Streitigkeiten mit der eigenen Krankenversicherung ab. Sollte eine Krankenversicherung also Leistungen unrechtmäßig verweigern, kann eine Rechtsschutzversicherung helfen, dagegen juristisch vorzugehen. Eine einzelne Rechtsschutzversicherung für den privatrechtlichen Rechtsbereich gibt es jedoch meistens nicht. In diesem Fall bieten Rechtschutzversicherer Paketlösungen an. Diese Pakete bestehen aus verschiedenen Rechtsbereichen und bestehen in der Regel aus:

 

  1. Der Privatrechtsschutz deckt alle privatrechtliche Konflikte ab und würde auch den Rechtsstreit mit der Krankenversicherungen einschließen.
  1. Der berufliche Rechtsschutz betrifft das Arbeitsrecht. Hier würde die Rechtsschutzversicherung zum Beispiel bei Problem mit der Lohnzahlung oder der Ausstellung des Arbeitszeugnisses helfen.
  1. Der verkehrsrechtliche Versicherungsschutz deckt verkehrsrechtliche Verfahren ab und ist eine der beliebtesten Rechtsschutzversicherungen. Dabei gibt es zwei Arten von Verkehrsrechtsschutzversicherungen: den Fahrzeugrechtsschutz und den Fahrerrechtsschutz.
  1. Immobilien- und Grundstücke können die Rechtsschutzversicherung umfassen. Dafür sind zunächst die Art und die Nutzung des Gebäudes entscheidend. So können sich sowohl Besitzer als auch Mieter rechtsschutzversichern. Die Rechtsschutzversicherung ist immer auf das jeweilige Gebäude oder Objekt bezogen. Außerdem können zum Beispiel Stellplätze oder Garagen mitversichert werden.

 

Wartezeit und Selbstbeteiligung bei einer neuen Rechtsschutzversicherung beachten

Wird die Rechtsschutzversicherung extra für den Rechtsstreit mit die Krankenversicherung abgeschlossen, muss unbedingt auf die Wartezeit geachtet werden. Ist man vor Neuabschluss noch nicht rechtsschutzversichert, muss drei Monate lang gewartet werden um die Leistungen der Rechtsschutzversicherung beanspruchen zu können. Diese Wartezeit gilt in der Regel bei allen Anbietern von Rechtsschutzversicherungen.

Besteht schon vor dem Neuabschluss des Rechtsschutzes eine Rechtsschutzversicherung und es findet ein zeitlich nahtloser  Wechsel statt, entfällt die dreimonatige Wartezeit. Der neue Rechtsschutz ist dann ohne Wartezeit aktiv. Dies ist jedoch an folgende Bedingungen geknüpft:

  1. Der Wechsel der Rechtsschutzversicherung erfolgt nahtlos und ohne große zeitliche Unterbrechung.
  1. Der versicherte Bereich war auch schon vorher durch die alte Rechtsschutzversicherung abgedeckt.

 

Je nach Anbieter und Rechtsschutzversicherung kann außerdem noch eine Selbstbeteiligung für den Rechtsstreit mit der Krankenversicherung fällig werden. Wird eine Rechtsschutzversicherung mit Selbstbeteiligung abgeschlossen, fallen die zu bezahlenden Beiträge der Rechtsschutzversicherung geringer aus. Die Selbstbeteiligung ist eine einmalige Zahlung von 150 bis 400 EUR, unabhängig wie lange der Rechtsstreit geführt wird. Bei einigen Rechtsschutzversicherungen gibt es Rabatte, wenn die Leistungen der Rechtsschutzversicherung über einen längeren Zeitraum nicht beansprucht werden. Es kann sogar vorkommen, dass die Selbstbeteiligung ganz entfällt.

 

Unser Rechtsexperte

Wolfgang Büser, Wirtschaftsjournalist und sparen.de-Experte für alle Rechtsfragen.

Nach ca. dreißig Jahren im öffentlichen Dienst ist Wolfgang Büser, im Übrigen auch als Lehrer in der Erwachsenenbildung, als Wirtschaftsjournalist für Tageszeitungen, Wochenzeitungen sowie Monatszeitungen tätig. Herr Büser steht Verbrauchern regelmäßig im ARD-Morgenmaga­zin, in der ZDF-Dreh­scheibe, zwei Landesfernseh- sowie verschiedenen Rundfunkanstalten mit Rat und Tat zur Seite.

Überdies war Herr Büser für die Fernsehsendungen ZDF-„Streit um drei“, ZDF-„Kerner“ und das SAT.1-Frühstücks­fern­se­hen als Rechtsexperte tätig.

 

Wolfgang Büser beantwortet die Frage zum Thema "Rechtsstreit mit der eigenen Krankenversicherung" wie folgt:

Meine private Krankenversicherung erstattet mir immer wieder nur einen Teil der entstandenen Kosten. Bei der Abrechnung mit der Beihilfe (ich bin im öffentlichen Dienst beschäftigt) habe ich mit diesen Kosten keine Schwierigkeiten. Auch ein Schriftwechsel mit der Krankenversicherung hat keinen Erfolg. Lohnt es sich, für solche Fälle eine Rechtsschutzversicherung abzuschließen?

 

Das kommt darauf an, ob Ihr Versicherungsvertrag nur solche Erstattungen vorsieht, die Ihre Privatversicherung für den Leistungsfall zugesagt hat, ob also auch ein Anwalt keine „Erweiterungen“ durchsetzen kann. Kostengünstig „erstberaten“ lassen könnten Sie sich zum Beispiel von der nächstgelegenen Verbraucherberatungs­stelle. Ansonsten wäre eine  Privatrechtsschutzversicherung für solche Fälle die richtige Adresse. Sie wird allerdings regelmäßig nur im „Paket“ angeboten, etwa mit Berufs- und Verkehrsrechts­schutz.

(Wolfgang Büser)