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Darf man während eines Arbeitsverhältnisses einen weiteren Job haben?

Ist ein Zweitjob erlaubt?

Ein zweites Arbeitsverhältnis ist grundsätzlich gestattet. Selbst wenn der Arbeitsvertrag einen Zweitjob nicht erlaubt, kann dies einen Arbeitnehmer nicht daran hindern, ein weiteres Arbeitsverhältnis einzugehen. Auch wenn ein Arbeitnehmer dadurch den Arbeitsvertrag missachtet, kann der Arbeitgeber ihn alleine aus diesem Grund nicht kündigen. Dennoch sollte ein Arbeitnehmer vor Beginn eines zweiten Arbeitsverhältnisses auf Folgendes achten:

Man sollte als Zweitjob kein Arbeitsverhältnis bei einem Mitbewerber beginnen. Dies führt zu Konkurrenzkampf und Ärger mit dem Arbeitgeber. Dieser hätte in dem Fall auch das Recht den Arbeitnehmer zu kündigen.

Des Weiteren sollte man sich durch den Zweitjob körperlich nicht so verausgaben, dass man nicht mehr in der Lage ist, im anderen Job, seinen Aufgaben nach zugehen.

Auch auf die Zeitstrukturierung beider Arbeitsverhältnisse ist zu achten. Da laut Gesetz nicht mehr als 10 Stunden am Tag und 48 Stunden pro Woche gearbeitet werden darf.

Unter Berücksichtigung diese Punkte ist es einem Arbeitnehmer grundsätzlich gestattet ein weiteres Arbeitsverhältnis eingehen.

Auch um die arbeitsrechtlichen Ansprüche muss sich ein Zweijobber keine Sorgen machen. Es gelten dieselben Ansprüche wie bei einem Arbeitnehmer mit nur einem Job. Jeder Arbeitnehmer hat Anspruch auf Mutterschutz, Urlaubs- oder Weihnachtsgeld sowie verschiedenen Sozialleistungen.

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Rechtsexperte Wolfgang Büser

Wirtschaftsjournalist und sparen.de-Experte für alle Rechtsfragen.

1938 in Dortmund geboren, arbeitete lange Zeit für eine gesetzliche Krankenversicherung und ist seit 1984 als Freier (Fach-)Journalist für Rechtsthemen tätig, Im Fernsehen tritt er als Berater und Rechtsexperte auf und war unter anderem drei Jahre lang für die ZDF-Gerichtsshow "Streit um drei" vor der Kamera.

Heute gibt Wolfgang Büser Tipps regelmäßig unter anderem in Sendungen des ARD-Morgenmagazins (alle 2 Wochen in den "ungeraden" Wochen des Jahres), "daheim und unterwegs" (im WDR Fernsehen) sowie der "drehscheibe Deutschland" (im ZDF). Außerdem ist er mit seinen Tipps im WDR 4 sowie für mehrere Printmagazine tätig.

sparen.de Rechtsexperte Wolfgang Büser sagt hierzu Folgendes:

Der Arbeitgeber darf „Doppelfleiß“ nur selten verbieten

Schwarz auf weiß steht es in vielen Arbeitsverträgen: Während der Dauer des Arbeitsverhältnisses ist jede Tätigkeit bei einem anderen Arbeitgeber untersagt. Trotz Unterschrift des Arbeitnehmers: eine unwirksame Klausel. Denn jeder kann seine Arbeitskraft so intensiv vermarkten, wie er es will. Andererseits kann in einem Arbeitsvertrag durchaus geregelt sein, dass weitere Tätigkeiten nur mit Zustimmung des Arbeitgebers übernommen werden dürfen, wie das zum Beispiel im öffentlichen Dienst die Regel ist.

Unabhängig davon: Arbeitnehmern ist es schon um des lieben (Ar­beits-)­Friedens willen natürlich zu empfehlen, ein zweites Arbeitsverhältnis nicht zu verheimlichen. Zumal die Gerichte arbeitsvertragliche Beschränkungen zulassen. Die Spielregeln, die eingehalten werden müssen, ergeben sich aus der Natur der Sache. Die Grundregel lautet: Ein Arbeitgeber muss dem beabsichtigten Zweitjob der Mitarbeiter zustimmen, wenn er „seine berechtigten Interessen“ nicht berührt. Das heißt umgekehrt: Kein Arbeitgeber muss es dulden, dass

  1. bei einem seiner Mitbewerber gearbeitet (oder selbstständig nebenberuflich dem Arbeitgeber Konkurrenz gemacht) wird;

  2. ein Mitarbeiter sich durch weitere Jobs körperlich übernimmt und deshalb im Hauptberuf nur noch „gebremst“ arbeiten kann - was natürlich im Streitfall eine Frage des Beweises sein wird.

Außerdem hält das Arbeitszeitgesetz eine generelle Regel bereit:

  1. Die Arbeitszeiten aller Arbeitsverhältnisse zusammen dürfen regelmäßig 10 Stunden täglich und 48 Stunden wöchentlich nicht überschreiten. Ein Verstoß hiergegen durch den Arbeitnehmer könnte einen Kündigungsgrund abgeben.

Was kann passieren, wenn ein Arbeitgeber einen berechtigten Grund hat, einem Mitarbeiter zu untersagen, sich beruflich anderweit zu engagieren? Nach einer „Abmahnung“ kann die Entlassung folgen.

Welche arbeitsrechtlichen Ansprüche haben Zweitjobber? Dieselben wie die Beschäftigten mit nur einem Arbeitsverhältnis auch. Dazu gehören die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall und der Mutterschutz, Feiertagsbezahlung und bezahlter Urlaub ebenso wie betriebliche Sozialleistungen, etwa Urlaubs- und/oder Weihnachtsgeld.

Sozialversicherungsbeiträge brauchen vom Arbeitnehmer für den ersten Nebenjob nicht gezahlt zu werden, wenn der Monatsverdienst höchstens 450 Euro beträgt. (Der Arbeitgeber zahlt eine Pauschale von 15 % für die Renten- und 13 % für die Krankenversicherung.) Zweimal im Jahr darf nebenbei auch mehr als 450 Euro verdient werden - ohne Sozialabgabenpflicht; dies aber nur dann, wenn „unvorhergesehen“ Mehrarbeit anfällt, etwa bei plötzlicher Erkrankung eines Kollegen. Der Zuverdienst ist in solchen Fällen nicht begrenzt.

Steuerrechtlich gilt: Zahlt der Arbeitgeber für einen Arbeitnehmer im 450-Euro-Job zumindest pauschale Beiträge zur Rentenversicherung (15 Prozent), so kann die Steuer (Lohnsteuer, Kirchensteuer, Solidaritätszuschlag) mit einem Pausch­alsatz von 2 Prozent abgegolten werden, wenn auf die Vorlage einer Lohnsteuerkarte verzichtet wird.

Sind für einen 450-Euro-Job keine pauschalen Rentenbeiträge zu zahlen (weil zum Beispiel durch Zusammenrechnung mit einem weiteren 450-Euro-Job Sozialversicherungspflicht besteht), kann die Lohn­steuer – bei Verzicht auf eine Lohnsteuerkarte – wiederum pauschal, jetzt aber mit 20 Prozent erhoben werden. Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuern kommen dann grundsätzlich hinzu. (Wolfgang Büser)