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Darf eine private Krankenversicherung ein ärztliches Attest für die Aufnahme in den Basistarif verlangen?

Ist ein ärztliches Attest notwendig?

Die Leistungen der privaten Krankenversicherung reichen von einem Basis- bis hin zum Premiumschutz. Die Leistungen im Basistarif können in Höhe und Umfang mit denen der gesetzlichen Krankenversicherung gleichgesetzt werden.

Für den Abschluss einer privaten Krankenversicherung müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein. Angestellte müssen z. B. eine bestimmte Einkommensgrenze überschreiten. Verbraucher, die nicht unter die Versicherungspflicht fallen, können dagegen einkommensunabhängig eine private Krankenversicherung abschließen. Dazu zählen u. a. Selbstständige oder Freiberufler. Ärztliche Atteste o. ä. sind, zumindest für die Aufnahme in den Basistarif, nicht erforderlich. Es gibt allerdings auch Ausnahmen. Eine Ausnahme hat Wolfgang Büser für Sie zusammengefasst.

Weitere Informationen zur privaten Krankenversicherung können Sie in unserem Infoblatt nachlesen.

 

Unser Rechtsexperte

Wolfgang Büser, Wirtschaftsjournalist und sparen.de-Experte für alle Rechtsfragen.

Nach ca. dreißig Jahren im öffentlichen Dienst ist Wolfgang Büser, im Übrigen auch als Lehrer in der Erwachsenenbildung, als Wirtschaftsjournalist für Tageszeitungen, Wochenzeitungen sowie Monatszeitungen tätig. Herr Büser steht Verbrauchern regelmäßig im ARD-Morgenmaga­zin, in der ZDF-Dreh­scheibe, zwei Landesfernseh- sowie verschiedenen Rundfunkanstalten mit Rat und Tat zur Seite.

Überdies war Herr Büser für die Fernsehsendungen ZDF-„Streit um drei“, ZDF-„Kerner“ und das SAT.1-Frühstücks­fern­se­hen als Rechtsexperte tätig.

 

Lesen Sie hier die Zusammenfassung von Wolfgang Büser:

Attestauflage muss auch für den Basistarif befolgt werden

Einem privat Krankenversicherten wurde aufgrund von Zahlungsrückständen der Vertrag gekündigt. Als der Mann einige Jahre später bei dem Versicherer die Aufnahme in den Basistarif beantragte, verlangte das Unternehmen die Vorlage eines ärztlichen und zahnärztlichen Attestes. Der Antragsteller ging daraufhin vor Gericht, da die Vorlage eines Attestes wegen des im Basistarif bestehenden Aufnahmezwanges nicht von ihm verlangt werden dürfe. Die Richter lehnten die Forderung des Versicherten ab, weil die auf Vorerkrankungen beruhenden Mehraufwendungen auf alle im Basistarif Versicherten verteilt werden müssen und somit das Versicherungs-Unternehmen aus statistischen Gründen zur Gesundheitsprüfung befugt sei. Dies unberücksichtigt dessen, dass der Antragsteller unabhängig vom Inhalt der ärztlichen Atteste auf jeden Fall im Basistarif aufgenommen werden müsse. Es genüge nur nicht, es bei den Antworten auf die "Gesundheitsfragen" im Aufnahmeformular zu belassen. (OLG Köln, 20 U 151/12)

(Wolfgang Büser)