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Darf die Miete einbehalten werden, wenn eine Wohnung starke Schäden aufweist?

Schaden entdeckt - Miete reduziert

Hat ein Mieter Schimmel in seiner Wohnung entdeckt und vermutet daraufhin einen baulichen Mangel an seiner Wohnung,  darf er einen Teil der Miete einbehalten. Es sollte allerdings ein erheblicher Schaden vorliegen, der nicht durch den Mieter selbst verursacht worden ist. Kürzt ein Bewohner die Miete bereits bei einem kleineren Schaden und ohne den Vermieter im Voraus zu informieren, kann der Vermieter das Mietverhältnis unter Umständen fristlos kündigen. Aus diesem Grund sollte der Vermieter vorab informiert und die Ursache ermittelt werden.

 

Unser Rechtsexperte

Wolfgang Büser, Wirtschaftsjournalist und sparen.de-Experte für alle Rechtsfragen.

Nach ca. dreißig Jahren im öffentlichen Dienst ist Wolfgang Büser, im Übrigen auch als Lehrer in der Erwachsenenbildung, als Wirtschaftsjournalist für Tageszeitungen, Wochenzeitungen sowie Monatszeitungen tätig. Herr Büser steht Verbrauchern regelmäßig im ARD-Morgenmaga­zin, in der ZDF-Dreh­scheibe, zwei Landesfernseh- sowie verschiedenen Rundfunkanstalten mit Rat und Tat zur Seite.

Überdies war Herr Büser für die Fernsehsendungen ZDF-„Streit um drei“, ZDF-„Kerner“ und das SAT.1-Frühstücks­fern­se­hen als Rechtsexperte tätig.

 

Einen Fall bei dem ein Vermieter an einer fristlosen Kündigung gescheitert ist, hat Wolfgang Büser für Sie zusammengefasst:

Wohnungskündigung: Mietminderung bei vermutetem Mangel ist keine "erhebliche" Pflichtverletzung

Mindern Mieter die von ihnen zu zahlende Miete (hier um etwa 1/3, so dass ein Zahlungsrückstand von 2.046 € entstanden ist), so kann ihnen ihr Vermieter zwar die Wohnung fristlos aufkündigen, wenn die Mieter eine "erhebliche Pflichtverletzung" begangen haben. Davon ist aber nicht mehr auszugehen, wenn sich herausstellt, dass der von den Mietern für die Kürzungen angegebene Grund (nämlich eine mangelhafte Bausubstanz) nicht vorliegt, sondern vielmehr "ihre Angelegenheit" war (nämlich die Anbringung einer Aluminiumtapete unter der normalen Tapete, wodurch sich Schimmel gebildet hatte). "Entrichten die Mieter den rückständigen Betrag zeitnah nach, so kann nicht davon ausgegangen werden, dass durch die Vorfälle das Vertragsverhältnis nachhaltig gestört" worden ist, so dass die vom Vermieter ausgesprochene Kündigung zurückgenommen werden musste. (LG Krefeld, 2 S 33/12)

(Wolfgang Büser)