Twitter icon
Facebook icon
Google+ icon

Beratungsfehler bei Wohngebäudeversicherung

Muss ein Versicherungsvertreter bei Beratungsfehlern haften?

Hat ein Versicherungsvertreter einer Wohngebäudeversicherung fälschlicherweise Angaben zu einer Leistung gemacht, die nicht im Schutz enthalten ist, muss dieser nicht unbedingt für einen eintretenden Schaden haften. In einem Urteil des LG Ingolstadt wurde entschieden, dass ein Berater lediglich beim Abschluss einer Versicherung haften muss. Wurde ein Vertrag nur umgestellt, muss er nicht für den Schaden aufkommen. Jeder Vertrag sollte daher mit besonderer Sorgfalt gelesen werden.

 

Unser Rechtsexperte

Wolfgang Büser, Wirtschaftsjournalist und sparen.de-Experte für alle Rechtsfragen.

Nach ca. dreißig Jahren im öffentlichen Dienst ist Wolfgang Büser, im Übrigen auch als Lehrer in der Erwachsenenbildung, als Wirtschaftsjournalist für Tageszeitungen, Wochenzeitungen sowie Monatszeitungen tätig. Herr Büser steht Verbrauchern regelmäßig im ARD-Morgenmaga­zin, in der ZDF-Dreh­scheibe, zwei Landesfernseh- sowie verschiedenen Rundfunkanstalten mit Rat und Tat zur Seite.

Überdies war Herr Büser für die Fernsehsendungen ZDF-„Streit um drei“, ZDF-„Kerner“ und das SAT.1-Frühstücks­fern­se­hen als Rechtsexperte tätig.

 

Wolfgang Büser hat ein Urteil zur Wohngebäudeversicherung für Sie kommentiert:

Vertreter haftet nur bei Abschluss - bei Umstellung bedingt

Das Landgericht Ingolstadt hat entschieden, dass ein Versicherungsvertreter, der Produkte einer Gesellschaft verkauft (hier Wohngebäudeversicherungen), nur bei einem Neuabschluss für Beratungsfehler, nicht aber bei einer Vertragsumstellung haften muss, wenn dem Kunden etwas „missfällt“. Versicherte dürften nicht darauf vertrauen, dass er sie umfassend berät. Im konkreten Fall hatte eine Hausbesitzerin ihre Wohngebäudeversicherung umgestellt, und der Vermittler hatte – nach Aussage der Dame – behauptet, sämtliche Rohre auf dem Grundstück seien von der Versicherung umfasst. Das stimmte nicht. Es brachen drei Abflussrohre - und es entstand ein Schaden in Höhe von 17.000 Euro, den die Versicherung nicht bezahlen wollte – und nicht musste. Der Vermittler konnte für die Aussage nicht zur Rechenschaft gezogen werden, selbst wenn er sie so getroffen hätte, so das Gericht. Denn seine gesetzliche Beratungshaftung bezieht sich nur auf einen Vertragsabschluss. Außerdem hätte er mit seiner Aussage den Versicherungsschutz über die Vertragsbedingungen hinaus erweitert. Darauf hätte die Kundin ohnehin nicht vertrauen dürfen. Ein Risiko, das am Markt kaum oder gar nicht zu versichern ist, kann nicht nur durch die Aussage eines Vermittlers als versichert gelten. (LG Ingolstadt, 33 O 136/10)

(Wolfgang Büser)