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Auch Privat-Versicherte sollten Zusatzversicherung für den Urlaub im Ausland haben

Es gibt eine ganze Reihe von Ländern in Europa, in denen man im Krankheitsfall zwar auch krankenversichert ist, allerdings weniger gut als es in Deutschland der Fall wäre. Daher empfiehlt unser Experte Wolfgang Büser auch für Privatversicherte im Ausland eine Krankenzusatzversicherung.

Wolfgang Büser, Wirtschaftsjournalist. sparen.de-Experte für alle Rechtsfragen.

Nach ca. dreißig Jahren im öffentlichen Dienst ist Wolfgang Büser, im Übrigen auch als Lehrer in der Erwachsenenbildung, als Wirtschaftsjournalist für Tageszeitungen, Wochenzeitungen sowie Monatszeitungen tätig. Herr Büser steht Verbrauchern regelmäßig im ARD-Morgenmaga­zin, in der ZDF-Dreh­scheibe, zwei Landesfernseh- sowie verschiedenen Rundfunkanstalten mit Rat und Tat zur Seite.

Überdies war Herr Büser für die Fernsehsendungen ZDF-„Streit um drei“, ZDF-„Kerner“ und das SAT.1-Frühstücks­fern­se­hen als Rechtsexperte tätig.

Urlaub 2014: Auch für „Private“ lohnt Zusatzversicherung

In 38 Länder „per Gesetz“ mit (nur fast) komplettem Krankenschutz

Auch wer um Versicherungen grundsätzlich einen großen Bogen schlägt, denkt spätestens zur Urlaubszeit daran, sich vor finanzieller Unbill zu schützen. Zum Teil ist das auch sinnvoll, etwa mit Blick darauf, dass es insbesondere bei Ferien im Ausland zu Überraschungen kommen kann. Bei innerdeutschen Reisen gibt es keine Probleme. Jeder zur Kassenpraxis zugelassene Arzt akzeptiert die Chipkarte der gesetzlichen Krankenkassen.

Im Urlaub innerhalb Europas sind gesetzlich Krankenversicherte grundsätzlich so geschützt wie die Bewohner des betreffenden Staates - also nicht selten weniger umfangreich als hierzulande -, und dies in 38 Ländern:

* Belgien, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Island, Italien, Kroatien, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Malta, Marokko, Mazedonien, Montenegro, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Schweiz, Serbien, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Türkei, Tunesien, Ungarn, Zypern (griechischer Teil).

Doch kann es durchaus sein, dass die von der deutschen Krankenkasse ausgestellte Europäische Krankenversicherungskarte vom Arzt abgelehnt wird oder dass eine „Kassenpraxis“ überfüllt ist. Außerdem sind die deutschen Urlauber im Ausland, wie die Einheimischen, verpflichtet, auch höhere als die auch in Deutschland üblichen Eigenbeteiligungen zu akzeptieren - trotz der hierzulande vielleicht bereits ausgesprochener Zuzahlungs-Befreiung. Deshalb, und weil im Falle eines Falles möglicherweise andere (Verwaltungs-)Wege eingeschlagen werden müssen, empfiehlt es sich, bei der Krankenkasse das für jedes Urlaubsland vorliegende Merkblatt zu besorgen – und nicht erst dann zu lesen, wenn Versicherungsschutz benötigt wird.

Wer im Urlaub eine Arztrechnung selbst bezahlt hat, etwa weil der ausländische Arzt nicht bereit war, einen „Kassenpatienten“ zu behandeln, der kann nach der Rückkehr seine Krankenkasse um Erstattung bitten. Diesem Wunsch wird aber nur entsprochen, wenn detaillierte und quittierte Belege vorgelegt werden. Außerdem gibt es maximal den Betrag zurück, der bei einer Behandlung in Deutschland von der Krankenkasse aufzubringen gewesen wäre. Und schließlich kann der Erstattungsbetrag um einen Abschlag für zusätzliche Verwaltungsarbeit gemindert werden.

Was tut der sicherheitsbewusste Urlauber? Er schließt eine private Auslandsreise-Krankenversicherung ab, die schon für geringe Jahresbeiträge zu haben ist (die Stiftung Warentest: „Nicht teurer als ein Frühstück“). Die Zeitschrift Finanztest hat in ihrer Juni-Ausgabe unter zahlreichen Versicherungen auf dem Markt allerdings nur acht Unternehmen (für Familien) beziehungsweise zehn (für Einzelpersonen) mit „sehr gut“ beurteilt. Eine Liste aller Versicherer ist auch bei den gesetz­li­chen Krankenkassen zu haben. So ausgestattet, ist man weitgehend sowohl in den „Abkommens­län­dern“ als auch in den Staaten versichert, mit denen kein Sozialabkommen besteht. Wichtig: Auch ein medizinisch notwendiger Rücktransport an den Wohnort sollte eingeschlossen sein; die Gesetz­lichen dürfen solche Kosten nicht übernehmen.

Im Regelfall keine Probleme haben privat Krankenversicherte – auch wenn sie sich im Ausland aufhalten. Ihr Versicherungsschutz erstreckt sich auf die ganze Welt. Dennoch kann auch ihnen empfohlen werden, für den Auslandsurlaub eine spezielle Krankenversicherung abzuschließen – damit sie im Falle eines Falles daraus Leistungen beziehen und ihren „Schadenfreiheitsrabatt“ aus der Hauptversicherung schonen. Allerdings sollten sie darauf achten, nicht bei einer Versicherung zu landen, die in ihren Versicherungsbedingungen vorsieht, lediglich „vorzuleisten“ und gegebenenfalls anschließend mit dem Hauptversicherer abzurechnen – was eine Beitragsrückzahlung aus der Hauptversicherung zumindest schmälern würde. Reine private Kran­kenversicherer, die (auch) Zusatzversicherungen anbieten, sehen solche Verrechnungen jedoch nicht vor.